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SemiHydrokultur bei Orchideen

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1 SemiHydrokultur bei Orchideen am 26.07.12 13:34

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
SemiHydrokultur für Orchideen

Unter Hydrokultur versteht man das kultivieren von Gewächsen ohne Erde. Bereits im 17. Jahrhundert wurden erste Versuche mit Hydrokulturen dokumentiert. Als Kulturmedium wurde Sand, Quarz oder Kohle verwendet.
Die hängenden Gärten von Babylon können ebenfalls als Hydrokulturen bezeichnet werden. Dort wurde mit Sauerstoff und Nährstoffen angereichertes Wasser über das Kultursubstrat gepumpt und so die Pflanzen bewässert.

Auch in der Orchideenwelt gab es in den letzten Jahren immer wieder Berichte über die Hydrokultur – richtig durchgesetzt hat sich diese Art zu kultivieren aber nicht.

Die Suche nach einem geeigneten Pflanzstoff ist nicht neu. Es gab schon immer gut kultivierte Orchideen in allen erdenklichen Pflanzstoffen. Mit zunehmender Kulturdauer speichern aber die meisten Kultursubstrate immer mehr Wasser. Das hat zur Folge, dass beim wöchentlichen Gießen die frisch verpflanzten Orchideen vertrocknen oder die Wurzeln der schon länger im Substrat stehenden Pflanzen wegen zu hoher Feuchtigkeit verfaulen. Durch die hohe Feuchtigkeit im Topf setzen sich organische Substrate zudem schnell um (Kompost) und geben dadurch unkontrolliert zusätzliche Nährstoffe frei.
Regelmäßige Umtopfaktionen können bei größeren Orchideensammlungen zur Belastung werden. Die Suche nach einem mineralischen Pflanzstoff war daher nahe liegend.

Die Publikation von Ray Barkelow (http://www.firstrays.com/hydro.htm) über die Semi-Hydrokultur (SH) von Orchideen war für mich der Anlass, diese Kultivierungsmethode ebenfalls einmal zu versuchen.

Als Substrat verwende ich Blähton ( 8-16 mm) der für die Pflanzenkultur in jedem Gartencenter angeboten wird. Als Vorbereitung wird er für 24 Stunden in Regenwasser gelegt. Auf diese Weise wird der Staub abgewaschen und vorhandene Salzreste abgespült. Der Blähton nimmt zudem die notwendige Feuchtigkeit auf. Danach wird das Wasser abgegossen und der Blähton erneut für 24 Stunden in Regenwasser gelegt. Der Blähton sollte nur feucht verarbeitet werden.

Als Pflanzgefäße sollten durchsichtige Töpfe ohne Abflusslöcher verwendet werden. Abweichend von normalen Blumentöpfen wird der Wasserabfluss an der Seite angebracht. Dafür werden in 1 bis 2 cm Höhe über dem Topfboden 2-3 Löcher mit einem Lötkolben angebracht.
Beim Gießen läuft das überschüssige Wasser jetzt an der Seite heraus, im Topf verbleibt lediglich der gewünscht Wasservorrat. Dadurch braucht die Orchidee in den nächsten 1 bis 2 Wochen (je nach Witterung bzw. Jahreszeit) nicht mehr gegossen werden.

Als Töpfe verwende ich durchsichtige Plastik- bzw. Verpackungsbecher (500 ml oder 1000 ml). Diese Becher sind eigentlich nicht stabil genug, werden sie allerdings mit Blähton be-füllt, erfüllen sie ihren Zweck und sind relativ preiswert.

Für Cattleyen oder andere größere Pflanzen verwende ich „normale“ Töpfe oder Schalen, die dann in Untersetzer gestellt werden. Zu beachten ist, dass die Untersetzer nur unwesentlich größer sein sollten als die Töpfe. Für Orchideen aus dem Kalthaus haben sich Tontöpfe und Untersetzer bewährt.


Töpfe

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Blähton ca. 2 cm hoch einfüllen, damit die bestehenden Wurzeln nicht ins Wasser kommen (Fäulnisgefahr). Später werden Wurzeln gebildet, die direkt ins Wasser wachsen


hohe Feuchtigkeit im Topf – ist das das Geheimnis der SH?

