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Frage zum Wachstum von Vanda-Wurzeln im temperiert-warmen Gewächshaus

Nach unten  Nachricht [Seite 1 von 1]

max4orchids

max4orchids
Orchideenfreund
Habe eine Frage an PflegerInnen von Vandas: Die von mir erstandenen Vandas, die ich seit einigen Monaten pflege, verfügen (offenbar noch vom Import) über ein nach unten hängendes Geflecht aus dünnen Wurzeln, wobei die Wurzeln ca. 3-5 mm dick sind. Bei mir machen diese Vandeen jetzt dicke waagrechte oder gar senkrecht nach oben wachsende Wurzeln, die nunmehr bis zu ca. 10mm dick sind.

Ich rätsle, woran das liegen mag. Sicherlich an den anderen Umweltbedingungen, aber an welchen genau? Ich habe den Sommer über mehrmals täglich mit einer Hochdrucknebelanlage genebelt, vor allem um Feuchtigkeit zu spenden und die Temperaturen etwas zu senken - und gieße ansonsten mit dem Sprüher von der Seite oder von unten (ein wenig auch von oben).

Habe mich schon gefragt, ob sich die Wurzeln nach dem Ursprung der Feuchtigkeit "strecken", aber das macht eigentlich wenig Sinn, denn der Nebel kommt von überall und mein Sprüher wird mal von oben nach unten, mal umgekehrt, mal von der Seite geführt, so dass das eigentlich auch nicht sein kann.

Was dann?? Falls meine Beschreibung nicht ausreichend sein sollte, kann ich bei Gelegenheit gerne auch mal ein Foto einstellen.

Christian N

Christian N
Moderator
Warum die Wurzeln bei den Importvandas immer nur nach unten hängen, wie auch auf den Fotos, die man aus den Kulturen in den Tropen sieht, kann ich Dir nicht beantworten.
Vielleicht hängt das damit zusammen, daß die Wurzelspitzen immer dicht über dem Boden hängen, der zur Erhöhung der LF ständig naß gehalten wird.

Daß die neuen Wurzeln, die bei uns gemacht werden, seitlich abgespreizt sind, habe ich an meinen Vandeen auch beobachtet.
Ich erkläre mir das damit, daß die Vandeen in der Natur Spreizklimmer sind, d.h. die Wurzel verankern den zum Licht kletternden Sproß im Geäst der Bäume.
Diese Form des Kletterns durch die Zweige findet sich auch bei anderen Gattungen z.B. bei einigen Oncidien.


Gruß
Christian

Igor

Igor
Orchideenfreund
Hier ist eine Erklärung der Wurzeldicke - auf english, übersetzt steht da ungefähr dass in unserem Klima dicke Wurzeln gebildet werden.
cloudorchids.com schrieb:This actually applies to any orchid with an exposed root system. Vandas are usually grown in baskets, with their root mass hanging freely in the air. Since most Vandas are raised in tropical areas like Thailand, the root systems they develop are adapted to that tropical environment. These roots are fine and wiry, and usually not all that abundant. Most vendors that offer Vandas, sell them as soon as they arrive. This is not a good practice, since many of these will not survive the transition to a non-tropical environment. The roots that are produced in a non-tropical setting are much thicker than the original ones, and usually much more numerous. We allow a minimum of 6 months for this transition to take place, so that you will have much better luck with your plant. During the transition period, many plants will die for no apparent reason, since they are unable to adapt quickly enough. If the Vanda you are choosing does not have thick roots, then pass it by. Otherwise you will most likely have serious problems trying to acclimate it.
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Warum sie nach oben wachsen ist nicht klar aber da gibt es meine ich keinen spezifischen Grund, sie wachsen generell horizontal aus dem Stamm und dann woimmr sie hin wollen.. Mit einer Vase kann man generell die Wurzeln in die Vase reinwachsen lassen, ie sie wachsen horizontal raus, treffen den Vasenrand und wachsen dann runter. Manche wachsen aus dem Vasenrand raus aber die kann man nach ner weile wieder in die Vase umbiegen

max4orchids

max4orchids
Orchideenfreund
Super interessant! Besten Dank für Eure Antworten bzw. Hinweise!

