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Asymbiotische Vermehrung von Phalaenopsis und anderen epiphytischen Orchideen. Erfahrungen und Erfolge.

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Befi

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Orchideenfreund
Eines vorweg, jeder der das wirklich möchte kann Phalaenopsis und ähnliche Arten asymbiotisch in der Küche vermehren.

Ich vermehre ausschließlich die Gattung Phalaenopsis.
Der Schwerpunkt liegt bei Phal. equestris wo ich gerne besonders schöne Formen und Primärhybriden vermehren möchte.
Außerdem versuche ich Phalaenopsis  Primär und Multihybriden die nicht, oder nur schwer zu bekommen sind zu züchten.

Die Aussaat nehme ich in einer selbstgebauten Glove box vor, die kostet nicht viel, und braucht wenig Platz. Wenn man die Box in der Küche unter die Abzugshaube stellt, stinkt das Zeug in der blauen Flasche auch nicht das ganze Haus voll.

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Unter der Box ist fast alles was man sonst noch benötigt zu sehen, es fehlen nur die Gläser und Wasserstoffperoxyd.


Ich bevorzuge die Aussaat von grünen Kapseln.
Vorteile: Zeitersparnis, leichte Handhabung und ganz wichtig, wenn nur sehr wenig keimfähiger Samen vorhanden ist kommt der mit ins Glas.
Nachteil: es gibt nur einen Versuch.

Aber auch wenn eine Kapsel unerwartet platzt steht einer erfolgreichen Aussaat nichts im Wege. Es ist nur etwas aufwändiger die Saat keimfrei zu bekommen.
Vorteil es gibt einen zweiten Versuch bei Verkeimung, und man kann Samen verschicken.
Nachteil, bei grüner Aussaat spart man gut 3 Monate, die haben die Kleinen dann zum Wachsen.

Um genug Samen zum Üben zu haben, hab ich viele verschiedene Pflanzen bestäubt, weil ich gelesen habe, das nur 10% erfolgreich sind. Voll der Blödsinn. Klar klappt nicht alles, aber wenn man es richtig macht doch das meiste. Nun nehmen ca. 40 erfolgreiche Aussaaten von Phal. Arten und Primär/Multihybriden den Platz weg den ich für Phal. equestris brauche.
60 Schoten sind noch an den Pflanzen, und auf den Kompost bringen kommt nicht in Frage. Da sie ja nicht auf einmal reif werden wird sich schon eine Lösung finden.

Erste Erfolge. Noch ohne In-vitro Filter auf dem Deckel. Umgelegt 19.03.2015
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Notausgeflascht, weil die Kleinen sich durch ihren Stoffwechsel selbst vergiftet haben. 17.09.2015
Nach ca. einem halben Jahr ist die Luft im Glass verbraucht.
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Die Meisten haben es geschafft, hier die kräftigsten. 30.11.2016
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So sieht das dann mit Filter im Deckel aus, das längste Blatt hat 10 cm. und die Pflanzen wachsen noch immer.
Ausgeflascht wird erst , wenn das Medium verbraucht ist.
Diese Pflanzen sind ca. ein Jahr jünger als die auf dem Bild darüber und sind 3 cm. größer. ja1
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Und nun eine Frage an Euch, warum ist es so schwer Phal. equestris erfolgreich zu bestäuben? Bei Phal. sanderiana x equestris gibt es Samen, andersrum nicht. Wenn dann doch mal Schoten bei Phal. equestris gebildet werden keimt die Saat nicht. Fast alle Nopsen die ich habe bilden bereitwillig Kapseln mit keimfähigen Samen, nur Phal. equestris nicht. Weiß einer von Euch warum?

Und natürlich warte ich auf Tipps und Tricks von euch. Laughing Laughing Laughing Laughing

Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
Hallo Bernd,

danke das Du mal anschaulich zeigst wie du vorgehst. Der Wunsch in der Richtung etwas zu machen wird nun bei vielen auch geweckt.


