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winter magic

Nach unten  Nachricht [Seite 1 von 1]

1 winter magic am 29.12.18 23:09

schizodium

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Orchideenfreund
Himantoglossum
in situ
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fuciflora links Jungpflanze
in situ
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gruesse
Jürgen

2 Re: winter magic am 30.12.18 11:49

sabinchen

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Orchideenfreund
Auch schön frostig bei dir Jürgen. Bei uns auch. Die Pflänzchen sind aber schon früh dran. Smile

3 Re: winter magic am 30.12.18 11:52

Angi

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Globalmoderator
Toll ja1 Hier im Rheinland sind es derzeit 7°C


_________________
LG

Angi

Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi Kees Snyder
http://www.bordercollie-niko.de

4 Re: winter magic am 30.12.18 12:41

Leni

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Orchideenfreund
Hallo Jürgen
Tolle Bilder ja1 ja1
Hier ists auch viel wärmer Smile



LG




Leni

5 Re: winter magic am 30.12.18 19:21

schizodium

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Orchideenfreund
nein sind nicht früh dran,
die bilden die Winterblätter im November und blühen Mai Juni,  
treibt mit wenigen Blättern aus,
wenn die ersten Blätter einen schweren Schaden haben wachsen im Zentrum neue nach.

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6 Re: winter magic am 30.12.18 19:59

Uhu

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Orchideenfreund
die Himantoglossum kommt immer näher. Bis Gießen hat sie es schon geschafft.


Jürgen, blühen die Bocksriemenzunge in deiner Umgebung nach einem Jahr mit Samenansatz nochmal?

7 Re: winter magic am 02.01.19 23:12

schizodium

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Orchideenfreund
Hallo Uhu,

Himantoglossum breitet sich nach Osten sicher noch weiter aus, die Karte ist von 1965

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ja manche blühen auch nach Samenansatz nochmal, viele aber auch nicht.
Himantoglossum braucht eben reichlich Nährstoffe.

Folgende Vermutung liegt nahe:
Ist die Konkurrenz nicht zu hoch und genug Nähstoffe vorhanden und in Frühjahr vor der Blüte (wenn die neue Knolle gebildet wird) genug Regen und keine Trockenheit und kein extremer Spätfrost, dann bildet sich eine grosse Knolle fürs nächste Winterblatt, dann blüht sie nochmal.


Ich hatte vor Jahren einige hircinum auf der Nordseite vom Gartenschuppen unter Kirschbäumen blühend entdeckt, direkt vor der Tür vom Schuppen, wo man garantiert drauftritt. Dort ist das Gras ohne Mähen immer niedrig, wenig Nährstoffe durch die Bäume. Auf der Wiese in der Sonne waren alle verschwunden nachdem dort Jahre nicht gemäht wurde. In den folgenden Jahren hatten diese Exemplare bis heute nur 2 kleine gegenüberstehende Blätter, und natürlich nicht geblüht. Im Herbst sind die Winterblätter erst mal unter Laub.

Auf der Wiese hier hinterm Haus an der Strasse dagegen kommen die hircinum jedes Jahr immer wieder an der selben Stelle in mittelgrosser blühfähiger Rosette, werden aber regelmässig von der Gemeinde abgemäht und blühen deshalb selten mal, werden oben abrasiert, sparen aber Energie, kein Energieverlust durch Blüten und Samen, dort gehen die Leute oft mit dem Hund, deshalb ist die Wiese organisch auch gut gedüngt.

Obige Fotos sind von einen Standort da findet man Flecken mit dutzenden Pflanzen oder sogar mal einzelne monstergrosse Exemplare, nächstes Jahr ist alles verschwunden. Rätselhaft.

das ist ein alter Kalksteinbruch, teilweise sehr nährstoffarm
und vergleichbar mit einem Alvar.
Kein NSG mit Pflegemassnahmen wie in einem Garten,
Die Individuen überleben bei weitem nicht so lange wie auf Normalstandorten,
Wo hier einige Nährstoffe übrig sind ist die Konkurrenz weit fortgeschritten durch Verbuschung und Gras nach vielen Jahrzehnten Sukzession  
da wo noch Orchideen sind, ist der Boden sehr nährstoffarm hart und steinig.
Das schützt die Knollen andererseits etwas vor Wildschweinen.


Es gibt dazu sogar Literatur:
Pfeifer et al. haben Daten zu Himantoglossum aus 26 Beobachtungsjahren ausgewertet, im NSG Leutratal. das ist vermutlich der dicke schwarze Punkt im Osten.

