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frage zu orchis coriophora ssp coriophora

Nach unten  Nachricht [Seite 1 von 1]

schizodium

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Orchideenfreund
hallo,
kann mir jemand die standorte beschreiben, boden, ph, bodenfeuchtigkeit etc, ist ja so gut wie ausgestorben in deutschland, da wo morio wächst gibts eben keine coriophora , oder nicht mehr? wo gab es die früher in massen? wo gibt es heute noch massenvorkommen?
gruss, schizodium

Uhu

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Orchideenfreund
Naturstandorte, dazu noch in D kenne ich nicht. Sie soll von den Feuchtigkeitsansprüchen etwas feuchter als morio und nicht so nass wie A.palustris liegen.

luliuma4

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Orchideenfreund
Anacamptis coriophora ist sehr selten geworden in den letrzten 30 Jahren und blüht auch später als A. morio.
Das größte Vorkommen in Mitteleuropa gibt es in der Wiener Lobau (Nationalpark Donauauen) in Österreich. Dort stehen sie Ende Mai zu Hunderten auf sogenannten Heißländen. Das sind Trockenwiesen auf Schwemmland, das durch Donauhochwässer entstanden ist.
Zu diesem Zeitpunkt sind die dort wachsenden A. morio schon abgeblüht, ebenso die Neotinea ustulata und die Orchis militaris.
Sonst kenne ich nur Standorte in Istrien und auf Krk, Kroatien.
Sehr häufig sind sie hingegen als ssp. fragrans in Griechenland, wo ich sie an vielen Standorten angetroffen habe.

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Standort Lobau

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Albino, Standort Lobau

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Standort Krk

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Standort Samariaschlucht, Kreta

http://www.riki.at/Orchideen/orchideen.htm

Uhu

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Orchideenfreund
Thomas, danke für die Infos und Bilder - Klasse.

Ich hab heut daraufhin schonmal einen kleinen Balkonkasten mit Drainage und Substrat gefüllt. Meine 1-jährigen Jungpflanzen hab ich letzte Woche aus dem alten Substrat genommen. Da sie schon alle neue Triebspitzen entwickelt haben ruhen sie derzeit bei 6°C im Kühlschrank. Sobald Mitte/Ende nächster Woche die große Hitze rum ist wird ich sie neu topfen.

manne

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Orchideenfreund
in mitteldeutschland wuchs die art in wacholderheiden. also recht trocken.
ich kultiviere sie im halbtrockenrasen mit z. b. o. tritendata

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Uhu

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Orchideenfreund
morio wächst hier auch in Magerrasen, bevorzugt dort aber die etwas frischeren Stellen.

Manne, kriegt Dein Halbtrockenrasen bei der derzeitigen Trockenheit ab und zu einen Schluck Wasser?

manne

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Orchideenfreund
Uhu schrieb:morio wächst hier auch in Magerrasen, bevorzugt dort aber die etwas frischeren Stellen.

Manne, kriegt Dein Halbtrockenrasen bei der derzeitigen Trockenheit ab und zu einen Schluck Wasser?

wenn ich den garten wässere (habe eine richtig große zisterne) halte ich ab und an mal drüber.
so ab mitte august decke ich (wie bei starkfrost) mit kokosmatten ab.
unter den matten erhöht sich automatisch die bodenfeuchte.

Uhu

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Orchideenfreund
Deine coriophora-Kultur - und das über Jahre - ist einfach super. Ich hoffe ich kriege von meinen Sämlingen wenigstens ein paar zur Blüte.

manne

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Orchideenfreund
das mit den matten sieht dann so aus.
hilft beim austrieb und bei kahlfrost.

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10 ssp coriophora am 15.09.18 12:23

schizodium

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Orchideenfreund
Danke Uhu, luliuma4 und manne für die Info,
genau das habe ich gesucht,

Manne, das mit den Matten ist eine gute Idee gegen die Konkurrenzpflanzen.
Wie hilft das beim Austrieb?
Ich nehme an die treiben im Herbst aus?
dann muss man die Matten doch entfernen oder die wachsen durch die Matten?


Lobau ist ja ein Auengebiet der Donau.
Wie sich zeigt scheint sie konkurrenzschwach zu sein und bei uns kalkhaltige Auenböden zu bevorzugen, oder das war zumindest hier ihr letztes Rückzugsgebiet. Aber entlang der Flüsse wurde ja vielerorts alles zerstört.