_________________
Gruß Franz
.....................................................................................................................
Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt es nicht. (Konrad Adenauer)

Stil ist nicht das Ende des Besens!
http://www.bordercollie.ranch.de

Maria

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Orchideenfreund
Wenn man sieht wie du deine Orchideen vermehrst bekommt man direkt Lust es auch mal zu probieren Bernd! ja1
Es ist auch toll zu sehen das es mit einfachen und relativ platzsparenden Mitteln auch klappt.
Ich hatte mir schon manchmal überlegt ob ich vielleicht mal mit Nodienkultur probieren soll, aber es hat mich immer ein bisschen der Aufwand geschreckt. Bei Samen habe ich mich immer gefürchtet, falls es wirklich klappt was mach ich mit den vielen Pflanzen. ueberlegen Very Happy

Befi

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Orchideenfreund
Franz schrieb:Hallo Bernd,
danke das Du mal anschaulich zeigst wie du vorgehst. Der Wunsch in der Richtung etwas zu machen wird nun bei vielen auch geweckt.

Franz,
genau deshalb habe ich vorgestellt wie "einfach" die Aussaat von vielen epiphytischen Orchideen eigentlich ist. Laughing
Ich habe 3 Jahre gebraucht, und viele falsche Wege probiert z. B. Aussaat über Wasserdampf------
Puuuuuuuh für mich geht das gar nicht. Oder Geld sparen und das Aussaatmedium selbst mischen------
Wenn man fertiges Medium kauft ist das billiger, und die Saat keimt. Ein Glass mit Medium und Filter im Deckel kostet ca. 1,-- €, wenn man das fertige Pulver kauft.
Ich denke viele Züchter verraten ihr Vorgehen nicht gerne. Evil or Very Mad
Das nächst was ich zeige, ist meine Vorgehensweise bei der Aussaat von grünen Phal. Schoten.
Aber ganz wichtig, jeder muss für sich den richtigen Weg finden. Es gibt nicht DEN Weg.

@ Maria

Wenn eine Aussaat richtig erfolgreich ist hast du hunderte Sämlinge. Laughing
Aber du legst ja nur die Menge um, die die du aufziehen möchtest.
Wenn du nur 5 - 6 Keimlinge in das Glass mit dem Kulturmedium umlegst, dann hast du in 12 Monaten richtig große Pflanzen. Wenn nach einiger Zeit keine Verkeimung auftritt kommt der Rest auf den Kompost. So aufgezogen blühen die Pflanzen teilweise 1 Jahr nach dem Ausflaschen.
Eine Pflanze kostet dann ca. 0.50€ für Gläser, Medium, und Filter.  Shocked
Die Box und Material ist da schlecht reinzurechnen.

Und Nodienkultur geht auf speziellen Nährböden unter sterilen Bedingungen noch mal so schnell.

NorbertK

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Orchideenfreund
@Bernd
über Wasserdampf habe ich es auch einige Male versucht aber schnell wieder davon abgekommen.
Die Glove-Box ist zwar eine kostengünstige Alternative aber ein praktikable Arbeiten ist es auch nicht wirklich.
Wenn Du noch Deine Arbeitszeit und Energie für Beleuchtung hinzurechnest, wird es mit 50€cent schon äußerst knapp. In einem speziell eingerichteten Labor relativiert sich das natürlich.
Wenn sie bei Dir teilweise schon ein Jahr nach ausflaschen blühen, wie lange waren sie dann in der Flasche?

Phips

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Orchideenfreund
Hallo Bernd,

bei diesen Arbeiten würde ich dir wirklich gern über die Schulter schaun. Laughing

Ich hätte bei mir aber Angst, dass ich die nicht benötigten Kleinen nicht dem Kompost übergeben könnte. Rolling Eyes

NorbertK

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Orchideenfreund
Eva, warum nur über die Schulter gucken? Was zu viel ist kannst auch auf Ebucht anbieten.

