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Oncidium crispum

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1Oncidium crispum Empty Oncidium crispum am 23.10.18 17:14

Christian N

Christian N
Orchideenfreund
Oncidium crispum Loddiges 1832

Sect. Crispa


Stammt aus Brasilien, wo es von Minas Gerais bis Rio Grande do Sul in den Küstengebirgen vorkommt.
In diesem großen Verbreitungsgebiet trifft man es in Höhen von 760 bis 2000 m.ü.d.M. sowohl in primären als auch sekundären Wäldern an.

Die  Art wächst epiphytisch auf den waagerechten Ästen größerer Bäume, wo sie ausreichend Licht und Luftbewegung findet, wobei sie auch größeren Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchte ausgesetzt ist.

Die Pflanzen werden nicht sehr groß aber die Infloreszenzen nehmen mit bis zu 1 m Länge bei mehreren Dutzend Blüten (ca. 7 cm im Dm.) viel Platz ein.

Vor einem Jahr habe ich mir 5 Jungpflanzen besorgt, von denen bereits 2 Blütentriebe haben.

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Bei diesem Exemplar öffnen sich gerade die Blüten.


Onc. crispum wächst bei mir auf Preßkork mit etwas Waldmoos an den Wurzeln. Aber auch schon auf Osmundawurzelstrünken habe ich gute Erfahrungen gemacht.

In der Kultur ist sie temperiert zu halten, wobei die Nachttemperaturen im Winter bis auf 8°C herunter gehen können. Hitzeperioden im Sommer übersteht sie gut, wenn die Luftfeuchte nicht zu stark absinkt.

Ich habe Onc. crispum bereits in den 80er Jahren über mehrere Jahre erfolgreich gepflegt und zur Blüte gebracht und kann diese dekorative Orchidee, wie übrigens auch ihre Verwandten aus der Sektion, wie forbesii, gardneri, zappii u.a.m., nur empfehlen.



Gruß
Christian

2Oncidium crispum Empty Oncidium crispum am 23.10.18 18:57

Lumpazivagabundus

Lumpazivagabundus
Orchideenfreund
Hallo Christian!

Das ist mal eine Pflanze, die ich mir unbedingt auch besorgen werde!

Auch mit dem von Dir beschriebenen, langen Blütentrieb würde sie

sich gut in meiner größeren Vitrine machen.Danke für die Vorstellung!

3Oncidium crispum Empty Re: Oncidium crispum am 08.01.20 18:59

Christian N

Christian N
Orchideenfreund
Inzwischen hat Oncidium crispum wieder geblüht.

Mein Bestand ist inzwischen auf 5 Pflanzen angewachsen, von denen bisher aber nur 2 blühfähig sind.


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Hier noch eine Literaturrecherche mit Kulturhinweisen:


Naturstandort:

Kühlere, höher gelegene Habitate in den Gebirgen von Espirito Santo, Rio de Janeiro, Sao Paulo, Parana und Minas Gerais.
Fowlie (1976) berichtet von Vorkommen im Orgelgebirge bei 760 - 1160 m sowohl an den seewärts , als auch an den landeinwärts gerichteten Flanken.
In den Bergregionen entlang der Grenze zwischen Sao Paulo und Minas Gerais wächst Oncidium crispum Berichten zufolge in den gleichen Gebieten wie Oncidium concolor und Sophronitis mantiqueira zwischen 1000 und 2000 m.
Im Macae de Cima Forstreservat wachsen diese Pflanzen als Epiphyten mittlerer und hoher Bäume bis 1400 m hoch.
Die Art findet sich sowohl in ursprünglichen Urwäldern, als auch in wieder aufgeforsteten Wäldern nach Abholzung oder Waldbränden.
Normalerweise wachsen die Pflanzen auf horizontalen Ästen an Stellen, wo sie viel Licht, kräftige Luftbewegung und große Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschiede antreffen.
Außerdem wird berichtet, daß diese Art gut auf rottendem Holz wächst.

Klima:

Die Temperaturen sollten, auf eine Höhe von 1400 m hochgerechnet, zwischen Extremwerten von 31°C und -3°C liegen.

