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Der Bau meines Orchidariums in Bild und Text

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orchimike

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Orchideenfreund
Hallo erstmal und immer blühende Orchi´s wünsche ich euch.

Ich bin neu hier im Forum und möchte Euch gern mal zeigen wie ich mein Orchidarium letztes Jahr gebaut und letztendlich auch eingerichtet habe.

Dabei kam es zu mehreren Versuchen da die ersten beiden fehlschlugen. Aber dazu mehr.

Meine Frau meinte, wenn es denn schon ein grosses Orchidarium werden soll das dann in unserem Wohnzimmer als Blickfang stehen soll, dann muss es auch ein Panorama-Terrarium sein.
Desagt getan....ich habe also ein Panorama-Terrarium mit den Massen 120cm hoch, 80cm breit und 60cm tief bestellt.

Es wurde auch pünktlich geliefert.


Hat oben eine breite durch Gaze abgedeckte Lüftung. Ebenso unten vorne eine Lochblechlüftung hinter den Schiebetüren.

Dann ging es an die Inneneinrichtung. Wie stellt man eigentlich einen kleinen Ausschnitt des Regenwals dar in einem so kleinen Glaskasten?

Es sollten also die Rückwand und ein Teil der rechten Seitenwand mit einem Gemisch aus Torf und Latexbindemittel beschichtet werden.
Für die Profilierung sollte Bauschaum und Styropor dienen welches in Form geschnitzt wurde.

Gesagt getan.....der erste Versuch:


Hier also der Latex-Torf Auftrag, sehr schön realistisch:


Nun ist es aber so das das Orchidarium ja im Wohnzimmer neben unserer Schrankwand stehen sollte.
Es gibt aber leider keinen 60cm tiefen Unterschrank der im Design perfekt zu Schrankwand passt.
Frauen können ja soooo penibel sein.  Crying or Very sad 

Am Ende unserer teils heftigen Diskussionen habe ich mich breitschlagen lassen und sagte zu diesen Unterschrank selber zu bauen und im Design anzupassen.....was habe ich da nur getan?  affraid 

Es hat mich etwa 2 Wochen gekostet um alles so zu basteln das es allen gefiel:




Dazu musste er passen:


Und so sah der erste bzw. zweite Versuch aus da jedesmal dieses verflixte Latex-Torf-Gemisch von der Wand fiel:


Hier übrigens die Beleuchtungseinheit mit 4 x T5 24W Lampen:


Nachdem ich zweimal den Torf-Belag entfernen musste wurden Korkplatten mittels Silikon eingeklebt:


Dazu dann noch die auf ein Lochstahlblech aufgebrachte Bodenheizung mit 100Watt Leistung:


Dann ging es an die Inneneinrichtung des Orchihostels:
Ficus pumila zieht auf einem Lavastein ein.


Neoalsomitra sarcophyllum


Bromelien




Tillandsia cyanea


So sieht es heute aus:


Und am Abend in Mondlicht :


Mein Giess- bzw. Sprühwasser wird im Garten gewonnen.


Gesprüht wird mit 6 Düsen auf unterschiedlichen Ebenen und 4 x am Tag für 10s.
So ist die Tagestemperatur auf 26 bis 28°C eingeregelt bei einer Luftfeuchte von 50-90%.
Unten im Orchidarium läuft ein Lüfter 24/7 und oben ein 90mm Lüfter mehrmals täglich für 1,5h.

Luftaustausch wird morgens und abends für ca. jeweils 1,5h durch 4 kleine Lüfter oben auf dem <deckel erledigt.

Alles blüht und gedeiht.

Gruss
Michael

Eli1

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Admin
Vielen Dank für die ausführliche Anleitung!!!!
 ja1 ja1 foto 

http://www.orchideen-wien.at

orchimike

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Orchideenfreund
Freut mich wenn es gefällt. Laughing 

Wer mehr wissen möchte darf sich gerne melden.

Ich werde demnächst noch eine Pflanzenliste einstellen.

Und eine mit den Pflanzen die ich noch auf der Wunschliste habe.