Befi

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Orchideenfreund
Hej Norbert,

das Arbeiten mit Impfösen, Pinzetten und Skalpell in der Box ist sicher durch die Handschuhe nicht ganz einfach. Aber mit etwas Übung wird es immer besser.
Ich versuche es immer so abzupassen, das ich Aussaat und Umlegen zusammen erledige. Die Box ist ca. 50 x 80 cm. und da passen einige Gläser rein. Meistens sähe ich zwei Arten aus und lege zwei Gläser um. Das dauert dann alles zusammen ca.1 Std. mit Vorbereitung.

Arbeitszeit für ein Hobby??????  Mad Beleuchtung braucht es nicht, ein Fenster mit Morgensonne ist optimal.
Ich muss jetzt nur beleuchten, weil alles besser lief als ich dachte, und ich viel zu viele Gläser habe. Laughing

Nach der Keimung bleiben die Kleinen ca. 3 Monate im Aussaatglass, dann werden sie umgelegt, und bleiben dann solange im Glass, bis das Medium verbraucht ist. Ganz wichtig ist dabei nicht zu viele Keimlinge ca. 20 St. in ein Glas zu legen. Nach ca. einem Jahr oder länger, wenn das Wachstum aufhört werden sie ausgeflascht.

Norbert schau dir das unterste Bild mit den zwei Gläsern an, die sind vor ca. einem Jahr gekeimt, wenn ich da nur 6 Pflanzen reingepackt hätte, wären die Pflanzen noch viel größer.

@Eva
Mit dem Kompost hast du Recht, dann stehe ich mit den Kleinen in der Hand da, die weg könnten------ Cool
Und ruck zuck sind die auch noch umgelegt.
Wenn du mal über die Schulter schauen möchtest, gerne. Da du ja auch in Celle wohnst sollte das doch kein Problem sein. Ich sende dir eine PN, wenn ich wieder Aussähe, oder du sendest mir eine PN mit deiner Tel. Nr.

Norbert,
mit dem Verkauf in der Bucht finanziere ich mein/unser nicht ganz billiges Hobby. Der Versand macht aber auch nicht wenig Arbeit. Das ist manchmal richtig Stress.
Aber als Ausgleich ergeben sich nette Kontakte in ganz Europa. ja1

NorbertK

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Orchideenfreund
Nabend Bernd,
in der Threaderöffnung zeigst Du ja Deine Glove-Box. So wie ich es erkennen kann war es für Dich mit Deiner Box nicht möglich die Arbeitshandschuhe am Boden zu befestigen, da dieser eine Wabenstruktur hat um ihn vor Ausbeulen zu festigen. Wie man sich sowas baut hängt letztlich davon ab was man an Materialen bekommt. Bei meiner Box sind alle Seiten glatt und voll transparent. So war es für mich möglich die Handschuhe am Boden anzubringen, gegenüber dann der Deckel. So kann ich die Box mit einem Gurt auf dem Tisch festzurren. Als Unterlage verwende ich eine Styroporplatte um den Denkel bequem öffnen/schließen zu können. Meine Box ist allerdings etwas kleiner als Deine. Aussaat und Umlegen würde ich deshalb sicher nicht in einem Arbeitsgang machen. Und wer anfängt sollte unbedingt vorher mal eine "Trockenübung" simulieren. Was mir z.B. passierte ist, dass das Glas mit dem Nährboden nach dem Abkühlen ein Vakuum hatte. Durch das öffnen wird schlagartig Luft reingezogen, wodurch das Kontaminationsrisiko sehr hoch ist, selbst wenn man denkt in der sicheren Glove-Box zu arbeiten. Was mir auch noch unangenehm aufgefallen ist, dass der Nährboden nur ein mal sterelisiert werden kann. Nach dem zweiten Erhitzen verfestigt sich das Agar-Agar nicht mehr richtig.

