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Laelien, Ruhezeiten oder nicht

Nach unten  Nachricht [Seite 1 von 1]

1 Laelien, Ruhezeiten oder nicht am 15.09.13 11:35

lillihihn

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Orchideenfreund
Servus Franz cheers 
Ich glaube du bist die Ansprechperson für Laelien, oder !?
Ich habe mir eine Reihe von Laelien zugelegt, (aus Auflösung) und habe leider nicht bedacht, ob Laelien od. gewisse L. eine Ruhezeit benötigen.
Ich habe L. briegerii, L. fournieri, L. ghillanyi u. L. harpophylla.

Kannst du, od. andere Forenmitglieder, helfen ?

Danke und liebe Grüße
lilli sunny 

max4orchids

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Orchideenfreund
Hallo Lilli,

in der Literatur wird bei Felsenlaelien meist eine Ruhezeit empfohlen - die lautet in aller Regel: im Winter deutlich weniger oder gar nicht gießen, möglichst hell stellen.

Aufgrund der sukkulenten Wuchsform der meisten Steinlaelien darf man auch annehmen, dass sie in situ Trocken- bzw. Ruhezeiten durchmachen - und die Gegebenheiten in den Minas Gerais und anderen Standorten in Brasilien sprechen auch dafür, sieht man einmal von abendlicher oder nächtlicher Nebelbildung u.ä. Naturphänomenen ab, die auch die Trockenzeit relativieren. Daraus ergibt sich, dass Steinlaelien nicht notwendig auf Trockenzeiten angewiesen sind, um gedeihen und blühen zu können. Es gibt auch Pfleger, die im Winter bei maximal viel Licht (auch Kunstlicht) durchkultivieren und damit gute Erfahrungen haben.

Ich habe bislang bei meinen Steinlaelien die Ruhezeit einzuhalten versucht, da ich nicht ganz so viel Licht bieten konnte, aber im letzten Winter erstmals auch etwas Kunstlicht geboten, da ich feststellen musste, dass manche Pflanzen auch unter diesen Bedingungen Neutriebe bilden, selbst wenn ich kaum oder gar nicht gieße (wohl aber sprühe) - und wenn sie schon wachsen, dann lieber suboptimal als ganz schlecht aufgrund von Wassermangel.

Ich möchte es diesen Winter daher auch einmal mit dem Durchkultivieren probieren - natürlich vorsichtig, mit möglichst wenig Wassereinsatz und verstärktem Kunstlicht. Ich sprühe außerdem regelmäßig nachts - das mögen sie besonders gern, selbst wenn vereinzelt bei noch nicht etablierten Pflanzen auch mal ein Trieb drauf geht, das stecken kräftige Exemplare im Frühjahr locker weg, vorausgesetzt sie können im Sommer wieder draußen in der Morgen- und Abendsonne stehen (bei leichter Beschattung durch Gräser o.ä. bei vielen Arten auch ganztägig).

Klar, die Wintertriebe sind bei mir leider bislang länglich und deutlich schwächlicher ausgefallen als die Sommertriebe, logischerweise wegen des Lichtmangels. Trotzdem sage ich mir, dass die Pflanze dadurch gestärkt ins Frühjahr geht, sofern sie einen zusätzlichen Trieb mit neuen Wurzeln hat, denn schließlich werden die Pflanzen resistenter und kräftiger je größer die Polster sind, die sie bilden. Wenn ich also Wintertriebe fördere, dann beschleunige ich diesen Effekt vermutlich um 50%, wenn auch nicht um 100% (wg. der schwächlichen NT-Bildung).

Soweit jedenfalls meine Kentnnisse und eigenen Erfahrungen.

Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
max4orchids schrieb: Ich sprühe außerdem regelmäßig nachts - das mögen sie besonders gern, selbst wenn vereinzelt bei noch nicht etablierten Pflanzen auch mal ein Trieb drauf geht, das stecken kräftige Exemplare im Frühjahr locker weg, vorausgesetzt sie können im Sommer wieder draußen in der Morgen- und Abendsonne stehen (bei leichter Beschattung durch Gräser o.ä. bei vielen Arten auch ganztägig).

Hallo Lilli,

Max hat ja schon einiges geschrieben. Unterstreichen möchte ich noch einmal, daher das obige Zitat, dass Steinlaelien immer nachts von de Taubildung profitieren. Das ist in der Wachstums und Ruheperiode so. An ihrem Naturstandort gibt es gleichartige Bedingungen.

Da ich bisher nur eine Steinlaelie pflege, möchte ich hier eigentlich nicht zu viel schreiben. Unsere Experten für diesen Bereich sind Gitti und Leni.

Ich habe mich jetzt erst wieder an Steinlaelien getraut, da in meiner Anfangszeit (vor 35 Jahren) einige teils dehydrierte Teilstücke bei den Treffs der D.O.G. in Köln angeboten wurden (Naturentnahmen größtenteils). Diese wurden von mir auf Lavasteine gesetzt, auf grobe Borke gesetzt und  auf Basaltsplitt. Alle haben damals das Zeitliche gesegnet. Daher hatte ich mir geschworen, nie wieder. Ich bin erstaunt, das meine Neuerwerbung durch Geschenk sich so gut entwickelt. Ich vermute, es wird nicht die letzte sein.


