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Niedrigste Temperatur für Cymbidium mit BT?

+3
plantsman
NorbertK
Elee
7 posters

Nach unten  Nachricht [Seite 1 von 1]

Elee

Elee
Orchideenfreund
Hallo Cymbifans,

von 5 Cymbidien haben 3 fleißig viele Blütentriebe geschoben.   Very Happy
Ich habe sie noch im Glashaus stehen, wo es letzte Nacht auf 4 Grad runterging.
Ohne BT würde ich sie noch dort lassen, aber mit ist es vielleicht besser, sie ins sichere Haus zu holen?
Würde sie erstmal bei 12 Grad unterstellen.
So früh blühten sie sonst nicht bei mir.

Noch eine Frage zu  C. Vogels magic waikanae, ich finde  die ist irgendwie anders.
Habe den Eindruck sie ist wärmebedürftiger und empfindlicher,
bildet auch langsamer neue Knollen aus.
Die Lady bequemt sich bis jetzt noch nicht und bastelt gemütlich ab ihren 2 neuen Knollen herum...
Mal gelesen dass je großblütiger die Cymbidium treibt, desto mehr Wärme braucht sie.

Noch einen gemütlichen Abend
Elee

NorbertK

NorbertK
Orchideenfreund
So lange sie kein Frost bekommt sollte es egal sein. Ich denke das die Blüten dann auch länger durchhalten.

Elee

Elee
Orchideenfreund
Joaaaa, einige Pflanzen verkraften bis -2 Grad, aber nicht die Blütentriebe.
Ich habe sie vorgestern ins Haus geholt, das ging mir an die Nervens Embarassed Very Happy
Der Vogel scheint sowieso mehr Wärme zu brauchen, und die einzige die ebenfalls keine Bt treibt, hat auch diesen schwachen Gelbschimmer.

Tja, wenn sie blühen, werd ich wohl immer ins Schlafzimmer gehen um den Anblick zu genießen Rolling Eyes

Einige Arten sind auf Wärme gezüchtet.
Leider habe ich noch keine Tabelle gefunden wer nun was liebt...
Allerdings sollen auch die wärmetoleranten bei niedrigen Temperaturen blühstärker sein.


NorbertK

NorbertK
Orchideenfreund
Elee schrieb:
Einige Arten sind auf Wärme gezüchtet.
Leider habe ich noch keine Tabelle gefunden wer nun was liebt...
Allerdings sollen auch die wärmetoleranten bei niedrigen Temperaturen blühstärker sein.

Im allgemeinen gehört Cymbidium zu den Kalthausorchideen. Gut möglich das sie durch Züchtung auch temperierter gehalten werden können und trotzdem noch blühen, denn darum geht es ja eigentlich.

Elee

Elee
Orchideenfreund
Falls es dich interessiert Smile

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plantsman

plantsman
Orchideenfreund
Moin,

wir im botanischen Magdeburg kultivieren die Cymbidien-Hybriden, alle namenlos, ab Blütenansatz in einem Kalthaus mit eingestellter Nachttemperatur von 6° und tagsüber 14° C, wenn die Sonne scheint, naturgemäß wärmer. "Veratmete" (zu warm) oder verkühlte Blütenstände hatten wir mit dieser Temperaturführung noch nicht, alle blühen auf.

Zur Cymbidium "Vogels Magic Waikanae" kann ich nicht viel sagen, nur dass sie offensichtlich als Cymbidium Waikanae Magic registriert ist.

https://www.plantsmans-pflanzenseite.de/

Biene

Biene
Orchideenfreund
Hallo Elee

Ich hab mal ein Cymbidium im Schnee stehen gehabt.
Die hatte Schildläuse und war deshalb separiert und vergessen worden verlegen
Die hat den ersten Schneeeinbruch ohne Schäden, allerdings danach auch ohne Schildläuse verkraftet.
BT hatte sie allerdings nicht.

Meine halten sich jetzt alle bei Temperaturen um 13 Grad nachts und 18 Grad am Tag im GWH auf. Zwei haben schon ausgeblüht, eine noch keine BT gezeigt und eine blüht gerade. Der Rest hat BT in verschiedenen Entwicklungsstufen.
Wenn sie blühen, ziehen sie in meinen Wohnwintergarten um. Dort wachsen sie bei Zimmertemperatur weiter und blühen.
Wenn sie abgeblüht sind, geht es zurück ins GWH.

url=https://servimg.com/view/19199169/1283][Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.][/url]

url=https://servimg.com/view/19199169/1284][Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.][/url]

url=https://servimg.com/view/19199169/1285][Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.][/url]

Erfahrungen mit der Vogels hab ich jedoch nicht.