Long-term demographic fluctuations in an orchid species driven by weather: implications for conservation planning
DOI: 10.1111/j.1365-2664.2006.01148.x


Winterblätter wurden mit Holzstäbchen markiert,
Pflege nicht durch Mahd auch keine Beweidung

Ergebnis:
gestreifte Säulen obere Fig 2, wie immer in solchen Artikeln ist die Darstellung der Ergebnisse eine Zumutung, zeigt aber dass doch einige mehrfach geblüht haben, und das auf einem Standort der nicht richtig gepflegt wurde.
Die meisten Pflanzen werden im Schnitt 4 Jahre alt. Fig 4
Haben 4 bis 16 Blätter, grosse Exemplare haben länger gelebt als kleine, milde Winter sind günstig.


„Himantoglossum hircinum was studied in the Leutratal nature reserve near Jena 50°56′ 46′′ N, 11°35′ 35′′ E
the average annual temperature and rainfall were 9·3 °C and 587 mm, respectively.
The plot covers an area of 1·8 ha along a southfacing slope dominated by grassland communities. The plot has remained unmanaged since 1976, whereas the surrounding grassland has been mown or grazed by sheep annually. Grazing on the plot as a result of deer or other herbivores cannot be excluded but herbivore density is rather low in the area and scrub encroachment is obvious.
Annually from 1976 to 2001, all plants of H. hircinum found at the monitoring site were labelled with wooden sticks (Heinrich 2000).

A ‘plant year’ was defined as beginning in September of the previous calendar year and ending in August of the year of recording. One plant year was divided into four seasons, autumn (September– November), winter (December–February), spring (March– May), and summer (June–August).
In early April, the permanent plot was carefully searched for H. hircinum plants and their leaf number counted. The number of sticks with ‘missing’ plants was recorded.
After 2 years absence from the above-ground plant community (‘dormancy’), plants were considered dead at the date of the disappearance.
In early June, all flowering individuals were recorded and their leaves were individually tallied again because flowering individuals occasionally developed one or two additional leaves between April and June (Heinrich 2000).“



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8 Re: winter magic am 03.01.19 18:42

manne

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Orchideenfreund
Die h. hircium breitet sich auch in mitteldeutschland aus und hat schon sachsen anhalt erreicht.
Ich habe da 1992 einen ehemaligen weinberg (ca 3 ha)  langfristig gepachtet. war sehr stark verbuscht.
nach der schrittweisen rodung der büsche habe ich die vegetativen austriebe mit glyphosat abgetötet.
Die fläche ist heute sauber und hat sich sehr gut entwickelt. h. hircium habe ich angesäet. der bestand
beträgt mittlerweile mehrere duzend exemplare.
in einem teilbereich habe ich die pflanzen regelmäßig mit blattdüngung behandelt. der größte
teil dieser pflanzen blüht seit jahren regelmäßig, auch wenn sie samen gebildet haben.

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9 Re: winter magic am 04.01.19 19:48

Uhu

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Orchideenfreund
sehr schön, Manne. Da verblüht ja noch einiges sonst.

Mit welcher Konzentration bzw. mit welchem Leitwert führst Du die Blattdüngung durch?

10 Re: winter magic am 04.01.19 20:14

manne

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Orchideenfreund
Uhu schrieb:sehr schön, Manne. Da verblüht ja noch einiges sonst.

Mit welcher Konzentration bzw. mit welchem Leitwert führst Du die Blattdüngung durch?


habe natürlich noch mehr angesäet. den aho wirds freuen.

also, nur flüssigdünger, ich nehme wuchsal. immer die halbe dosis gegenüber gießwasserempfehlung.


voriges jahr bekam ich ophryspflanzen mit winterblättern aber abgefressenen wurzel. mit der blattdüngung konnte ich sie bis zur blüte bringen und die neuknolle war auch noch ganz ordentlich.

11 Re: winter magic am 05.01.19 0:41

schizodium

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Orchideenfreund
Bei der Gelegenheit hier noch einige Literaturangaben die zeigen wie lange verschiedene Arten am Standort leben,
wäre Manne mit seinem Wuxal und Gyphosat vor Ort gewesen hätte es wohl besser ausgesehen.

Viele Autoren sind sich sicher
dass es eine Dormanz gibt,
siehe Tabelle unten,
zB bei militaris bis 8 Jahre
kann das sein??


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Es gibt Arten die oft am Standort noch kurzlebiger sind als Himantoglossum,
so wurde
Caeloglossum viride in einer Population in Holland nur
1,5 Jahre im Mittel,
und Ophrys sphegodes in England im Mittel 1,9 Jahre alt
einzelne Pflanzen werden älter
1,9 war eben dort der Durchschnitt.