Gruss
Michael

Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
Hallo Michael,

danke für die ausführliche Darstellung!  ja1 


_________________
Gruß Franz
.....................................................................................................................
Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt es nicht. (Konrad Adenauer)

Vertrauen zu gewinnen dauert Jahre, es zu verlieren Sekunden.
http://www.bordercollie.ranch.de

max4orchids

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Orchideenfreund
Danke für die Beschreibung!

Würde mich sehr interessieren, warum das mit dem Latexbindemittel-Torf-Gemisch schief gegangen ist. Ich habe selbst ein Terrarium, in dem es - ähnlich wie bei Dir beschrieben - seit über 4 Jahren hält, ohne dass jemals auch nur ein bisschen was abgebröckelt wäre. Im Gegenteil, das Zeug hält nach wie vor bombenfest.

Auf was für ein Material hast Du es (vergeblich) aufgetragen? Hast Du das Latexbindemittel von Baufan verwendet oder ein anderes? Und welches Mengenverhältnis?

Wenn ich es richtig sehe, dann hast Du teilweise auf Bauschaum und Styropor gearbeitet, teilweise direkt auf Glasscheibe. Von Letzterem würde ich abraten, und zwar nicht deswegen, weil es dort nicht halten würde, sondern genau aus dem entgegengesetzten Grund: Ich habe einen Test mit einer Glasscheibe gemacht (bevor ich im Terrarium anfing) und habe das Zeug nur noch mit Rasierklinge und Brachialgewalt vom Glas lösen können, so fest saß es (nach 1 Woche warten). Was man auf gar keinen Fall machen darf, das ist vor dem ersten - kompletten! - Durchtrocknen mit Wasser sprühen - dann löst sich das Latexbindemittel nämlich gleich wieder heraus und der Torf verflüssigt sich bzw. fällt herunter. Aber einmal durchgetrocknet, ist das Zeug bombenfest wie Hartgummi, obwohl es nach wie vor wie Torf aussieht und sich auch so anfühlt.

Ich bin daher wirklich neugierig, zu erfahren woran es gelegen haben könnte, dass es bei Dir nicht funktioniert hat. Denn es wäre schade, wenn sich andere von dieser hervorragenden Methode abschrecken ließen... Übrigens rate ich immer dazu, vorher einen Test an einer Glasscheibe bzw. auf einem angerauten Styrodurstück zu machen, möglichst auch mit unterschiedlichen Mischungsverhältnissen. Auf diese Weise kann man das Risiko sehr gut minimieren, etwas falsch zu machen.

orchimike

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Orchideenfreund
Hallo,
ich hatte natürlich auch zuerst einen vorversuch auf einem stück glas gemacht der sehr viekversprechend aussah.
Aber auf dem glas des orchdariums wollte es bei der trocknung nicht halten.
Es dauerte unendlich lange, bildete immer wieder grösser werdende risse und schälte sich dann grossflächig ab.

Der binder war der teure von LUGATO.
Gemischt im verhältnis 1:2,5.
Schichtdicke beim 2. Versuch nur max. 1cm.
Selbst das hat nicht gehalten.

Und ich habe zu keinem zeitpunkt gewässert....so weit kam ich erst gae nicht.

Meine Analyse der probleme:
1. Terrarium vor der arbeit zuerst komplett mit alkohol oder besser aceton reinigen.

2. Torf vor dem mischen komplett trocknen im backofen bei mind. 100°C für 3h.

3. Mischverhältnis 1:2,5

4. Schichtdicke max. 1cm

5. Kein styropor oder bauschaum als unterlage verwenden.

Abschliessend muss ich zugeben das ich diese beidrn versuche unter lehrgeld verbuche.

Hätte gleich die Korkplatten kleben sollen.....total stressfrei und praktisch.
Denn man kann einfach aufgebundene orchis per haken anbringen, korkäste ankleben und orchis direkt aufbinden.

Für mich letztendlich die ideale lösung.

Gruss
Michael

max4orchids

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Orchideenfreund
orchimike schrieb:Es dauerte unendlich lange, bildete immer wieder grösser werdende risse und schälte sich dann grossflächig ab. Der binder war der teure von LUGATO. [...] 2. Torf vor dem mischen komplett trocknen im backofen bei mind. 100°C für 3h.