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neue Wurzeln von Phal. violacea in SH

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zum Vergleich: Wurzel von Phal. violacea in Kokoschips: graue Wurzel und nur die Wurzelspitze ist grün

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neue Wurzeln von Paphiopedilum in SH

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In der Orchideenkultur hat man bisher immer darauf hingewiesen, dass der ständige Wechsel zwischen Feuchtigkeit und Trockenheit im Substrat wichtig ist. In der SH steht den Pflanzen ständig Feuchtigkeit im Topf zur Verfügung, sei es als hohe Luftfeuchtigkeit oder als Wasserreservoir. Was benötigen die Orchideen in der Kultur?

Steigt die Temperatur im Kulturraum durch die Sonneneinstrahlung, verdunsten Pflanzen zur Kühlung Feuchtigkeit über ihre Blätter. Dadurch entsteht der sogenannte Transpirationssog, der Wasser über die Wurzeln ansaugt und bis in die Blätter befördert. Je niedriger die Luftfeuchtigkeit ist, desto höher ist die Verdunstung (Transpiration).

Der Wassertransport in die Blätter wird aber auch vom Wurzeldruck („Turgor“) maßgeblich unterstützt. Die biologische Bedeutung des Wurzeldruckes liegt darin, dass selbst bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit im Nebelwald ein Wassertransport gewährleistet werden kann.

Ist im Boden oder im Topf keine ausreichende Feuchtigkeit mehr vorhanden, kann die Pflanze auch ohne Wasser oder Feuchtigkeit für kurze Zeit überleben. Gibt es in den nächsten 2-3 Tagen allerdings keinen Wassernachschub, vertrocknet die Pflanze.
Dies gilt natürlich nicht für Bulbenorchideen, die auch längere Trockenperioden an Naturstandorten problemlos überstehen können.

Daraus kann man ableiten, dass der ständige Wasservorrat in der SH sich positiv auf die Orchideenkultur auswirken kann.

Die Kulturbedingungen in SH unterscheiden sich nicht wesentlich von denen in anderen Pflanzstoffen. Bei mir wird jetzt nur noch einmal pro Woche gegossen. Eine Erhöhung der Luftfeuchte (LF) ist nicht notwendig, auch im Sommer nicht. Bei offenen Luftklappen sinkt die LF am Tag schnell ab, steigt aber durch die Verdunstung der Pflanzen und des Blähtons am Abend schnell wieder an

neue Wurzeln in SH bei Laelia purpurata

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Wasser: es wird nur Regenwasser verwendet

Dünger: es darf kein organischer Dünger verwendet werden, da dieser für Fäulnis im Wasserspeicher sorgen würde. Aus diesem Grund sollte auch darauf geachtet werden, dass im Dünger kein Harnstoff (Karbit) enthalten ist.

Woche 1: Volldünger mit Spurenelementen (z.B. Hesi Hydrodünger)
Woche 2: Kalknitrat
Woche 3: regelmäßiger Wechsel zwischen Magnesiumsulfat (Bittersalz), PK-Dünger,
Spurenelemente
Woche 4: reines Regenwasser (kräftiges durchspülen !!!)

Der Salzgehalt der Düngerlösung schwankt je nach Wetterlage oder Jahreszeit zwischen 300-600 µS.

Die Pflanzen werden solange gegossen, bis das Wasser aus den seitlichen Löchern herausläuft. Beim regelmäßigen Gießen mit Regenwasser sollten die Töpfe ordentlich durchgespült werden, damit auch Salzreste ausgewaschen werden.
Bei Fensterbankkultur sollten die Töpfe mehrere Minuten komplett in Regenwasser getaucht werden.

In der winterlichen Ruhezeit wird nur alle zwei Wochen gegossen.

Wurzelschwache Pflanzen werden mit einer dünnen Schicht Spaghnum am Wurzelansatz umwickelt, sie haben dadurch einen besseren Halt im Blähton. Vereinzelt wachsen dadurch nach kurzer Zeit neue Triebe an den alten Bulben.

Eine komplette Abdeckung der Töpfe mit Spaghnum oder anderen Materialien hat sich in meinen Kulturen nicht bewährt. Alte Substratreste sind beim Umtopfen in SH selbstverständlich zu entfernen.