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Hier mal ein Beispiel von Protokorme nach Aussaat vor ca. 6 Wochen. Ab einer gewissen Größ gehts relativ rasch, finde ich. Man kann fast schon zugucken.
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Ein neuer Versuch ist es z.B., das Glas nur mit transparenter Folie zu bespannen. Ich finde Licht von oben macht sich irgendwie besser.
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Befi

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Orchideenfreund
Guten Abend Norbert,
eine transparente Box in der Größe die ich haben wollte war nicht zu bekommen, da habe ich dann einfach eine Plexiglasscheibe in den Deckel eingeklebt.
Den Einbau der Handschuhe an der Seite habe ich deshalb vorgenommen um eine größere Arbeitsfläche zu haben, aber es führen eben viele Wege nach Rom.

Bevor ich die Box mit den nötigen Utensilien befülle reibe ich sie innen mit Danklorix  komplett ab, das benötigte Werkzeug wird im Miniofen  bei 250 °C, eingewickelt in Alufolie sterilisiert.
Der Lappen verbleibt in der Box.
Dann sprühe ich alle Gläser mit Danklorix mithilfe einer Sprühflasche ein, ganz wichtig, unter den Deckelrand sprühen.
Wenn alles fertig ist wird der Abwischlappen auf den Boden der Box gelegt, und das Werkzeug kommt vom Ofen auf den Lappen.
Deckel drauf, und dann nebele ich die ganze Box (Deckel leicht anheben) von allen Seiten innen mit Danklorix  voll.
Jetzt sollte man 15 Minuten warten, damit alle Keime abgetötet sind. Dann kann es losgehen

Wenn ich ein Glass öffne lege ich immer den Danklorixlappen über den Deckel, da kommt auch bei Unterdruck kein Keim rein. Laughing

NorbertK schrieb:Nabend Bernd,
Ein neuer Versuch ist es z.B., das Glas nur mit transparenter Folie zu bespannen. Ich finde Licht von oben macht sich irgendwie besser.

Norbert,
da bin ich schon sehr gespannt auf deine Erfahrungen.
Ich experimentiere gerade mit den transparenten Frischhaltedosen mit Klickverschluss.
Nach ersten Erfahrungen denke ich die sind besser als Gläser.
Blöderweise ist das Material doch sehr milchig, so richtig reingucken kann ich nicht. Aber die Pflanzen wachsen super gut. Very Happy
.

NorbertK

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Orchideenfreund
Moin Bernd,
welche Frischhaltedosen mit Klickverschluß meinst Du und aus welchem Material sie sind? Ich war auch schon auf der Suche nach Ersatz für Glasbehälter möglichst mit transparenten Deckel. Es gibt aber nicht viele Kunststoffe mit gewünschten Eigenschaften, die eine anhaltende thermische Belastung überstehen und dazu noch kostengünstig sind.

