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Fachliteratur

Nach unten  Nachricht [Seite 1 von 1]

1 Fachliteratur am 10.12.18 10:31

Herr Schadt

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Orchideenfreund
Fragen und Anstöße zur Diskussion bezüglich der derzeitig verfügbaren Standartwerke im Bereich der Orchideenkultur.

2 Re: Fachliteratur am 10.12.18 10:38

Herr Schadt

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Orchideenfreund
Guten Morgen,
Ich habe in letzter Zeit irgendwie den Anspruch mal wieder etwas tiefer in die Materie zu blicken und hätte gern etwas greifbar schriftliches zum Thema Orchideenkultur.
Die "orchideen für dummies" Sektion und die Tipps wie die Pflanzen daran gehindert werden zu sterben lasse ich jetzt mal außen vor.
Ich suche nah Antworten auf die Frage wie sich mein Dünger zusammen setzen sollte, wie aussagekräftig der ec Wert ist und was zu beachten ist, Wissen zu pH Wert und den Bereichen die für welche Pflanzen wie optimal sind, Substrate, Lichtmessung und Idealwerte etc.
Mir wurde Orchideenkultur von Gertrud Fast empfohlen.
Kann da jemand was zu sagen?

Von Topic'it App gesendet

3 Re: Fachliteratur am 10.12.18 10:39

Leni

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Orchideenfreund
Herr Schadt schrieb:Fragen und Anstöße zur Diskussion bezüglich der derzeitig verfügbaren Standartwerke im Bereich der Orchideenkultur.
Hallo Herr Schadt
Ich nutze schon lange keine "Standardwerke" mehr. Ich halte sie bedingt geeignet für Einsteiger.
Ich nutze für mich einzigst das Netz und andere Orchideenkultivateure.
Das was ich kultiviere ist häufig in keiner Literatur zu finden.


LG




Leni

4 Re: Fachliteratur am 10.12.18 10:42

Herr Schadt

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Orchideenfreund
Mich hat die Literatur bis jetzt auch ziemlich im Stich gelassen, aber woran lernen denn diejenigen, die Ausbildungen in den bereichen machen?
Das kann doch nicht alles learning by doing sein!?

Von Topic'it App gesendet

5 Re: Fachliteratur am 10.12.18 10:58

Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
Orchideenkultur von Gertrud Fast ist schon sehr ausführlich, behandelt sehr viele Kulturerfordernisse. Wenn es dann speziell um Arten geht, müßte speziellere Literatur in Frage kommen.


_________________
Gruß Franz
.....................................................................................................................
Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt es nicht. (Konrad Adenauer)

Vertrauen zu gewinnen dauert Jahre, es zu verlieren Sekunden.
http://www.bordercollie.ranch.de

6 Re: Fachliteratur am 15.12.18 9:47

Christian N

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Orchideenfreund
Leider gibt es kaum deutschsprachige Literatur, die sich speziell mit der Kultur von Orchideen beschäftigt, jedenfalls nicht in letzter Zeit.

Die Zahl der oberflächlichen, mit bunten Bildern bestückten Bücher für Anfänger ist jedoch Legion und etliche Atlanten, Enzyklopädien und Lexika, die für Orchideen geschrieben wurden, bringen nur Stichproben aus dem Wissen über zigtausend Arten und weit über 100.000 Hybriden.

Neben dem Buch von Gertrud Fast ist noch der Schlechter 2.Auflage zu erwähnen, der auch umfangreiches Material über die Kultur enthält.

Und dann fällt mir noch ein Buch von Gerhard Bomba ein, der immer nur in Verbindung mit der substratlosen Kultur auf Styropor in Verbindung gebracht wird.
In seinem Buch “Orchideenkultur im Haus“ vermittelt er jedoch Grundlagenwissen zur Kultur und seine Ausführungen zu Orchideenwurzeln halte ich für unübertroffen.

Zum Glück haben wir ja das Internet und botanische Englischkenntnisse sind heutzutage unabdingbar, wenn man sich mit Orchideen ernsthaft beschäftigen will.