Wurzeln bei Steinlaelien

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Einige Orchideen benötigen mehrere Monate um sich an die Kulturform SH
anzupassen. In dieser Übergansphase sollten die Orchideen, insbesondere auf der Fensterbank, alle paar Tage gegossen werden. Neue Wurzeln wachsen später auch in das Wasserreservoir hinein. Durch die ständig feuchte Umgebung im Topf werden weniger Wurzeln gebildet als in der herkömmlichen Kultur.


Orchideen mit ausgeprägter Ruhezeit werden wie bisher weniger gegossen. Vor dieser „Ruhezeit“ ist der Topf mit reinem Regenwasser zu spülen, damit möglichst wenig Salzreste vorhanden sind.
Mit der Zeit werden die Töpfe im unteren Bereich veralgen, dass schadet aber der Kultur nicht. Allenfalls auf der Fensterbank könnte das aus optischen Gründen störend wirken. Ein Übertopf kann hier für Abhilfe sorgen.


Die hier noch sichtbare Abdeckung mit Kokosfaser / Seramis hat sich nicht bewährt

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Abschließend möchte ich nach 2 Jahren Erfahrungen mit SH anmerken, dass diese Kulturform den Pflegeaufwand und das notwendige Umtopfen stark reduziert hat.
Der Gesamteindruck der Kultur hat sich deutlich verbessert – der Versuch hat sich gelohnt.





Zuletzt von UweM. am 01.10.12 12:09 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
Hallo Uwe,

sehr lehrreicher und gut mit Bildern und Hinweisen hinterlegter Beitrag!

Besten Dank.

Gruß Franz

http://www.bordercollie.ranch.de

Steffi M.

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Orchideenfreund
Hallo Uwe,

vielen Dank für deinen tollen Beitrag!
Gibt es Arten, für die du die Kultur mehr empfehlen würdest als für andere oder eignet sich SH nach deiner Erfahrung für alle?

Liebe Grüße,
Steffi

Leni

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Orchideenfreund
Hallo Uwe
Sehr guter Beitrag, gefällt mir ausgesprochen gut.
Bei einigen Arten, die du hier auflistest test , hatte ich das so nicht erwartet. Die Steinlaelie, sehe ich es richtig, dass es eine flava ist?
Eine kleine bescheidene Frage an dich Uwe. Due Umstellung von "Normalo" Kultur auf SH erfolgte wahrscheinlich in Schritten, nicht von heute auf Morgen. Was waren deine Gründe, wo warst du mit den bisherigen Ergebnissen nicht zufrieden?
Mich würde es brennend interessieren von dir zu hören, was deine Motivation war, diese Schritte zu gehen.

LG

Leni

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
Hallo Steffi,

meine Erfahrungen beziehen sich überwiegend auf die Kultur im Gewächshaus.

Natürlich habe ich auch einige Phal.-Hybriden auf der Fensterbank. Phal. + Paph. eignen sich besonders für die Kultur in SemiHydro.

Eine Umstellung sollte nicht unbedingt im Sommer mit hohen Temperaturen erfolgen - oder man versorgt seine Pflanzen einige Wochen "zusätzlich" wie bisher und stellt sich nicht unbedingt in die Sonne.

Wichtig ist in jedem Fall, dass der Blähton feucht "verarbeitet" wird, man hat daher immer einen Vorrat.

Was in SH garnicht geht: Tolumia

--> diese Kulturtechnik ist nicht von mir erfunden worden

hier sind viele Hinweise zu finden:

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Zuletzt von UweM. am 27.07.12 12:28 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
Hallo Leni,

der Auslöser für die Umstellung auf SH war ein Artikel von Roger Kramer in der Zeitschrift "Journal für den Orchideenfreund". Er hatte seine komplette Paphio Sammlung auf Blähton, Lava etc. auf eine Art SH umgestellt - mit fantastischen Erfolgen... auch Jungpflanzen aus der Flasche sind richtig gut gewachsen.

Leider ist ein persönlicher Kontakt zu ihm nach Australien abgebrochen.

Danach habe ich verschiedene Materialien für diese Kulturform "gesucht". Dabei bin ich dann auf die Seite von Ray Barkelow gestoßen:

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Die Größenunterschiede bei Phrags. in "normalen" Rindensubstrat zu der SH war schon gewaltig und ein Versuch wert.