Unsere Vorgehensweisen unterscheiden sich um einiges. An vorderster Stelle steht ja der Gedanke, wie man verhindert unbeabsichtigt neue Keime in die Box einzuschleusen, wenn sie denn schon mal zu ist. So wäre ich niemal auf die Idee gekommen, Lappen in die Box zu nehmen, von denen ich nicht wüßte wie stark kontaminiert sie noch sein könnten, auch wenn schon etwas mit Klorix getränkt. Das anheben des Deckels um reinzusprühen ist genauso ein no go für mich, dann besser einen Handsprüher (gibt auch kleine mit nur  250ml Volumen) mit in die Box stellen, den man vorher mit einem Hygiene-Spray behandelt. Bevor ich allerdings alles reinstelle sprühe ich schon mal den Boden, an dem meine Handschuhe befestigt sind, ein. Für alles was ich reinstelle benutze ich Glasbehälter mit Deckel in denen sich die Utensilien befinden (Gummis, (Bratschlauch)Folie, Wasser, Skalpell, Pinzette, Spatel, Pipette , Küchentücher, Filterpapier usw., je nachdem was benötigt wird) und die vorher unter Dampfdruck sterelisiert werden. Gegenstände aus Kunststoff sollten möglichst vermieden werden. Erst wenn alles in der Box drin und Deckel dran oder drauf ist, wird von innen ausgesprüht, eingenebelt. Wie Bernd schon darauf hinwies, ist es hierbei besonders wichtig die Gläser nicht nur von oben sondern auch an der Seite bis unter den Deckelrand zu besprühen. Mir ist z.B. hinsichtlich meiner Folienbespannung der Aussaatgläser schon jetzt klar, dass dies wohl ein Problem werden könnte. Da die Folie aber eh nicht wiederverwendet wird, ist es das naheliegenste sie einfach oben mit dem Skalpell aufzuschneiden. Soll heißen, für jeden/e Arbeitsschritt/neue Idee muß man sich schon vorher eine Strategie überlegen, wie man mögliches kontaminieren mit Mikroorganismen verhindert.
Alles sollte mit der Klorixlösung gut benetzt sein und am besten noch einige Minuten warten bevor man richtig loslegt. Es sollte jedem klar sein, dass wenn einem nun auffällt, dass etwas vergessen wurde, ein öffnen der Box auch wiederholte Aussprühaktion zur Folge hat. Merkt man sowas erst während der Arbeit, ist es besonders blöd gelaufen. Mit der Anzahl steigender Einzelarbeitschritte, steigt auch die Kontaminationsgefahr. Deshalb ist es besser mit noch grünen, ungeöffneten Samenkapseln zu arbeiten. Entkeimung der Samen ist dann schon wieder aufwendiger und birgt daher wieder mehr Risiken.

Bernd, ich würde mich auf den Danklorix-Lappen beim öffnen der Gläser nicht verlassen. Meine Strategie ist es jetzt, den Deckel auf eine zuvor aufgelegte Alufolie zu schrauben. Was an Alufolie übersteht kann nach Sterelisation dann hochgeklappt werden, vorher aber nochmal richtig fest zudrehen. So kann sich der Deckel nicht mehr fest ansaugen, allenfalls die Alufolie. Auf dem ersten Foto hast Du einen großen Kanister auf dem Ethanol steht. Verwendest Du es in der Box?

Befi

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Orchideenfreund
Guten Abend Norbert,

auch wenn du noch der Erste bist, der seine Erfahrungen teilt.
Das ist ja schon mal ein Anfang.ja1
Das war der Sinn dieses Threads, voneinander zu lernen und Erfahrungen zu tauschen.
Es ist eben so das es nicht nur EINEN Weg gibt, der zum Ziel führt.
Wenn ich andere Vorgehensweisen sehe, dann kann ich meine eigenen Erfahrungen damit abgleichen.
Dann wird sich mit Sicherheit einiges finden, was ich verbessern kann.
Also, danke Norbert, das du deine Technik so ausführlich schilderst.

Der Lappen liegt eingelegt in Danklorix in einer Plastikdose.
Norbert du hast Recht, du musst immer vorher überlegen was du in der Box benötigst.
Nochmal aufmachen und was dazulegen, geht gar nicht.
Die grünen Schoten kommen bei mir in ein Glass mit Danklorix, Samen desinfiziere ich mit 3% tigen Wasserstoffperoxid, eingetackert in eine Teefilter.
Immer kommt ein Tropfen Spülmittel dazu, wegen der Oberflächenspannung. Bei beiden Wegen müssen die Samen/Schoten 15 Minuten gebeizt werden.
In der Box selbst fange ich auch erst nach 15 Minuten an zu arbeiten, solange dauert es bis alles (hoffentlich) keimfrei ist.

Bilder von den Frischhaltedosen am Samstag. Blöderweise gibt es entweder zu kleine oder zu große.
Aber meine Erfahrungen sind durchaus positiv. Der Vorteil ist, das oben Licht rein kommt und die Dosen mehrfach verwendet werden können.