Gruß
Christian

7 Re: Fachliteratur am 15.12.18 12:28

Basti87

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Orchideenfreund
Herr Schadt schrieb:Mich hat die Literatur bis jetzt auch ziemlich im Stich gelassen, aber woran lernen denn diejenigen, die Ausbildungen in den bereichen machen?
Das kann doch nicht alles learning by doing sein!?

Von Topic'it App gesendet

Hallo Herr Schadt,

eine Ausbildung zum "Orchideen-Gärtner" gibt es in Deutschland nicht - Orchideen sind aus gärtnerischer Sicht eine Spezialkultur innerhalb der Fachsparte Zierpflanzenbau. Für die Berufsausbildung im Zierpflanzenbau resp. im Produktionsgartenbau existieren mehrere Lehrbücher, worin die allgemeinen Grundlagen, also Botanik, Wachstumsfaktoren, Pflanzenschutz etc., vermittelt werden. Zu nennen wären hier die zwei Klassiker H.Seipel "Fachkunde für Gärtner" und M.Degen & K.Schrader "Grundwissen für Gärtner". Als Spezialkultur werden Orchideen jedoch vornehemlich von wenigen, stark spezialisierten Betrieben mit jahrzehntelanger Erfahrung produziert, also doch viel "learning by doing". Eine Ausnahme bilden hierbei die Phalaenopsis-Fabriken, die seit der Jahrtausendwende, vor allem in den Niederlanden, aus dem Boden gestampft wurden. Diese arbeiten weitestgehend automatisiert mit festen Kulturprogrammen für definierte Absatztermine.

Die verfügbare (deutschsprachige) Fachliteratur für die Produktion von Orchideen ist leider, wie bereits in vorherigen Posts angesprochen, an vielen Stellen hoffnungslos veraltet. So sind beispielsweise die in G.Fast beschriebenen Community Pots abseits von Paphiopedilum in der modernen Produktion kaum mehr zu finden und die Betriebe pikieren aus den Bechern in Quickpot/Multitopfplatten. Auch das Thema Pflanzenschutz ist längst überholt - die Parathion-Keule ist heute (glücklicherweise!) nicht mehr zulässig. Viele andere Inhalte haben wiederum nach wie vor Gültigkeit, jedoch ist die Bewertung ohne zusäztlichen Background schwierig. Ähnliches gilt im Übrigen für die Wälzer von Schlechter. In einigen aktuellen "Kochbüchern" (Kulturanleitungen) für die Zierpflanzenproduktion werden manchmal Orchideen behandelt. So sind in Röber & Wohanka Programme für Phalaenopsis und Paphiopedilum zu finden. Darüber hinaus gibt es unzählige wissenschaftliche Veröffentlichungen mit Bezug zur Orchideen-Produktion. Diese, zumeist englischsprachigen, Artikel sind jedoch für "nicht-Wissenschaftler" schwer zu interpretieren und ohne Zugang zu einer Uni-Bibliothek kaum verfügbar (ggf. über Google Scholar).

Wohlgemerkt beziehen sich meine Ausführungen lediglich auf Literatur für die erwerbsgartenbauliche Produktion. Die darin enthaltenen Informationen sind jedoch nur bedingt auf die Hobbykultur übertragbar, da sich die Rahmenbedingungen grundsätzlich unterscheiden. Der Produktionsbetrieb möchte in seinen Gewächshäusern in möglichst kurzer Zeit, bei geringstem Ressourceneinsatz verkaufsfähige Pflanzen produzieren - dem Liebhaber liegt wohl mehr am langen (Über-)Leben seiner Orchideen auf der Fensterbank. So würden beispielsweise die, in der Phalaenopsis-Produktion üblichen und in der betreffenden Literatur publizierten Leitwerte für die Nährlösung (EC=1,2 bzw. 1200 µS/cm in Fertigation, also bei jedem Gießen) über kurz oder lang zum Ableben einer Phalaenopsis auf der Fensterbank führen.