Zuerst habe ich von jeder Art ca. 20 Pflanzen umgestellt und 6-12 Monate beobachtet - danach meine gesamten Bestand: Paph., Phal., Cattl., Laleia, Coel., Onc., Odm. etc.

Die Oncidien und kalten Odm. wollten das neue Substrat nicht wirklich annehmen, dass wurde zunehmend besser, als ich diese Arten in Tontopf und SH kultiviere...

Letztendlich wollte ich meinen gesamten Orchideenbestand nicht alle 2-3 Jahre umpflanzen - eine Arbeit ohne Ende

SH ist außerdem sehr "urlaubsfreundlich", ich kann jetzt 10-14 Tage wegfahren, ohne das sich jemand um mein Gewächshaus kümmern muss.

Ich habe die letzten Jahre auch keine Nebelanlage benötigt, scheinbar hat die Verdunstung über den Blähton ausgereicht.
D.h. bei sonnigem Wetter einfach alle Fenster auf, die Pflanzen können aus dem Wasservorrat im Topf ihre Blätter über die Verdunstung kühlen - ohne dass ich häufig sprühen muss.

Meine Orchideen werden im Sommer nur einmal gegossen.... im Winter wöchentlich nur leicht gesprüht - durchgehend gießen nur alle vier Wochen = Zeitersparnis

Cattl. und Laelien haben den erst Winter ein wenig gelitten, da ich auch im Winter einen Wasserstand in den Untersetzern gehalten habe. Im letzten Winter habe ich diese Pflanzen trockener kultiviert und jetzt machen sie auch wieder Wurzeln.

Bisher habe ich diese Arten auch in den gezeigten Kunststoffschalen kultiviert - bei der Blüte sind dann einige umgekippt - ich werde wohl auch hier auf Tontöpfe gehen.

Mich hat auch die gute Bewurzelung bei der Steinlaelie flava überrascht

Zusammengefaßt: bei mir im Gewächshaus hat SH viele Probleme behoben - aber auch nicht alle. In vielen klassischen Pflanzstoffen sind mir immer wieder viele Paphios weggefault...

Für jede Pflanze muss der richtige Topf gefunden werden. So werden z.B. Paph. bellatulum, concolor, niveum und godefroyae nur im Tontopf kultiviert. Das gießen erfolg ausschließlich über den Untersetzer. Ist das Wasser verbraucht, wird nach 2-3 Tagen nachgegossen. Da bekannt ist, dass gerade niveum und godefroyae in Winter 4-5 Monate am Naturstandort trockenstehen, kann man seine Kulturmaßnahmen so anpassen.

Auch bei dieser Kulturmethode gilt: jeder muss insbesondere sein Gießverhalten an seine Umgebung anpassen

Gast


Gast
Hallo Uwe!
Ich habe auch einige Pfanzen in S/H, habe aber das Gefühl das denen die Kälte im Wurzelbereich im Winter nicht gefällt. Meine Paph.Lady Isabell JP die ich in Lava mit Bims und Buchenblättern gesetzt habe, gefällt es aber ausgesprochen gut. Sie wurzelt und wächst prima. Laelia gouldinana wurzelt auch wie ne wilde, hat aber noch zusätzliche Löcher in den Seitenwänden der Töpfe.
Deine Tontopfpflanzen werden nur von unten gewässert? Zieht der Blähton/Lava denn die Feuchtigkeit ausreichend hoch? Sind dann die ersten 1-2 cm an der Pflanzenbasis nicht zu trocken? Gerade bei Paphis wäre das ja für die Wurzelbildung nicht so gut.

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
Meine Orchideen müssen im Winter mit min.14 °C auskommen, im Winter ist das -Wurzelwachstum eher gering.

Beim wöchentlichen Gießen/Sprühen bekommen fast alle Pflanzen was ab, die genannten Paphs. aber nur ganz wenig...

Ich verwende nur Blähton - keine weiteren Zuätze

Z.Zt. erprobe ich auf einigen Töpfen ein Tonsubstrat als Abdeckung für den Blähton, damit z.B. Paphios-Wurzeln besser wachsen

Sorry - eines habe ich noch vergessen:

alle vier Wochen werden mit einer Gartenbrause alle Orchideen richtig kräftig durchgespült!!!