Ed

Ed
Orchideenfreund
Hallo Markus, in unserem abgelegenen Gartengrundstück habe ich eine Vanda unter Naturbedingungen hängen. Die Wurzeln, wachsen wie schon beschrieben, waagerecht aus dem Stamm und richten sich nach Hell-Dunkel aus. Der Baumstamm z.B. ist mehr dunkel, also wird er angesteuert und ist er erreicht geht die Richtung entweder nach oben oder nach unten. Das der Stamm umrundet wird habe ich noch nie gesehen.
Ob Wurzel überhaupt aus der dem Licht zugewandten Seite des Stammes austreten muss ich mir mal genauer ansehen, in den nächsten Tagen werde ich wohl im Garten sein.
In einem Gewächshaus bekommt die Orchidee ja in der Regel von allen Seiten Licht, bleibt als Wachstumsrichtung ja nur der Weg nach unten, begünstigt auch noch von der Schwerkraft.
Ob die dünnen Wurzel jetzt ein Produkt des tropischen Klimas sind darüber kann man geteilter Meinung sein. Ich meine gelesen zu haben das eher die Aufzucht in geschlossenen Gewächshäuser mit ihren optimal ausgerichteten Bedingungen der Grund ist.
Es ist natürlich klar das meine Beobachtungen an wenigen Vandas und Ähnliche nicht für alle gelten muss.

max4orchids

max4orchids
Orchideenfreund
Ed schrieb:Ob Wurzel überhaupt aus der dem Licht zugewandten Seite des Stammes austreten muss ich mir mal genauer ansehen, in den nächsten Tagen werde ich wohl im Garten sein.
In einem Gewächshaus bekommt die Orchidee ja in der Regel von allen Seiten Licht, bleibt als Wachstumsrichtung ja nur der Weg nach unten, begünstigt auch noch von der Schwerkraft.
Ob die dünnen Wurzel jetzt ein Produkt des tropischen Klimas sind darüber kann man geteilter Meinung sein. Ich meine gelesen zu haben das eher die Aufzucht in geschlossenen Gewächshäuser mit ihren optimal ausgerichteten Bedingungen der Grund ist.

Hallo Ed! Aufgrund Deines Hinweises hab ich mir die Situation bei meinen Vandeen im Gewächshaus nochmals genauer angesehen - und siehe da, es trifft zu, was Du beschreibst: Die dicken Wurzeln gehen fast ausnahmslos nach hinten oder seitlich weg, also auf die lichtabgewandte Seite (wo in der Natur vermutlich der dunkle Baumstamm wäre...). Ich hab das nur deshalb nicht gleich erkannt, weil ich die auf der lichtzugewandten Seite des Gewächshauses blühenden Vandeen, deren Blütenstände sich vorwiegend in Richtung Sonne ausrichten, während der Blüte um 180 Grad drehe, damit ich die Blüten vom Mittelgang aus sehen kann (nach der Blüte bekommen sie wieder ihre gewohnte Ausrichtung) - und dadurch ist natürlich auch die oben beschriebene Tendenz des Wurzelwachstum nicht mehr zu erkennen gewesen.

Wenn die Wurzeln sozusagen eine Lichtphobie haben, dann ergibt natürlich auch Sinn, warum sie in den Tropen vorwiegend vertikal nach unten wachsen: weil sie so der Sonne, die im Zenit steht, die geringste Angriffsfläche bieten und obendrein das eigene Wurzelgeflecht sowie den Schatten der eigenen Blätter als maximalen zusätzlichen Schutz nutzen können. Bei uns spielt das keine Rolle, weil die Sonne selbst noch in der kritischsten Jahres- und Tageszeit maximal nur halb so stark ist und außerdem ja nur schräg einfällt, so dass die Wurzel auch zur Seite weg wachsen oder nach oben gehen kann, ohne der Sonne zu stark ausgesetzt zu sein.

Bliebe die Frage, warum damit auch ein größerer Durchmesser der Wurzeln einhergeht. Das könnte dann womöglich mit der Temperatur zusammenhängen: In der Arktis kühlen kleinere Lebewesen schneller aus, wenn ich mich nicht irre, weil sie im Verhältnis zum Volumen eine größere Oberfläche haben - in der tropischen Hitze ist es dann womöglich bei den Wurzeln einfach umgekehrt: Sie besitzen mit den dünnen Wurzeln mehr Oberfläche im Verhältnis zum Volumen und können in der tropischen Hitze durch geringe Luftbewegungen besser gekühlt werden?! Dann müsste in Gewächshäusern in unseren Breitengraden, die durchgehend 30 Grad und mehr fahren, entsprechend zu beobachten sein, dass dort die Wurzeln fein bleiben wie in ihren tropischen Ursprungsländern.