Zu diesen Punkten habe ich Kommentare:

Ja, es dauert sehr lange bis alles trocken ist, je nach Dicke kann es 1 Woche oder mehr dauern. Geduld ist angesagt.
Könnte es sein, dass es am Latexbindemittel liegt? Ich habe in der Literatur immer den von BAUFAN empfohlen gefunden und habe selbst deswegen auch den verwendet (nein, ich habe keine Aktien dieser Firma oder bin mit jemandem verwandt, der dort arbeitet...).

Ich habe allerdings eine andere Vermutung: Wenn Du empfiehlst, dass der Torf total trocken sein sollte, dann ahne ich, was bei Dir passiert sein könnte. Wenn der Torf zu trocken ist, dann kann das Latexbindemittel sich nur schlecht mit dem Torf verbinden, da die Flüssigkeit ja sofort aufgesogen wird. So hast Du Dir das vermutlich vorgestellt, weil Dein Eindruck - mit Recht! - der gewesen sein dürfte, dass sich das Zeug nicht richtig verbindet bzw. nicht durchmengen lässt. Die Schlussfolgerung ist aber m.E. die falsche: Nicht trockener sondern etwas feuchter hätte das Ausgangsmaterial sein sollen.

Die Tatsache, dass sich viele Risse gebildet haben und auch dass sich die Schicht abschälte spricht auch dafür. Man muss sehr darauf achten, dass das LTG wie ein guter Kuchenteig gut durchgeknetet ist. Die so entstehende Masse nimmt dann eine graue Färbung ein (wird später wieder genauso schwarz wie der Torf) - ich gehe also davon aus, dass Dein Fehler darin lag, zu trockenen Torf verwendet und das Gemenge zu wenig durchgeknetet zu haben. Ich habe immer eine handvoll LTG nochmals gut durchgeknetet bis sie schön elastisch war und dann erst aufgetragen. Sehr vorteilhaft bei glatten flächen ist auch wenn man sie erstmal mit gut durchgeknetetem Brei beschmiert und diesen etwas antrocknen lässt. Man kann das eintrocknende LTG bei der Verarbeitung auch gut durch etwas Zugabe von zusätzlichem Latexbindemittel oder ganz wenig Wasser wieder geschmeidiger bekommen. Das jedenfalls sind meine Erfahrungen damit.

Ein paar Risse bilden sich aber immer, das ist ganz normal, da sich der Torf beim Trocknen zusammenzieht. Trägt mit zur realistischen Optik bei und verschwindet beim Befeuchten z.T. aber wieder. Sollte man Styropor darunter sehen oder wenn der Riss stört, so kann man ihn mit einer zweiten Schicht LTG gut beseitigen. Idealerweise sollten "Nahtstellen" aber gut verknetet werden. Je besser man an der Nahtstelle die Masse vermengt, desto besser hält es hinterher auch onne Risse.

Ich habe auf diese Weise sogar Kunstäste mit LTG umkleidet - musste allerdings auf der Unterseite mit Bindfaden nachhelfen, damit das LTG aufgrund seines hohen Eigengewichts nicht herunterfällt. So hat es dann aber auch bis heute gehalten ohne dass etwas abblättert oder herunterbröselt.

Robert

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Orchideenfreund
Hallo Michael,

da hast du dir aber eine sehr gute Vitrine angefertigt. Alle Achtung.
Wie ich auf ein Bild sehen kann verwendest du auch eine Beregnungsanlage.
Wäre schön wenn du dazu noch etwas schreiben könntest.
Wie Aufbau usw. Und wie oft und lange du bewässerst.

http://spellmeier.no-ip.org

konrad

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Orchideenfreund
Danke für die Berichte. Als Bastler ist es immer wieder gut,Anregungen zu bekommen.

orchimike

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Orchideenfreund
@Markus

Ich habe in meinem Fall den Torf eben nicht getrocknet. Er hatte also eine leichte Feuchtigkeit...das mit dem Trocknen war mein Gedanke.