Gast


Gast
UweM. schrieb:
Sorry - eines habe ich noch vergessen:

alle vier Wochen werden mit einer Gartenbrause alle Orchideen richtig kräftig durchgespült!!!

Auch im Winter? Demnach würden ja alle klatschnass bei min. 14°C stehen! Das geht doch nicht, oder? Sorry für die ständigen Nachfragen, aber der Winter ist bei mir recht problematisch mit meinen S/H Pflanzen.
Bei meiner Lady Isabell hat sich übrigens eine Auflage aus kleingerupften Buchenblättern bewährt.

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
Auch in Winter bei 14 °C - in der Natur ist das doch auch so...

Allerdings stelle ich dann für mehrere Stunden zusätzlich zwei starke Ventilatoren ins Gewächshaus die ständig die Richtung wechseln. Dadurch trocknet alles schnell ab.

Wie bereits erläutert, wird im Winter aber grundsätzlich weniger gegossen...

11 Extreme Veralgung der Gefäße am 05.09.12 14:58

Gast


Gast
Hallo Uwe,

vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Ich bin ebenfalls ein großer Fan dieser Kulturmethode, allerdings stört mich die Veralgung der Töpfe sehr. Wachstum und Wurzelwachstum lassen zwar darauf schließen, dass es den Orchideen (Phaleonopsen, Oncidien, Inocidium) prima geht, aber sie stehen alle auf der Fensterbank und das Aussehen der Töpfe ist mittlerweile schlimm.

Die durchsichtigen Plastiktöpfe dienen ja in erster Linie dazu, dass die Wurzeln auch im Topf an Licht kommen können, nun ist die Veralgung mancher meiner Töpfe so stark, dass die Wurzeln das Licht nicht mehr sehen. Deshalb spiele ich mit dem Gedanken, die Orchideen wieder in normale Töpfe (momentan stehen die großen Orchideen in 100er CD-Spindeln und die kleinen in abgeschnitten 1,5l-Plastikflaschen) zurück zu topfen. Die Wurzeln haben alle mittlerweile das Wasser-Reservoir erreicht, dementsprechend gehe ich davon aus, dass es kein Problem sein dürfte, wenn sie in normalen Töpfen gehalten werden und im Wasser stehen, das sind sie ja gewohnt, nur die Lichtzufuhr der Wurzeln macht mir dann Sorgen (wobei die mit der Veralgung wahrscheinlich auch nicht mehr gegeben ist).
Hast Du oder habt Ihr Erfahrungen, wie es sich gestaltet, Orchideen, die in Semi-Hydro waren, in reine Hydrokultur (sprich mit Übertopf) umzuwandeln?

Die Bilder hier zeigen die extreme Veralgung, da kann man fast nicht mehr die Schildchen lesen:
(sorry, wegen der Größe, das nächste Mal, lade ich kleinere Versionen hoch)





Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
Hallo Anna,

nur ein Vorschlag, ob es geht mußt Du versuchen.

Die transparenten Töpfe in dementsprechende enge schwarze Plastiktöpfe setzen. So wäre der Lichteinfall nicht mehr gegeben, aber man könnte immer noch den durchsichtigen Topf zur Kontrolle entnehmen.

Gruß Franz

http://www.bordercollie.ranch.de

Steffi M.

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Orchideenfreund
Halo Anna,

ich habe mal woanders gelesen, dass man ein paar Körner Schneckenkorn unten in die Töpfe tun soll, um der Veralgung entgegenzuwirken. Ich habe es mal bei Glaskultur ausprobiert. Allerdings nur für ein paar Monate, weil ich die Kultur dann wieder umgestellt habe. Ich hatte allerdings in den ca. 4 Monaten keine einzige Alge, obwoh die Pflanzen hell standen.

Liebe Grüße,
Steffi

Knöchelkopp

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Orchideenfreund
Hallo Uwe,

auch von mir ein Dankeschön für den nicht nur schlüssig aufbereiteten und ausführlichen, sondern auch selbstkritischen Bericht. Gerade das macht Qualität aus.

Der Beitrag hat mir den entscheidenden Schubs gegeben, im nächsten Frühjahr ebenfalls darauf umzustellen, allerdings nur die Teile der Sammlung, die einmal keine allzu ausgeprägte Ruhezeit benötigen und dann auch mit einer recht uniformen Kultur zurechtkommen.