Elee

Elee
Orchideenfreund
Guten Morgen,

6 Grad sind also ein guter Anhaltspunkt, alles ohne Schaden zu erhalten, danke!

Biene, das sind ja tolle Bilder, jetzt bin ich ganz kribbelig und kann es fast nicht erwarten dass sie wieder blühen Embarassed Laughing
Zwei habe ich ohne Namen mitgenommen, das wird also eine Überraschung. nachdenken

Schnee ist eine interessante Sache.
Hatte mal Phalaenopsis mit Schildläusen neben den Komposthaufen gesetzt ( damals bin ich echt dran verzweifelt, heute nehme ich im Falle von den Kampf natürlich auf Wink )
In der Nacht fiel dick Schnee, und sie waren wochenlang unter einer weißen Decke verschwunden......
...und standen eines Tages, als der Schnee geschmolzen war, knackfrisch grün vor mir Shocked
Leider habe ich sie nicht sofort wieder ins Haus geholt, und in der Nacht fror es überraschend nochmal verlegen

Ob die Schildläuse komplett erfroren waren, weiß ich nicht. Heute hätte ich sie zumindest seziert und geschaut. Verpasste Chance.

Aber ich habe nächsten Winter die Schneedecke aufgescharrt, darunter war alles frisch und grün.
Für neue Experimente fehlte die nächsten Jahre jedoch der Schnee....

Ist die Schildlauscymbi bei den Fotos?

Lumpazivagabundus

Lumpazivagabundus
Orchideenfreund
Hallo miteinander!

Als ich den Titel dieser Anfrage eben gelesen habe ("niedrigste..."), sind mir all meine Sünden

meine beiden Cymbidien eingefallen.Die standen bis eben nämlich noch unter dem Bambus im

Garten.Und wir hatten doch schon in einigen Nächten Bodenfrost und zugefrorene Autoscheiben.

Aber es sind keine Schäden aufgetreten-die eine, namenlose Hybride hat sogar einen Blütentrieb

angesetzt (Bild).Das alles soll jetzt keine Empfehlung für die Behandlung von Cymbidien sein, zeigt

aber, wie widerstandsfähig zumindestens manche Sorten sind. Very Happy

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

Ed

Ed
Orchideenfreund
Also 6Grad finde ich schon sehr, sehr tief und für was soll diese Temperatur gut oder notwendig sein?
Der Anreiz für die Blüteninduktion ist schon viel früher erfolgt. Bienes Angaben halte ich daher für eher sinnvoll.
Das Cymbidien kurzzeitig auch Frost aushalten können zeigt ja der vorhergehende Beitrag. Schäden müssen ja nicht sofort sichtbar sein, sie können ja auch zu einem späteren Zeitpunkt auftreten z.B. in Form eines kleinen Blütenstandes oder gelben Blättern usw..
Um auf die anfangs gestellte Frage zurückzukommen würde ich sagen, man sollte einen Standortwechsel mit großen Temperaturunterschieden möglichst vermeiden, denn auch hier kann man nicht vorhersagen ob es Gutgeht oder ob Schäden und Verluste eintreten.

Elee

Elee
Orchideenfreund
Hallo Herbert, die haben wohl mit dem Bambus gekuschelt und standen recht geschützt und trocken. Very Happy
Nassgeregnet und eine frostige Nacht folgend, da würd ich nicht mehr drauf wetten Wink
Habe dir eine ganze Zeit ins Auge geblickt, aber weder Wollläuse noch Thripse oder sonstiges Getier entdeckt ueberlegen
Was entgeht mir? Laughing

Viele Orchideen fühlen sich bei kühlen Temperaturen und hoher LF wohler als im Wohnzimmer oder den anderen Räumen.
Im Glashaus, unbeheizt, gehen nachts die Temperaturen stark runter und die LF steigt, habe ich morgens fast eine TauSimulation.
Auch Thaumatophyllum spruceanum blieb bis 5 Grad nachts dort, und sieht prächtig aus.
Frieren wird es im Glashaus noch lange nicht, und die Pflanzen stehen trocken.
Es geht ihnen gut darin, und somit verzögere ich das Reinholen möglichst lang.