Es kann natürlich am Binder liegen...kann ich nicht sagen.

Ich habe das Gemisch beidemale für mind. 3 Wochen trocknen lassen....keine Chance bei mir.

Ist aber auch egal denn ich habe für mich die bessere Lösung gefunden und nun auch gewählt.


Bezüglich Regenanlage:

Es ist ein Eigenbau...bis auf eben die Komponenten.

Als Pumpe betreibe ich nun die Power Pump von M.R.S. mit ca. 10bar.
Hatte vorher eine dieser Kaffeautomatenpumpen weil sie billig war...billig in jeder Hinsicht.
Die neue ist wesentlich grösser, schwerer und zum Glück so leise das man sie nicht hört wenn sie arbeitet. Du hörst tatsächlich nur die Düsen rauschen.

Daran hängen jetzt mittlerweile 8 Düsen mit teilweise 80° oder 120° Sprühwinkel.
4 davon oben unter dem Deckel.
1 auf halber Höhe links an der Rückwand.
1 auf unterer drittelhöhe rechts.
1 auf oberer drittelhöhe rechts.
1 auf unterem drittel am Korkast.

So kann ich jeden Winkel und jede Ecke mit dem feinen Sprühnebel erreichen.

Verbunden sind alle Düsen über schwarzen 6mm Schlauch und Schnellverbindungen zum stecken.
Die 4 Düsen unter dem Deckel als Ring.
Davon zweigt per T-Stück hinten oben eine senkrechte Leitung ab und führt abwärts.
Diese Leitung spaltet sich auf in die Zuleitung im oberen drittel nach rechts, etwas tiefer dann per Y-Stück in die Leitung die nach vorne geht zum Korkast um den vorderen Teil des Bodens zu besprühen.
Noch tiefer leitet ein T-Stück dann links auf halber Höhe.
Ganz unten dann ein Knie nach rechts für die Düse im unteren drittel rechts.

Die Pumpe schafft das locker....schätze da passen noch 5-10 Düsen dran.

Der Vorratsbehälter steht im Schrank unter dem Orchihostel.

Gesprüht wird bei mir mit Regenwasser dem ein wenig Leitungswasser und Dünger zugemischt wurde.
Leitwerte des Sprühwassers:
Regenwasser ca. 30µS
mit Leitungswasser ca. 50µS
mit Dünger ca. 150µS

Gemessen mit einem Leitwertmessgerät für 9,-€ von der Tante Amazone. Das Teil ist klein wie ein Fieberthermometer und kam nach langer Wartezeit aus Singapur.
Es zeigt Werte in TDS (Total dissolved Salts) an, welche dann mit ca. 2 multipliziert werden müssen um auf ungefähre Werte µS/cm zu kommen.
Nicht super genau aber ausreichend um gleichmässig zu düngen.

In der Natur wird auch keine Orchidee zuerst messen ob sie das Regenwasser das ihr aufs Haupt fällt verzehrt oder besser nicht.

Sprühfrequenz:
Mehrmals geändert aber heute so:
06.30h für 10s
10.30h für 10s
14.30h für 10s
18.30h für 10s
22.00h für 5s

Es gibt keine Wasseransammlungen am Boden da der Nebel recht fein ist.
Die Luftfeuchte steigt dabei auf 96% und sinkt innerhalb der folgenden 4 Stunden auf ca. 55% ab.

Licht:
4 x T5 (2 x Daylight, 2 x Pflanzenlicht = rosa)
Einschaltung um 06.45h
Umschaltung auf Mondlicht um 19.45h
Ausschaltung Mondlicht um 22.15h

Lüftung:
4 kleine oben auf dem Deckel/Gaze zur Entlüftung morgens um 05.00-06.00h und abends von 23.00-00.00h.
Ein 90mm Lüfter oben im Terra und einer in einer Korkhalbschale unten rechts im Terra für die Umwälzung 24/7.

Hoffe das sind erstmal genug Info´s.  freuen 

Wer mehr möchte muss fragen.

Gruss
Michael

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