Anna, durchsichtige Töpfe stelle ich auch in schwarze Töpfe, das funktioniert gut.

LG,
Stefan

Robert

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Orchideenfreund
Hallo Uwe,

auch von mir einen ganz herzlichen Dank für deinen Bericht.
Nach dem lesen habe ich mich auch entschlossen es einmal mit ein paar Orchies zu versuchen und Erfahrung darin zu sammeln. Du erwähntest im Bericht auch einmal Lava, hast du es auch darin versucht? Und wenn ja das war deine Erfahrung, war Lava besser oder ist Hydro besser.
Wäre es jetzt auch noch möglich umzutopfen, oder besser im Frühjahr?
Da mir kein GW zur Ferfügung steht, bin ich auf Fensterbank Kultur angewiesen. Bin mal gespannt wie es dort geht, denn du hast deine Erfahrung ja im GW Haus gemacht.

http://spellmeier.no-ip.org

Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
Hallo Robert,

Uwe ist z.Zt. in Urlaub. Sobald er Deinen Beitrag liest wird er Dir eine Antwort dazu schreiben. Kann etwas dauern.

Gruß Franz

http://www.bordercollie.ranch.de

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
Hallo Robert,

meine Erfahrungen beruhen ausschließlich auf Blähton in der SH.

Vor diesem Versuch mit Blähton habe ich auch mit Lava Versuche gemacht. Allerdings hat sich das Lavagranulat mit Wasser vollgesaugt (im Gegensatz zu Blähton) und der "Pflanzstoff" konnte nicht mehr richtig abtrocknen.

Allerdings habe ich diese Versuche in Gewächshaus vorgenommen, wo ich immer recht großzügig mit dem Schlauch wässere.

Ein Versuch auf der Fensterbank wäre mal interessant...

Gruß
Uwe

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
Hallo Anna,

stelle deine durchsichtigen Töpfe doch einfach in Übertöpfe - das sieht doch schon viel besser aus. Wenn der Übertopf 3-5 cm größer ist, kommt auch noch ein wenig Licht an die Wurzeln....

Doch Achtung: immer mal in die Übertöpfe schauen, damit sich dort keine überschüssiges Wasser sammelt.

Gruß
Uwe

Robert

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Orchideenfreund
Hallo Uwe,

werde mal mit einer Orchidee versuchen, die in Lava zu setzten und auf der Fensterbank kultivieren. Werde dann das Ergebnis hier berichten

http://spellmeier.no-ip.org

Angi

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Globalmoderator
Hallo,

ich hatte vor einigen wenigen Jahren auch mal den Versuch der Semi-Hydrokultur (SH) gestartet; diesen aber als "Fensterbänklerin".

Darüber hatte ich seinerzeit ausführlich mit Bildern berichtet. Ich schaue mal, ob ich diese noch habe incl. der Erfahrungen.
Sobald ich fündig geworden bin stelle ich diese hier mal ein.


_________________
LG

Angi

Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi Kees Snyder
http://www.bordercollie-niko.de

Angi

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Globalmoderator
Hallo,

habe meinen alten Bericht mitsamt Bilder aus dem Jahre 2006 gefunden. Er ähnelt sehr dem Bericht von Uwe, aber ich stelle ihn komplett mal ein.

Semi-Hydro-Kultur
Ich möchte hier einmal über eine andere Kulturmethode von Orchideen berichten: Es handelt sich um die Semi-Hydro-Kultur.

Ich habe in meinem Orchideenbestand 4 Phaphiopedelien und 1 Praghmipedium Eric Young, die ich ausnahmslos alle in Semi-Hydro halte. Alle 5 Orchideen wollten bei mir partout nicht wachsen, geschweige den blühen. Daher wurden sie von mir zu dieser Kulturmethode verbannt.


Was ist Semi-Hydro-Kultur?
Semi-Hydro-Kultur bedeutet, dass die Orchidee in einem „präparierten“, durchsichtigen Orchideentopf gepflanzt ist, aber das Substrat durch Blähton ersetzt wurde.
Damit man meine optische Vorstellung von dieser Kultur hat, nachfolgend ein Foto.