Bei Cymbidium liest man immer wieder, bis zur Frostgrenze draußen lassen, auch zwecks Blüteninduktion. Aber auch beachten, dass Blütentriebe empfindlicher als die Blätter sind.
Und wird von vielen praktiziert. Sie sind im Hochland niedrige Temperaturen gewohnt und leiden schneller unter warmen.
Freut mich dass ich hier ein paar persönliche Erfahrungen bekommen habe. flower
Es gibt auch ein Cymbidium, dass vom natürlichen Habitat her bis -10 Grad vertragen soll.

Eine Pflanze sollte man immer temperaturmäßig angepasst ins Haus holen.
Bei Sonnenschein steigen die Temperaturen tagsüber immer noch im zweistelligen Bereich, bei Sonne über 20, also kein Problem.
Es ist auch ein riesiger Unterschied ob es eine Tag-Nachtschwankung ist, oder man würde die Pflanze dauerhaft bei 6 Grad und noch weniger halten. Das würde sie bestimmt nicht verkraften.
Es geht hier um kurzzeitige Peaks.


plantsman

plantsman
Orchideenfreund
Moin,

Ed schrieb:Also 6Grad finde ich schon sehr, sehr tief und für was soll diese Temperatur gut oder notwendig sein?

der Vorteil liegt im Stoffwechsel der Pflanzen begründet. Auch wenn die Induktion schon lange stattgefunden hat, sorgen niedrigere Nachttemperaturen dafür, dass in dieser Zeit die Pflanze nicht unnötig Zuckerreserven für die Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts angreifen muss. Diese holt sie nämlich zuerst aus den Organen, die sie am wenigsten braucht und das sind nunmal Knospen/Blüten. Je weiter diese in der Entwicklung zurück sind, um so eher werden sie abgestossen.
Durch die zusätzliche Ausbildung von Blüten vergrößert sich die Oberfläche einer Pflanze teilweise sehr stark und da diese nur relativ kurzfristig (grüne Knospen) zum Energieaufbau mit beitragen, helfen niedrigere Nachttemperaturen dabei, dass diese "Energiefresser" erhalten bleiben und die Pflanze sie nicht als Zuckerreserve angreift. Für die Pflanze ist es immer ein Abwägen zwischen Blühen/Vermehren oder eigenes Überleben. In der Prioritätenliste der Pflanze sind sie nämlich +/- entbehrlich, wir Menschen sehen das aber naturgemäß anders Wink .

Das Prinzip kann man auf alle Pflanzenarten übertragen, wobei die artabhängige Toleranz für die Nachtabkühlung sicher sehr unterschiedlich ist. Acacallis cyanea wird eher einen "Schnupfen" bekommen als z.B. Cymbidium lowianum. Aber auch bei dieser Art kann eine Nachtabkühlung auf 18 oder 20° C einen leichten Vorteil für den Stoffhaushalt der Pflanze bringen und sie behält mehr Zucker für die Blütenbildung.

Es muss ja nicht frieren, aber ein paar Grade unter 10° C sind schon vorteilhaft. Es schont zusätzlich auch den Geldbeutel, weil man ja weniger gegen die nächtliche Abkühlung draussen anheizen muss.

https://www.plantsmans-pflanzenseite.de/

Franz

Franz
Fachmoderator Cattleya & Laelia
Dem stimme ich im allgemeinen 100% zu.

Wer kennt es nicht, der Vorschlag Phalaenopsis bei Blütenverweigerung mal ein paar Wochen relativ kühl zu halten. Immer wieder erzielt man so doch die erwünschten Blüten und das ist bei vielen Gattungen so. Nicht bei allen, aber es funktioniert bei vielen.


_________________
Gruß Franz
.....................................................................................................................
Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt es nicht. (Konrad Adenauer)

Menschen finden Ehrlichkeit so lange gut, bis Du etwas sagst was ihnen nicht passt.

Jeder kommt irgendwann in das Alter in dem nur noch innere Werte zählen.....Zuckerwerte, ...Leberwerte,...Blutwerte.
http://www.bordercollie.ranch.de

Elee

Elee
Orchideenfreund
Danke plantsman, jetzt weiß man warum man tut, was man tut  Wink Laughing

Biene

Biene
Orchideenfreund
Hallo Elee,

danke.