Anforderungen an die Kultur:

Temperatur: Sommer tags 22-23°C nachts 13-14°C ; Winter 18°C tags und 7-8°C nachts

Einige Halter berichten, daß diese Pflanzen um besten unter temperierten bis kühlen Bedingungen wachsen.
Feuchtigkeit: 80 -85 % ganzjährig.

Vom späten Frühjahr bis Herbst regnet es mittel bis stark, dann reduziert sich der monatliche Niederschlag langsam zu einer etwas trockeneren Periode über 3-4 Monate bis zum zeitigen Frühjahr.

In Kultur sollten die Pflanzen während des aktiven Wachstums oft gewässert werden, die Wurzeln müssen aber danach schnell abtrocknen können.
Die Wassergaben sollten nach dem Ausreifen des neuen Triebes im Herbst etwas reduziert werden.

Ruheperiode:

Der Niederschlag ist im Winter zwar geringer, aber zusätzliche Feuchtigkeit ist allgemein durch Tau und Nebel verfügbar.
Obwohl die Wassergaben im Winter reduziert werden, sollten die Pflanzen nicht übermäßig austrocknen oder über längere Zeit trocken bleiben.
Gelegentliches morgentliches Nebeln zwischen weniger häufigem Wässern sollte für die nötige Trockenperiodensorgen, ohne daß die Pflanzen zu stark austrocknen.

Düngen  sollte reduziert oder ganz gelassen werden, bis der Austrieb im Frühling beginnt und stärkeres Wässern erfordert.


Anmerkung:

Die Blütezeit am Naturstandort ist das zeitige Frühjahr, während Oncidium enderianum, mit der diese Art oft verwechselt wird, im Herbst und fühen Winter blüht.


(Auszugsweise aus: Orchid Species Culture  Oncidium/Odontoglossum Alliance, Margaret L. Baker und Charles O. Baker)

4Oncidium crispum Empty Re: Oncidium crispum am 09.01.20 10:54

Muralis

Muralis
Orchideenfreund
Danke, Christian, für die umfangreiche Zusammenstellung von Kulturhinweisen!

Im Prinzip liest sich das Ganze sehr gut, die Art scheint recht flexibel zu sein, was z.B. u.a. Temperatur betrifft. Ich kann vieles von den Ansprüchen bieten. Der Haken ist nur, dass ich in der Übergangszeit, wo ich die Pflanze noch nicht ins Freie geben kann, im Wintergarten tagsüber hohe Temperaturen und trockene Luft bekomme, ein Problem dass sich mit dem Klimawandel in den letzten Jahren leider - von Jahr zu Jahr - verstärkt. Man wird da 10x am Tag tauchen müssen bei aufgebundener Kultur in dieser Phase.

Ich werde die Pflanze jetzt trotzdem auf einen Robinienast mit rauer Rinde aufbinden. Denn die Topfkultur scheidet aus - das sperrige Importstück ist ca. 25 cm lang, das bringt man in einem Topf nicht vernünftig unter. Presskork turnt mich einfach ab, noch dazu in dieser Größe. Rebholz liegt in größeren Weinbaugebieten nach Rodung einzelner Weingärten oft bergeweise herum, ich komm da im Moment aber grade nicht hin. Danke Walter, für dein Angebot, aber bis es bei mir eintrifft, sind die jungen Wurzeln so groß, dass sie beim Aufbinden geschädigt werden. Die wachsenden Wurzelspitzen drängen zu raschem Handeln.

Dann werden wir sehen, ob es funktioniert. Bei dem jetzigen Zustand der Pflanze kann man nicht viel verlieren.

VG Wolfgang

5Oncidium crispum Empty Re: Oncidium crispum am 09.01.20 11:54

walter b.

walter b.
Orchideenfreund
Nur noch zur Ergänzung: Nach neuerer Nomenklatur heißt die Pflanze jetzt Gomesa imperatoris-maximiliani.