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Bevor man die Orchidee einpflanzen kann, muss der Topf wie folgt „präpariert“ werden:

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Zuerst werden alle Bodenlöcher mit der Heißklebepistole verschlossen.
ACHTUNG!!! Hierbei sollte man von innen den Topf IMMER mit Alufolie auskleiden. Diese lässt sich nach dem Verkleben sehr gut wieder entfernen und sie hat einen sehr nützlichen Effekt: man verbrennt sich nicht so schnell die Finger. Beim Verkleben der Bodenlöcher kann es nämlich ganz schnell passieren, dass der Kleber durch das Bodenloch ins Innere des Topfes läuft; und wenn dort die Finger sind… Also hier bitte ganz vorsichtig und achtsam arbeiten.

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!!! Nachdem die Bodenlöcher verklebt, der Kleber ausgehärtet ist und die Alufolie entfernt wurde muss nun gestestet werden, ob der Topf wasserdicht ist (damit das verbleibende Wasser unten nicht entweicht). Den Topf mit Wasser füllen und wenn nichts mehr unten heraustropft kann weiter gearbeitet werden. !!!


Nun werden an den Seitenwänden, ca. 2 cm vom Boden hoch gemessen, kleine Löcher im seitlichen Abstand von ca. 1,5 cm in den Topf gebohrt. Dies kann man mit einem Bohrer machen, mit der Spitze der Heißklebepistole oder mit einem heißen Lötkolben (nur darauf achten, dass man die Plastikreste am Lötkolben entfernt).
Die 2 cm vom Boden hoch müssen sein, da später hier einmal das Wasser aufgefangen wird (ähnlich der „echten“ Hydrokultur).

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Vorbereiten der Orchidee für die Semi-Hydro-Kultur:

Zuerst entfernt man weitestgehend das Substrat an der Orchidee, ohne die Wurzeln dabei zu beschädigen. Substratreste, die sich nicht von der Orchidee trennen möchten, kann man sehr gut entfernen, wenn man die Wurzeln eine Zeit lang ins Wasser legt. Das Substrat lässt sich spätestens nach dem Wurzelbad gut entfernen. Die Orchidee MUSS frei sein von jeglichem Substrat; die Reste des Substrates an den Wurzeln könnten in dem Blähton zur Fäulnis führen. Also ist es wichtig, hier sehr sorgfältig zu arbeiten.

Eintopfen:
Nachdem der Topf und die Orchidee entsprechend vorbereitet wurden, füllt man zuerst etwas ausgewaschenem Blähton in den Topf; dann setzt man die entsprechende Orchidee ein und füllt den Rest des Topfes mit Blähton auf. Damit hier die entstehenden kleinen Leerräume mit dem Blähton gut gefüllt werden, klopft man beim Befüllen den Topf immer wieder auf einen harten Boden (aber nicht zu feste!). Dabei „fallen“ die Blähtonkugeln zusammen und die Orchidee erhält einen festen Stand.

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Anschließend wird die getopfte Orchidee in einem Orchideenübertopf gestellt. So kann das zuviel eingefüllte Wasser gut in den Boden des Übertopfes tropfen.

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Pflege:
Sobald das verbleibende Wasser, welches unten im Klarsichttopf steht, verdunstet ist, wird es wieder aufgefüllt.
Ich hole dafür die Orchidee aus dem Übertopf, halte den Klarsichttopf unter fließendem Wasser. Das hat den Vorteil, dass die entstehenden Salze im Blähton mitausgespült werden. Dann lasse ich das Wasser abtropfen und anschließend stelle ich die Orchidee dann wieder in den Übertopf.


Düngen:
Ich selbst habe bei dieser Art der Orchideenkultur bisher noch nie gedüngt. Das liegt bei mir an der Tatsache, dass das Gießwasser, welches aus der Leitung kommt, mit einem Leitwert von 210 µs ideal ist für meine Orchideen.
Ich denke, bei einem höheren Leitwert des Gießwassers könnte es bei zu starker Düngung zu erhöhter Salzbildung im Blähton kommen, welches sich nicht günstig auf die Orchidee auswirken könnte.


Fazit:

Seitdem ich 5 Orchideen in Semi-Hydro kultiviere, habe ich jährlichen Blüherfolg bei allen.