Nein, das Cymbidium, das mal im Schnee stand braucht noch etwas länger.
Ich könnte dir aber ein Habitusbild mit den BT einstellen.

Ed

Ed
Orchideenfreund
plantsman schrieb:Moin,


der Vorteil liegt im Stoffwechsel der Pflanzen begründet. Auch wenn die Induktion schon lange stattgefunden hat, sorgen niedrigere Nachttemperaturen dafür, dass in dieser Zeit die Pflanze nicht unnötig Zuckerreserven für die Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts angreifen muss. Diese holt sie nämlich zuerst aus den Organen, die sie am wenigsten braucht und das sind nunmal Knospen/Blüten. Je weiter diese in der Entwicklung zurück sind, um so eher werden sie abgestossen.
Durch die zusätzliche Ausbildung von Blüten vergrößert sich die Oberfläche einer Pflanze teilweise sehr stark und da diese nur relativ kurzfristig (grüne Knospen) zum Energieaufbau mit beitragen, helfen niedrigere Nachttemperaturen dabei, dass diese "Energiefresser" erhalten bleiben und die Pflanze sie nicht als Zuckerreserve angreift. Für die Pflanze ist es immer ein Abwägen zwischen Blühen/Vermehren oder eigenes Überleben. In der Prioritätenliste der Pflanze sind sie nämlich +/- entbehrlich, wir Menschen sehen das aber naturgemäß anders  Wink .

Das Prinzip kann man auf alle Pflanzenarten übertragen, wobei die artabhängige Toleranz für die Nachtabkühlung sicher sehr unterschiedlich ist. Acacallis cyanea wird eher einen "Schnupfen" bekommen als z.B. Cymbidium lowianum. Aber auch bei dieser Art kann eine Nachtabkühlung auf 18 oder 20° C einen leichten Vorteil für den Stoffhaushalt der Pflanze bringen und sie behält mehr Zucker für die Blütenbildung.

Es muss ja nicht frieren, aber ein paar Grade unter 10° C sind schon vorteilhaft. Es schont zusätzlich auch den Geldbeutel, weil man ja weniger gegen die nächtliche Abkühlung draussen anheizen muss.



Danke für deinen Beitrag und den Versuch mich aufzuklären aber so ganz kann ich deinen Ausführungen nicht folgen.

Die Temperatur von 6 Grad, in Eurer Anlage, wurde vermutlich wegen Einsparung von Heizkosten und um die Pflanzen noch im grünen Temperaturbereich zu kultivieren so gewählt und keinesfalls um optimale Bedingungen zu schaffen.

Für was der Vergleich Cymbidium mit  Acacallis gut sein soll ist mir auch nicht klar. Ein Prinzip oder Regeln für alle Pflanzenarten zu benennen würde ich nicht wagen, schon bei einer Orchideenart können  Auswirkung oder Reaktionen sehr unterschiedlich ausfallen.
Beim ersten Abschnitt wäre schön, wenn du die Quellen deiner Ausführungen  nennen könntest.
Es würde mich doch sehr interessieren dies selber nachzulesen.
Fahre ich den Stoffwechsel herunter so verringert sich auch der Wasserbedarf, einen hohen Energieverbrauch kann ich nicht sehen. Ein vielgenannter Hinweis lautet übrigends, fast kein Wasser geben, wenn sich eine Orchidee in einer Ruhe oder Trockenphase befindet.
Bisher war ich der Meinung das die Pflanze bestimmt ob geblüht wird, nämlich dann wenn sie genug Energie gesammelt hat und die Bedingungen stimmen. Der Energiefluss geht dann von der Pflanze zur Blüte/Knospe. Kommt etwas unvorhergesehenes dazwischen wird die Blüte nicht mehr versorgt. Das ein Energiefluss in die andere Richtung möglich sein soll ist mir nicht bekannt aber ich bin auch kein Botaniker.