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Gruß Franz
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Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt es nicht. (Konrad Adenauer)

Vertrauen zu gewinnen dauert Jahre, es zu verlieren Sekunden.
http://www.bordercollie.ranch.de

lillihihn

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Orchideenfreund
Servus Markus cheers 
Vielen lieben Dank für die sehr, sehr ausführliche Information, du hast mir sehr geholfen. ja1 
Ich habe sie dzt. auf Moos aufgebunden, weil einige dieser L. beim Kauf (vor etwa 2 Monaten) kaum noch Wurzeln hatten und sich jetzt schon schöne Wurzel zeigen.
Wenn die Wurzeln schon kräftig sind, werde ich sie in Lava umtopfen.
Da ich ja sehr viele aufgebundene Orch. habe, muss ich mich erst an die kleinen Getopften gewöhnen, ich glaube aber es wird schon.

Wenn ich noch Fragen habe, darf ich mich dann an dich wenden ?
Nochmals vielen Dank
und mit lieben Grüßen aus Kärnten
lilli sunny 

PS: Kann ich die L. jetzt auch am Abend sprühen obwohl ich sie noch auf der
Terrasse (Nacht zw. 8 - 11 °) habe ?

lillihihn

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Orchideenfreund
Danke dir Franz dass du meinen Betrag verschoben hast und ich werde
euch (hoffentlich) dann eine blühende L. präsentieren.
Dir auch viel Erfolg bei deiner L.Laughing 

Liebe Grüße
lilli sunny 

max4orchids

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Orchideenfreund
lillihihn schrieb:Ich habe sie dzt. auf Moos aufgebunden, weil einige dieser L. beim Kauf (vor etwa 2 Monaten) kaum noch Wurzeln hatten und sich jetzt schon schöne Wurzel zeigen. Wenn die Wurzeln schon kräftig sind, werde ich sie in Lava umtopfen. ... Wenn ich noch Fragen habe, darf ich mich dann an dich wenden ?
... Kann ich die L. jetzt auch am Abend sprühen obwohl ich sie noch auf der Terrasse (Nacht zw. 8 - 11 °) habe ?
Hallo Lilli,

klar, kannst Dich gerne an mich wenden. Die Steinlaelien sind meine Leidenschaft.

Das mit dem Moos war klug: zu etablierende Steinlaelien unbedingt im Moos ankultivieren und erst im nächsten Frühjahr in kleine Tontöpfe mit mineralischem Substrat setzen. Bewährt hat sich eine Mischung aus Lavalit und Flusskies (sowie etwas Aqualit), aber das ist eine Frage der Philosophie - es tun sicher alle mineralischen Mischungen recht gut, jedenfalls aus meiner Erfahrung sehr viel besser als Rinde, denn letztere kann ich nicht unbeschadet dauerfeucht halten. Und noch ein Tipp: Die kleinen Töpfe (mit mineralischem Substrat - NICHT die Moostöpfe!) zusammen in einen größeren Untersetzer stellen, in den sie alle reinpassen, und in diesem ca. 1 - 2 cm Wasser so lange stehen lassen bis es verdunstet oder aufgebraucht ist. Dann wieder bis auf 1 - 2 cm auffüllen und erneut austrocknen lassen - das lieben die Wurzeln!

Ich würde in der Tat abends bzw. nachts sprühen, wenn es nicht ohnehin auf der Terasse pieselt oder Nebel hat (dann wäre es überflüssig). Bedenke aber, dass Du Moos darunter hast und nicht Lava, also darauf achten, Übernässung des Substrats zu vermeiden (es sollte nur "bügelfeucht" sein). Meine Baby-Milleris in Mini-Töpfchen sind zum Beispiel dauerfeucht, da sie wie die anderen im Wasser stehen, d.h. bei jedem Kontrollgang abends sehe ich, dass das Substrat selbst an der Oberfläche vor Feuchtigkeit glänzt - und sie wachsen im Moment super. Doch vorsicht auch hier vor blinder Nachahmung: Etablierte Pflanzen verhalten sich anders als solche, die im Anpassungsprozess sind. Außerdem habe ich festgestellt, dass das Wachstum erst bei Temperaturen über 10° C richtig losgeht bzw. dass sich das Wachstum darunter anscheinend verlangsamt oder zur Gänze eingestellt wird, obschon es Steinlaelien gibt, die soger kurzzeitig Frost verkraften sollen (was ich aber nicht provozieren würde). Beim ersten Anzeichen, dass die Temperatur unter 5° C gehen könnte, kommen meine in den Wintergarten; allerdings auch wieder raus, wenn die Vorzeichen für mehrere Tage wieder günstiger stehen. Denn insbesondere die kühl-feuchten Herbstnächte befördern das Wachstum der Steinlaelien besonders auffällig, wenn sie den Sommer über gut Kraft tanken konnten.

Und gut, dass sie schon Wurzeln bilden, dann werden sie es garantiert schaffen. Der Vorteil vom Moos ist ja, dass man sehr schonend umtopfen kann - und auch die mineralischen Substrate erlauben ein äußerst schonendes Umtopfen, so dass kaum Wurzeln verletzt werden. Trotzdem reagieren Steinlaelien empfindlich - denn inzwischen haben sich die Wurzeln ans Moos angepasst und können nicht mehr einfach umstellen, so dass die Pflanze im Grunde komplett neu wurzeln muss, was ein bis zwei Jahre dauern wird. Und erst dann ist in aller Regel wieder mit Blüten zu rechnen.

lillihihn

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Orchideenfreund
Servus Markus
Danke dass du mir alles so gut und verständlich erklärst. Boah, da habe ich ja noch allerlei vor mir. Ich werde wahrscheinlich einige Male müssen deine Infos durchlesen bis ich es intus habe. Steinlaelien -- sehr interessant.
Nochmals vielen Dank !
Liebe Grüße
lilli sunny 

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