Es würde ja auch vermutlich keinen Sinn machen Ophys elatior oder Orchis palustris auf Muschelkalkhügeln zu suchen, wachsen in Deutschland eigentlich nur in Auenböden.

Sehr interessant dass coriophora auch in richtig trockenen Wachholderheiden vorkam bevor es ausstarb, ich nehme an dort gab es früher eben die richtige Dosis an Beweidung.



Ich hatte mich gefragt warum ausgerechnet die coriophora bei uns zB Im Saarland ausgestorben ist,
In alten Büchern so um 1850 wird coriophora noch als nicht besonders selten erwähnt,

zB. entlang von Blies, Saar und Mosel
zB Saarwiesen bei St. Gangolf, Besseringen
„Saarwiesen oberhalb Merzig“,1895,  
„Flußau bei Dillingen“, Schmitt 1848





Schultz 1846 Flora der Pfalz:

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auf der Seite
orchidsofbritainandeuropetest.uk
heisst es zu subspecies fragrans

subspecies fragrans wachse gern auf trockenen vollsonnigen kalkhaltigen Dünen (ebenso wie sancta)
die sogar gelegentlich von Meerwasser überflutet seien, sei also etwas salztolerant.
ssp coriophora eher zusammen mit laxiflora (mit der gibt es selten Naturhybriden) feuchter und auch leicht sauer


gruss Jürgen

luliuma4

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Orchideenfreund
schizodium schrieb:


auf der Seite
orchidsofbritainandeuropetest.uk
heisst es zu subspecies fragrans

subspecies fragrans wachse gern auf trockenen vollsonnigen kalkhaltigen Dünen (ebenso wie sancta)
die sogar gelegentlich von Meerwasser überflutet seien, sei also etwas salztolerant.
ssp coriophora eher zusammen mit laxiflora (mit der gibt es selten Naturhybriden) feuchter und auch leicht sauer


gruss Jürgen

Das kann ich aus eigener Anschauung nur bestätigen.
Ich habe heuer Mitte Mai coriophora auf der Insel Krk zusammen mit laxiflora in einem Feuchtgebiet gefunden, wobei laxiflora bereits im Abblühen war.

In Griechenland ist fragrans noch sehr häufig. Sie kommt praktisch in ganz GR und Kreta auf kalkhaltigen Trockenböden vor.

http://www.riki.at/Orchideen/orchideen.htm

Uhu

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Orchideenfreund
bei Marburg ist sie vor 1900 ebenfalls in der Lahnaue vorgekommen. Warum sie fast überall ausbleibt dürfte nicht bekannt sein; aber sie war wohl häufig die erste Orchidee, die bei Intensivierung verschwunden ist. Das ist auch in der Rhön belegt.

Ich versuche gerade meine Sämlinge im gleichen Substrat und mit ganz leichten Düngergaben (Konzentration die bei morio gut funktioniert) aufzupäppeln. Die morios schieben ihre Rosetten früher. Coriophora kommt später - ich hoffe wenigstens da kommt noch was.

luliuma4

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Orchideenfreund
In Deutschland sind in den letzten Jahren mehr als 70% aller Insekten verschwunden. Auch das, die Überdüngung der Böden bzw. der Einsatz von giftigen Chemikalien wie Glyphosat kann eine Erklärung für das Verschwinden von coriophora sein. Vielleicht sind die Bestäuber inzwischen ausgestorben.

http://www.riki.at/Orchideen/orchideen.htm

Uhu

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Orchideenfreund
in dem Fall denke ich nicht, dass das Ausbleiben der Bestäuber die Hauptursache ist.

Aber hier werden gerade die Auen sehr früh gemäht. Ende Mai sind in den Tallagen alle Wiesen gefallen. Dann blüht coriophora als späte Art erst auf. Außerdem dürfte die Düngung eine wichtige Rolle spielen. Ich weiß nicht ob die Art wirklich besonders empfindlich auf Düngung reagiert oder sie danach den Konkurrenzdruck nicht erträgt. Dactylorhiza majalis ist auf ähnlichen Standorten wesentlich robuster - und kann auch noch in die ganz nassen Ecken ausweichen.

manne

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Orchideenfreund
die güllewirtschaft hat hohe ammoniakemission erzeugt. alles wird gedüngt.
aus den kat unserer autos entweicht auch viel ammoniak.
kultiviert man die art, schaft man ja freiräume für die pflanze. dann ist sie recht leicht in der kultur.
konkurenzflora mag sie nicht.

ich hatte viele jahre nicht so viele insekten auf der windschutzscheibe wie in diesen jahr.

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