Nach dem Lesen deines Beitrag kommt mir die Frage in den Sinn, wie kommen tausende Cym-Hybriden die in Australien, den USA (hauptsächlich den südlichen Staaten) und auch tropische Zonen Asiens kultiviert werden mit Tiefsttemperaturen zurecht die einiges über 10 Grad liegen.
Und auch in Thailand gibt es tausende von Cymbidien die hier kultiviert werden, egal ob Naturformen oder Hybride, für die eine Tiefsttemperatur von 15 Grad absolut ausreichend ist und manchmal blühen sie sogar zweimal im Jahr und zeigen  keinerlei Energiemangelerscheinungen. Das Gegenteil ist eher der Fall.

plantsman

plantsman
Orchideenfreund
Moin,

das will ich mal versuchen.

Ed schrieb:
Die Temperatur von 6 Grad, in Eurer Anlage, wurde vermutlich wegen Einsparung von Heizkosten und um die Pflanzen noch im grünen Temperaturbereich zu kultivieren so gewählt und keinesfalls um optimale Bedingungen zu schaffen.

Die Temperatur wurde von mir so gewählt, um den Pflanzen durch die Nachtabsenkung eine positive Energiebilanz zu ermöglichen. Sicher hab ich dabei, als zuständiger Gärtnermeister, auch die Kosten im Blick. Das war aber nicht der Hauptgrund.

Ed schrieb:
Für was der Vergleich Cymbidium mit  Acacallis gut sein soll ist mir auch nicht klar. Ein Prinzip oder Regeln für alle Pflanzenarten zu benennen würde ich nicht wagen, schon bei einer Orchideenart können  Auswirkung oder Reaktionen sehr unterschiedlich ausfallen.

Doch, das kann man.
Unser Professor für Pflanzenphysiologie an der Meisterschule Hannover-Ahlem hat uns das mit Hilfe eines sogenannten Induktions-Dreiecks erklärt: hohe Einstrahlung - niedrige Temperatur - günstige Tageslänge. Wenn diese drei Faktoren im artspezifischen Rahmen zusammenkommen induziert eine Pflanze Blütenansätze. Durch die hohe Einstrahlung am Tag kann die Pflanze Sonnenenergie sammeln, niedrigere Temperaturen sorgen dafür, dass sie sie nicht für Wachstumsprozesse benutzt und die günstige Tageslänge (Kurztag, Langtag usw.) ist dann der Katalysator für die innere Uhr der Pflanze. Das ist jetzt alles etwas vereinfacht ausgedrückt.

Die Acacallis hab ich erwähnt, weil auch für sie diese Faktoren gelten. Sie braucht aber deutlich weniger Licht und eine höhere Temperatur als ein handelsübliches Cymbidium. Wenn man sie jedoch näher an ihre physiologischen Grenzen in Bezug auf diese Wachstums-Faktoren bringt, kann auch sie einen "Energie-Überschuss" erwirtschaften, der die Vorraussetzungen für einen Blütenansatz ist. Da sie nahe des Äquators wächst, glaube ich, dass sie tagneutral ist und die Tageslänge keine Rolle spielt. Das ist aber nur eine Vermutung. Ob es schon Untersuchungen zu Orchideen gibt, ob sie Kurztag-, Langtag- oder was auch immer sind, ist mir nicht bekannt. Auch wenn die Tageslänge bei der Induktion an sich keine Rolle spielt, die Pflanzen also tagneutral sind, blühen diese Pflanzen erst, wenn durch die beiden anderen Faktoren genug Energiereserven vorhanden sind.

Ed schrieb:
Beim ersten Abschnitt wäre schön, wenn du die Quellen deiner Ausführungen  nennen könntest.
Es würde mich doch sehr interessieren dies selber nachzulesen.

Ui, das wird schwer, denn mein Wissen basiert auf den Versuchsberichten der Gartenbau-Versuchsanstalt Hannover-Ahlem, wo ich meinen Gärtnermeister gemacht habe. Während dieser Zeit hatten wir Zugang zu diesen Unterlagen. Viele dieser Versuchs-Ergebnisse und auch von denen anderer Versuchsanstalten (Weihenstephan, Straelen, Bad Zwischenahn usw.) wurden dann in gartenbaulichen Fachzeitschriften wie TASPO-Magazin, Deutscher Gartenbau, Zierpflanzenbau, Gärtnerbörse, Versuche im deutschen Gartenbau usw. veröffentlicht. Leider hab ich nicht mehr im Kopf, welche Artikel ich dazu alle gelesen habe.
Unser Professor, Hans-Christoph Scharpf, hat mit drei Kollegen ein Buch geschrieben, das die [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] beleuchtet und erklärt. Soviel ich weiß, wird es auch heute noch als Standardwerk an den Meisterschulen genutzt, auch wenn es schon von 1991 ist und sicher viele neue Erkenntnisse dazugekommen sind.