Oder aber es hängt mit der konstant sehr hohen relativen Luftfeuchtigkeit (selbst bei hohen Temperaturen) zusammen: Bei Phasen trockener Luft verliert die Wurzel vermutlich weniger Feuchtigkeit, wenn sie dicker ist und in den wenigen Phasen hoher Luftfeuchtigkeit bzw. bei Beregnung mehr Wasser speichern kann (und danach - wg. geringerer Oberfläche - weniger verliert). Umgekehrt spielt das bei hoher Luftfeuchtigkeit keine Rolle mehr, da sind dann mehr Wurzeln (statt wenigere und dickere) von Vorteil, weil sie die Luftfeuchtigkeit aus der Luft filtern.

Das sind doch zumindest schon einmal Hypothesen, die man diskutieren könnte. Danke!

max4orchids

max4orchids
Orchideenfreund
Zur Illustration hier auch mal ein Foto, damit verständlicher wird, von was hier die Rede ist:

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Zur Erläuterung: Die horizontalen dicken Wurzeln gehören zur Vanda, die in der Mitte des Fotos zu sehen ist - sie sind nicht etwa weiter vorne (und wirken nur deswegen größer), sondern auf gleicher Höhe mit dem dünnen Wurzelgeflecht, das nach unten hängt.

Einzelne dicke Wurzeln gehen inzwischen auch direkt nach oben, was bei den dünnen Wurzeln so gut wie gar nicht zu beobachten ist.

Was mich an der an sich erfreulichen "Entwicklung" der Wurzeln ein wenig stört, das ist - von ästhetischen Gesichtspunkten mal abgesehen - natürlich auch der Gedanke daran, dass eine Pflanze, die Wurzeln in alle Himmelrichtungen besitzt, noch sperriger wird als sie es ohnehin schon ist...

Machu Picchu

Machu Picchu
Orchideenfreund
Markus, ab einer gewissen Länge lassen sich die dicken Wurzeln in Wasser "einweichen" und man kann sie nach unten zum Korb hin drehen. Ich stecke solchermaßen gedrehte Wurzeln dann in Lücken meiner Holzkörbe, sodass sich Wurzeln verschiedener Vandeen nicht mehr gegenseitig stören.

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.] Vanda denisoniana

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.] Vanda coerulea

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.] Aerides retusa

Werden die Pflanzen in Körben gehalten, können sie sich an das feuchte Holz anklammern und sind sich nicht mehr gegenseitig im Weg. Es hat sich übrigens gezeigt, dass Knick-/Rissstellen bei den Wurzeln dabei nicht stören und nach dem Abtrocknen auch keine Eintrittsstellen für Schädlinge sind.

Bei der letzten Pflanze (Aer. retusa) wird deutlich, was neue (von diesem Jahr) und was alte Wurzeln (aus dem letzten Jahr) sind. Hier bin ich mir noch nicht sicher, wie ich weiter verfahre, da Aerides retusa eine relativ empfindliche Art ist.

https://www.flickr.com/photos/124575844@N08/

Christian N

Christian N
Moderator
Den Trick mit dem Wurzeln verbiegen, muß ich mir merken.
Die neuen Wurzeln meine Vandeen verhaken sich auch immer, aber was noch schlimmer ist, sie passen im gespreizten Zustand nicht in den Tauchbehälter.

Daß die Wurzeln zur lichtabgewandten Seite wachsen, könnte auch daran liegen, daß sich auf dunklen, also sonnenabgewandten, Flächen die Feuchtigkeit (Tau,Regen) länger hält.
Die Rindenoberfläche mancher Tropenbäumen soll sogar Wasser verdunsten.
Die Wurzeln werden also nicht vom Licht abgeschreckt, sondern suchen Feuchtigkeit.

Daß waagerechte Wurzeln dicker sein müssen, als senkrecht hängende, hat einen physikalischen, besser statischen, Grund. Sie haben einen größeren Querschnitt und können damit das Gewicht der Wurzel tragen, wenn sie waagerecht wachsen will. Dünne Wurzeln würden sich immer nach unten verbiegen.

Ich finde das Thema sehr interessant und habe einiges dazu gelernt.

Außerdem bin ich gespannt, was Ed in seinem Garten noch alles heraus findet.


Gruß
Christian

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