Unterm Strich bin ich da ganz bei den Meinungen meiner Vorredner - für die reine Liebhaberkultur ist der Erfahrungsaustausch in Foren wie diesem oder bei Treffen von Orchideen-Gesellschaften wohl die beste Quelle von Informationen. Spezifische Fachliteratur kann diese Erfahrungen ergänzen, muss aber im richtigen Kontext verstanden werden. Allgemeine Grundlagenwerke mit Bezug zum Produktionsgartenbau, wie die oben erwähnten Seipel und Degen&Schrader, kann ich allerdings jedem ambitionierten (Pflanzen-)Liebhaber uneingeschränkt empfehlen.

Liebe Grüße und ein angenehmes Wochenende,
Basti

8 Re: Fachliteratur am 26.12.18 11:51

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
Herr Schadt schrieb:
Ich suche nah Antworten auf die Frage wie sich mein Dünger zusammen setzen sollte, wie aussagekräftig der ec Wert ist und was zu beachten ist, Wissen zu pH Wert und den Bereichen die für welche Pflanzen wie optimal sind, Substrate,  Lichtmessung und Idealwerte etc.

Einige Antworten auf deine Fragen findest du am ehesten in den schon genannten Büchern von Fast und Bomba.

Darüber hinaus müssen wir grundsätzlich zwischen nachgezogenen Orchideen und Importen vom Naturstandort bzw. aus den Herkunftsländern unterscheiden.

Für Orchideen aus der inVitro Kultur ist der üblicherweise verwendete Mineraldünger (Salz) leichter zu verwerten als für Importpflanzen, die noch niemal in ihrem Leben solche Dünger verarbeiteten mussten.

Wie soll man die letztgenannten Orchideen ernähren? Darüber gibt es kaum Informationen bzw. man muss sich mit der Humustherorie und dem biologischen Anbau von Gemüse etc. auseinandersetzen und dann auf die Orchideenkultur übertragen. Letztendlich muss man sich dann oft diesen organischen Dünger selber herstellen... in unserer schnelllebigen Zeit kaum noch vorstellbar, aber machbar.

Viel einfacher ist es doch den Dünger X in der Dosierung Y zusammen zu mischen. Die Suche nach einem geeigneten Ausgangswasser ist vielen Orchideenfreunden schon viel zu mühsam.

Bei den schon zitierten 1200 µS wird oft auch vergessen, dass diese Orchideen (Phal.-Hybriden) dann auch permanent Temperaturen von 27 °C und Zusatzlicht kultivierten werden - also ein optimales Zusammenspiel von Wärme, Licht, Feuchtigkeit und Dünger. Von diesen optimalen Rahmenbedingung sind wir Orchideenlkultivateure sehr weit entfernt!!!

Zudem hat jede einzelne Orchideenart ihren eigenen Anspruch an das Substrat, an bestimmte Temperaturbereiche und Lichtmengen.

Und wir glauben immer wieder, dass wir nahezu alle Orchideen nach dem gleichen Pflegeschema kultivieren können.

Ich kenne Orchideenfreunde, die ihre Orchideen wachstumsbegleitend düngen... d.h. m Laufe des Jahres werden unterschiedliche Dünger verwendet.

Wer soll alle diese Dinge mal "in seinem Gewächshaus?" getestet und dann aufgeschrieben haben? In einem anderen Gewächshaus oder auf der Fensterbank kann es dann wieder ganz anders aussehen.

Meines Wissens gibt es darüber keine Literatur - für 70000 Orchideenarten auch nicht machbar.

Letztendlich bleibt jedem Orchideenkultivatuer auch nur die "try and error" Methode - theoretische Ideen helfen da nur wenig weiter!!! Shocked nachdenken

9 Re: Fachliteratur am 26.12.18 13:04

Leni

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Orchideenfreund
UweM. schrieb:Letztendlich bleibt jedem Orchideenkultivatuer auch nur die "try and error" Methode - theoretische Ideen helfen da nur wenig weiter!!! Shocked   nachdenken
Hallo Uwe
Im Endeffekt ist das die Kernaussage.
Man kann sich daran orientieren, was erfolgreiche Kultivateure verwenden.
Erfahrungswerte austauschen und selbst mal probieren.
Bei vielen Gattungen liegen ja Erfahrungswerte und Richtwerte vor.
Also ne Standardversorgung mit Nährstoffen sollte das geringste Problem sein. Wenn man allerdings in den Idealbereich möchte, dann wird es schwer und ist deine gennannte Try and Error Vorgehensweise die einzigst verbleibende.