Versuch doch mal auf die Seiten der deutschen Gartenbau-Versuchsanstalten zu kommen. Da gibts eventuell auch Informationen zu diesem und anderen interessanten Themen.

Ed schrieb:
Fahre ich den Stoffwechsel herunter so verringert sich auch der Wasserbedarf, einen hohen Energieverbrauch kann ich nicht sehen.

Richtig, durch die niedrigeren Nachttemperaturen mache ich genau das und dadurch können die Blütenansätze erhalten werden.

Ed schrieb:
Ein vielgenannter Hinweis lautet übrigens, fast kein Wasser geben, wenn sich eine Orchidee in einer Ruhe oder Trockenphase befindet.

Auch da sehe ich keinen Unterschied zu meinen Ausführungen. Die niedrigeren Nachttemperaturen sorgen dafür, dass die Pflanze weder ihre
Zucker- noch Wasserreserven angreifen muss. Wären die Nachttemperaturen höher, müsste sie es tun. Höhere Temperaturen bringen sie wieder dazu, zu wachsen. Dafür braucht sie Wasser. Dieses muss sie entweder mit den Wurzeln aufnehmen oder, wenn diese kein Wasser bekommen, aus ihren Organen mobilisieren. Beide Prozesse erfordern Energie, die sie nur aus dem gespeicherten Zucker gewinnen kann. Wird diese Reserve zu stark angegriffen, greift die Pflanze auf Organe zurück, die sie am wenigsten benötigt...... die Blüten.

Ed schrieb:
Bisher war ich der Meinung das die Pflanze bestimmt ob geblüht wird, nämlich dann wenn sie genug Energie gesammelt hat und die Bedingungen stimmen. Der Energiefluss geht dann von der Pflanze zur Blüte/Knospe. Kommt etwas unvorhergesehenes dazwischen wird die Blüte nicht mehr versorgt. Das ein Energiefluss in die andere Richtung möglich sein soll ist mir nicht bekannt aber ich bin auch kein Botaniker.

So kann man es sagen. Wichtig ist hier jedoch der Zusatz "wenn die Bedingungen stimmen". Dazu siehe "Induktions-Dreieck".

Ed schrieb:
Nach dem Lesen deines Beitrag kommt mir die Frage in den Sinn, wie kommen tausende Cym-Hybriden die in Australien, den USA (hauptsächlich den südlichen Staaten) und auch tropische Zonen Asiens kultiviert werden mit Tiefsttemperaturen zurecht die einiges über 10 Grad liegen.
Und auch in Thailand gibt es tausende von Cymbidien die hier kultiviert werden, egal ob Naturformen oder Hybride, für die eine Tiefsttemperatur von 15 Grad absolut ausreichend ist und manchmal blühen sie sogar zweimal im Jahr und zeigen  keinerlei Energiemangelerscheinungen. Das Gegenteil ist eher der Fall.

Sie würden auch bei uns mit diesen Temperaturen zurechtkommen. Die 6° C sind ja nicht unbedingt nötig, sie schaden aber keinesfalls und bringen halt Vorteile bei der Haltbarkeit der Blütenansätze und der späteren Blüte. Jedes Grad weniger, aber über dem arttypischen Minimum, bringt ein klein wenig mehr an Energieeinsparung.

Die Länder die Du ansprichst haben zu uns in Mitteleuropa einen entscheidenden Vorteil: die Einstrahlung. Die Lichtausbeute dort ist durch die Stellung der Sonne deutlich stärker. Somit kann die Pflanze am Tag auch viel mehr Energie generieren und speichern. Wenn dann noch eine gute Düngung und Wasserversorgung dazu kommt, lebt es sich für ein Cymbidium doch richtig gut und sie hat immer ordentlich Reserven zur Verfügung.

Es ist immer schwierig, komplexe Dinge wie die gärtnerische Pflanzenphysiologie, die man selber schon seid knapp 30 Jahren täglich praktiziert, Dritten verständlich zu erklären.
Wenn ich mich weiter unverständlich geäußert habe, frag bitte weiter nach.

https://www.plantsmans-pflanzenseite.de/

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