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Inzwischen habe ich - wie viele von euch wissen - aus gesundheitlichen Gründen viele Orchideen abgeben müssen. Darunter waren auch die o. g. in SemiHydrokultur getopften Orchideen.
Bis zur Abgabe aber haben alle ausnahmslos intensives Wurzelwachstum gezeigt und auch den ein oder anderen Blüherfolg konnte ich verzeichnen.


_________________
LG

Angi

Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi Kees Snyder
http://www.bordercollie-niko.de

Robert

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Orchideenfreund
Hallo Angi,
Danke für deinen Bericht. Ich habe mir schon echt Kopfzerbrechen gemacht was ich für Töpfe verwenden kann. Habe meine Tochter schon angewiesen bei Mac.... die Plastikbecher zu sammeln und darin die Orchideen zu setzen. Aber mit der Heißklebepistole ist auch eine gute Idee. Nur das Spülen was du und Uwe ansprachen, das macht mir etwas kopfzerbrechen. Denn unser Wasser ist sehr belastet zwischen 600 und 800uS. Aus diesem Grunde verwende ich nur Osmosewasser und da ist das Ausspülen etwas schwieriger.
Aber vielleicht hast du oder Uwe oder noch ein anderer im Forum eine Idee.
Eins vorweg. Regenwasser geht auch nicht, da dass Wasser in einen Betonring läuft, hat es auch ca 500 - 600 uS.

http://spellmeier.no-ip.org

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
Hallo Robert,

das mit dem "Spülen" ist recht einfach:

einen Behälter suchen, der unwesentlich größer ist als der Orchideentopf, dann mit Wasser auffüllen bis zum Topfrand, Pflanze darin 30 Minuten stehen lassen und anschließend Orchideentopf aus dem Wasser nehmen (Vorsicht, dass Wasser läuft an der Seite heraus!)
Durch dieses "spülen" werden überschüssige Salz ggfs. gelöst und anschließend ausgewaschen...

Gibt es keine Möglichkeit, dass Regenwasser aus dem Fallrohr in eine Plastiktonne zu leiten?

Sonst kann man auch Osmosewasser oder destilliertes Wasser aus dem Baumarkt verwenden.

Je kleiner der "Übertopf" beim Spülvorgang ist, desto weniger Wasser wird auch verbraucht...

Gruß
Uwe

Robert

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Orchideenfreund
Hallo Uwe,

ich muß sagen SH geht bei den Schuhen sehr gut. Habe ein Paar Schuhe bekommen die ich etwas aufpeppeln mußte und die haben sich sehr schnell darin erholt.
Nun werde ich etwas mutiger und möchte ein paar Cattleyen Kandidaten auch in SH stecken, da Sie auch aufgepeppelt werden müssen.
Du hattest in deinen Bericht geschrieben das du SH auch bei Cattleyen eingesetzt hast.
Klappt das bei dir auch gut in SH?
Ich habe gelesen das bei Cattleyen an der Seite keine Löcher angebracht werden sollen. sondern nur über Unterschalen gegossen wird.
Machst du das immer noch oder hast du da andere Erfahrungen gemacht?

http://spellmeier.no-ip.org

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
Hallo Robert,

alle meine Orchideen - und damit auch Cattleyen - stehen seit etwa 3 Jahren in SH.

Die kleineren Pflanzen stehen in durchsichtigen Töpfen mit Löchern an den Seiten.

Für größere Pflanzen verwende ich normale Blumenschalen, die in Untersetzer gestellt werden. Allerdings werden mir die Cattl. oder Laelien mittlerweilse so groß, dass sie oftmals umkippen.

Ich werde daher einige Cattl./Laelien in flache Tonschalen einpflanzen und diese wiederum in Untersetzer stellen.

Zu beachten ist dann aber, dass Orchideen in Tontöpfen auch in der SH schneller austrocknen - aus diesem Grund habe ich einige Bulbenorchideen wie Onc. + Odm. in Tontöpfe gepflanzt.

Auch in der SH - Kultur muss man darauf achten, dass insbesondere im Herbst/Winter die Pflanzen nicht zu nass stehen - in dieser Zeit ist fast kein Wasserreservoir im Topf vorhanden. Die Wasserverdunstung ist in dieser Jahreszeit eher gering.

Gruß
Uwe

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