LG



Leni

10 Re: Fachliteratur am 27.12.18 16:47

Christian N

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Orchideenfreund
Für ein gutes Pfanzenwachstum gilt die alte Regel, dass alle lebensnotwendigen Wachstumsfaktoren in ausreichender Menge zur Verfügung stehen müssen.

Bei den epiphytischen Orchideen als Pflanzen der Extreme wird bei einigen Faktoren schneller das Limit erreicht, als bei anderen (Zimmer-) Pflanzen.


Derartig begrenzende Faktoren sind bei uns in der Regel das Lichtangebot, besonders im Winter.

Oft sind es auch die Umgebungstemperaturen, insbesondere die Tag-Nacht-Differenzen, die wir den Orchideen bieten können oder müssen, weil wir sie nur mit großem Aufwand ändern können oder in den Wohnräumen oft nicht ändern wollen.

Bei der Zufuhr von Feuchtigkeit bereiten oft die Anforderungen der Orchideen an die Luftfeuchte und die Sauberkeit (Salz- und Keimfreiheit) des Gießwassers Probleme, die sich nur mit technischem Aufwand lösen lassen.

Die ausreichende Nährstoffversorgung dagegen ist heutzutage problemlos, wird aber seltsamerweise oft überbewertet.

Bei mangelndem Wachstum, Auftreten von Krankheiten und Ausbleiben der Blüte wird dann als erstes an der Stellschraube Dünger gedreht.

Und was da alles an Wunderelexieren für die Pflanzengesundheit herumgeistert, ist schon beeindruckend.

Ich kannte eine Orchideenfreundin, die hauptberuflich Biologin war und privat sehr erfolgreich viele Jahre Orchideenaussaaten gemacht.
Von der ersten Nährlösung an bis zur Blüte haben die Pflanzen nichts anderes als einen mineralischen Volldünger (damals aus Wolfen) in der richtigen Dosierung erhalten und sie brauchten keinen Vergleich mit aufwändiger ernährten Orchideen scheuen.


Fazit:

Für eine erfolgreiche Orchideenkultur ist es wichtig, die begrenzenden Wachstumsfaktoren zu kennen.
Leider können die von Art zu Art sehr unterschiedlich sein, müssen es aber nicht!
Deshalb ist es wichtig, den Namen jeder Orchidee zu kennen und sich über die Bedingungen am Naturstandort zu informieren.

Die Schilderungen von erfogreichen Kulturen einzelner Orchideenarten oder -hybriden können kein Erfolgsrezept sein. Sonst müssten bis in alle Einzelheiten u. a. Pflanzgefäße, Substrate, Giessgewohnheiten, sämtliche Angaben zum Mikroklima und das alles im Wechsel der Jahreszeiten akribisch beschrieben werden.

Kulturhinweisee zu Gattungen, wie besonders gern von den Orchideengärtnern gegeben werden, sind für Bulbophyllum, Dendrobium, Oncidium, Paphiopedilum, Epidendrum, Pleurothallis und andere Großgattungen völliger Blödsinn und selbst bei Gattungen wie Cattleya (im engeren Sinn) und Phalaenopsis helfen sie nicht wirklich.


Jedes Handwerk will gelernt sein. Je einfacher es aussieht, wenn wahre Könner es ausüben und man vom Ergenis beeindruckt ist, desto mehr hat es mit Talent, Wissen, Einfühlungsvermögen und langer Erfahrung (auch mit Misserfolgen) zu tun.

Und genau das ist der sog. "grüne Daumen" bei den Gärtnern.


Gruß
Christian

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