Die Blütezeit am Naturstandort ist das zeitige Frühjahr, während Oncidium enderianum, mit der diese Art oft verwechselt wird, im Herbst und fühen Winter blüht.
Christian N schrieb:

Zur Blütezeit kann ich folgendes beitragen: Bei meinem Besuch in Brasilien waren die Pflanzen dieser Art zweite Hälfte Jänner bei der Pedra Azul im Abblühen, ich würde die Blütezeit auf den Sommer korrigieren.
Das bestätigt meine Pflanze, die im Winter wächst, im Frühjahr den Trieb fertig macht, etwas ruht und dann die Infloreszenz schiebt. Das ist auch kein Wiederspruch, sind im "Winter" zwar die Nächte kühl, aber untertags wird es meist doch wieder angenehm lau. Wenn es weniger regnet, gibt es doch durch die starke nächtliche Abkühlung ausreichend Tau, der die Pflanzen mit Feuchtigkeit versorgt. Selbst im Sommer ist die Pedra Azul morgens komplett in Nebel gehüllt.
Letztes Jahr im Juli stand meine Gomesa imperatoris-maximiliani in Vollblüte und hat mit ihrer prachtvollen Rispe beim Ländervergleich in Unterwössen eine Silbermedaille gewonnen.
Die anderen Arten dieser Gruppe (die ich pflege) blühen im Spätherbst und Winter und wachsen im Sommer.

6Oncidium crispum Empty Re: Oncidium crispum am 09.01.20 12:09

Muralis

Muralis
Orchideenfreund
Danke, Walter, für diese interessante und wichtige Ergänzung! Für meine Importpflanze bedeutet das, dass die natürlich jetzt im völligen Durcheinander ist. Der letzte schwächliche Neutrieb ist ja offensichtlich bereits fertig und die Wurzelbildung nun bedeutet offenbar, dass sie jetzt einen Neutrieb machen will. Damit wird die Situation nicht einfacher...

7Oncidium crispum Empty Re: Oncidium crispum am 09.01.20 13:22

walter b.

walter b.
Orchideenfreund
Meine Pflanze hat gerade die Blätter aus dem Trieb heraußen und beginnt wohl jetzt mit der Bildung der fetten Bulbe.

8Oncidium crispum Empty Re: Oncidium crispum am 14.02.20 10:06

Muralis

Muralis
Orchideenfreund
Angestachelt durch die Entdeckungen an meinen Odontoglossen habe ich jetzt auch die Oncidium crispum = Gomesa imperatoris-maximiliani einer näheren Begutachtung unterzogen.

Die Pflanze sah bei Ankunft so wie die anderen Pflanzen des letzten Brasilien-Imports von O&M einigermaßen furchterregend aus, zeigt aber im Gegensatz zu den anderen deutlich stärkeren Lebenswillen! (Allerdings hat O&M wirklich sehr tolle Lemboglossum cordatum mit BT, das muss man an dieser Stelle auch sagen!)
Das Wurzelwachstum (auch auf der anderen Seite) sieht doch mal richtig gut aus!

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Und in den Tiefen verdorrter Hüllblätter findet sich doch tatsächlich schon der erhoffte Neutrieb. Da kann es nur aufwärts gehen Very Happy

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Ich habe diese Pflanze mit dünnem Blumendraht auf einen Robinienast aufgebunden und hoffe, dass die Wurzeln das Ganze schon bald selbst halten. Der Ast wird regelmäßig in einem Kübel mit schwacher Düngerlösung getaucht, die Wurzeln können also rasch abtrocknen. Die Challenge wird wohl die trockenere, warme Saison werden. Vielleicht sollte ich da dann die Wurzeln doch mit etwas Sphagnum unterstützen?

VG Wolfgang

9Oncidium crispum Empty Re: Oncidium crispum am 14.02.20 11:09

walter b.

walter b.
Orchideenfreund
Hallo Wolfgang,

das sieht ja gut aus, die dürfte über den Berg sein!!
Ich habe meine auf einem Rebholz mit einer Schicht lebenden Mooses darauf als Unterlage aufgebunden. Sie scheint es zu mögen, gewann letzten Juli mit ihrer riesigen Rispe beim Ländervergleich eine Silbermedaille und macht im Kalthaus gerade ihren Neutrieb fertig. Die Pflanzen anderer Arten aus dieser Gruppe haben im Gegensatz im Spätherbst bzw. Winter geblüht und beginnen gerade mit den Neutrieben.

Viele Grüße
Walter

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