„For other orchid species it has been shown that half-lives are much higher than for 0. sphegodes and C. viride,

e.g. for 0. apifera 5.8-11.2 yr (mean 6.6) (Wells & Cox,
1991),
for Aceras anthropophorum 4.0-7.8 yr (mean 5.8
and for Spiranthes spiralis 4.6-9.2 yr (mean 6.9) (Wells, 1981).

Very long-lived species are Dact sambucina and Listera ovata with an average half-life span of c. 20 and 80 years, respectively
(Hutchings, 1989)

Both short-lived species have a number of population characteristics in common, of which the most striking is that individuals are already able to flower during the first year following their emergence“

Orchis ustulata wird in anderer Studie aus Estland auch nicht älter
half-life: 0.9–3.2 years
Tali, K., Foley, M.J., Kull, T., 2004. Orchis ustulata. J. Ecol. 92, 174– 184.
Tali, K. (2002) Dynamics of Orchis ustulata L. populations in
Estonia. Underlying Mechanisms of Trends and Fluctuations
in Terrestrial Orchid Populations (eds P. Kindlmann,
J. Willems & D. Whigham), pp. 33–42. Bakhuys Publishers,
Leiden, The Netherlands.

Dormancy is very common and a plant is able to survive without forming any above-ground parts for 1–3(−4) years .

Ustulata is relatively short-lived (Tali 2002). Among 464 plants, individually monitored over a 6–8 years period in five different populations in continental Europe, only four flowered for
seven consecutive years; most plants flowered
for 1–4 years and then either died or remained in a vegetative
or dormant state for several years.

Patterns of transition between the flowering, dormant and vegetative stages show that the transition to dormancy both from
vegetative and generative stages is frequent and occurs
more often in the late-flowering variety (Tali & Kull 2001).


Coeloglossum:
Population dynamics and life-history of Coeloglossum
Willems 1989
The results of a 7 year demographic study of a
population of C. viride in The Netherlands are presented. Annual recruitment and mortality vary considerably from year to year, whereas the flux in individual plants is always high.

The half-life of the cohorts varies from 1 to 2.4 years and is on average c. 1.5 years.

The study area 'Berghofweide' is situated in south Limburg...

Individual plants of C. viride have been monitored in a permanently marked plot (3 x 3 m) by triangulation with two hardwood pegs driven into the subsoil (cf. Wells,
1967).
Following this method it is possible to return to the same plant or spot if the plant is absent afterwards in subsequent years. In this way it is also possible to record temporary absence above ground of a given plant.

From this study it has become evident that, in The Netherlands, C. viride must be considered a short-lived terrestrial orchid species. Whether this also holds true for the species throughout its large distribution area is unknown.

Together with Ophys spegodes this is the second orchid species in western Europe for which a very limited life span for the majority of the individual plants has been established.

The half-lives of the cohorts of  C. v i d e (1.0-2.4yr, mean 1.5) are to a high degree in accordance with those of
O sphegodes (1.5-2.3 yr, mean 1.9) (Hutchings 1987a,b).



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12 Re: winter magic am 05.01.19 16:45

manne

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Orchideenfreund
im garten habe ich ophrys über 20 jahre erhalten. im freiland sind die gefahren natürlich größer.
sicher kann ich sagen, das mich bei jena jährlich eine spinne begrüßt und das seit 1986. sie hat
eine farbbesonderheit und ist unverwechselbar.

13 Re: winter magic am 06.01.19 18:46

manne

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Orchideenfreund
vegetative vermehrung im weinberg durch blattdüngung  
winterblätter


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14 Re: winter magic am 08.01.19 0:07

schizodium

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Orchideenfreund
Sehr schöne Pflanzen und Weinbergbiotop Manne,

muss da jedes Jahr gemäht und das Mähgut abtransportiert werden?
ich nehme an die Winterblätter sind Ophrys Arten, ein guter Erfolg.
normalerweise und ohne Dünger vermehren die sich ja vegetativ nur zu wenigen Prozent.

wie geht das praktisch?
das Gras wird ja auch mitgedüngt, müsste man dann später mit der Hand ausreissen?

bei uns war es schon vor der Blüte 2018 an einigen Stellen so knochentrocken
dass die Pflanzen früher eingezogen haben,
und ganz schlecht geblüht
siehe Foto
man müsste also idealerweise auch noch ab und zu giessen.

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gruss, Jürgen

15 Re: winter magic am 08.01.19 10:49

manne

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Orchideenfreund
mit feiner düse geht kaum was daneben.

abtransportiert wird gar nicht. wird alle 2 jahre gemulcht.

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