NorbertK

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Orchideenfreund
Moin Bernd,
eigentlich bin ich ja der lernende von Dir, bist ja schon länger am Ball und kannst einiges an Erfolgen vorweisen.
Deine Methode der Samen Desinfizierung kenne ich von Lotte und Thomas Ederer. Habe ich zu Beginn auch schon mal so probiert, bin aber gleich wieder davon abgekommen, weil ich das gefühl hatte, dass der Samen nicht richtig benetzt wurde zwischen dem Filterpapier, allerdings ohne Spülmittel. Für die klassische Methode verwende ich ein Bourbon Vanille Glasröhrchen (bei mir wird nicht gleich alles weggeschmissen) ;-). Dort hinein dann den Samen und mit 3%igen H2O2 + minimal Spülmittel gut geschüttelt. Einwirkzeit wie bei Dir. In der Box habe ich dann ein Trichter, Kaffeemesslöffel, 2 (Salsa-Dip)Gläser mit Wasser und ein rundes Kaffeefilterblatt, so gefaltet das es in den Trichter passt (alles natürlich vorher desinfiziert). Der Trichter wiederum passt exakt auf ein Alete-Glas (ohne der Tülle) als Auffangbehälter. Da Trichter und Kaffeemesslöffel aus Kunststoff sind werden sie in der Box genauso mit DanKlorix behandelt und vor gebrauch mit Wasser gespült. Das Wasser aus dem anderen Glas wird zum spülen der Samen verwendet. Ich weiß, ist noch kompliziert. Das Wasser zum Spülen der Samen könnte ich auch in ein kleines Schnapsfläschchen füllen, so spare ich mir dann den Kaffeemesslöffel und für einmaliges Spülen reicht es sicher. Meine Sorge ist ja nur, dass das DanKlorix vielleicht eine schädliche Wirkung auf die Samen hat. So probiert man immer wieder mal was neues, bis ein Optimum erreicht ist. Mit Samenkapseln ist es dagegen leicht. Damit das Klorix auch in die Ritzen gelangt gehen ich noch zusätzlich mit einer weichen Zahnbürste oder einem borstigen Tuschpinsel ran. Vor dem aufschneiden spüle ich die Kapsel in Wasser.

Nachtrag:

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Die Flaschen muss man sich mit Wasser gefüllt vorstellen.

Befi

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Orchideenfreund
Hallo Norbert,

die Methode habe ich auch von Lotte und Thomas Ederer, das funktioniert sehr zuverlässig.
Nur auf das Spülen mit Wasser verzichte ich, das habe ich so in einem Artikel in dem Heft der Orchideengesellschaft die Orchidee gelesen.

So wie du die Saat deifizierst sieht interessant aus, das ist auf jeden Fall ein Versuch wert.ja1

Man kann von jedem etwas lernen, nur nicht so bescheiden Norbert.
Danke für den Tipp.Laughing

NorbertK

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Orchideenfreund
Bernd, Du hast doch von ein Tropfen Spülmittel geschrieben. Also wenn Du nur die Wasserstoffperoxydlösung verwenden würdes, tät ich es ja verstehen, denn das zersetzt sich unter Lichteinwirkung (die fertige 3% Lösung H2O2 ist mit Phosphorsäure stabilisiert, von daher wäre ich mir da auch nicht so sicher). Beim Spülmittel noch viel  weniger. Nun, Deine Erfolge sprechen eine andere Sprache.

Befi

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Orchideenfreund
Hallo Norbert,

ich habe in den Übungsjahren über viele verschiedene Methoden zur Beize, bzw. zum Sterilisieren gelesen.
Bei dem was bei mir funktionierte bin ich dann erstmal geblieben.
Jetzt werde ich deine Art bei der Aussaat von Samen ausprobieren, aber auf meine Arbeitsweise abgestimmt.
Das gibt dann weniger Arbeitsschritte.
Du glaubst gar nicht, wie schwer es ist so ein Samenbriefchen mit Gummihandschuhen aufzuschneiden.
Warum Spülmittel habe ich in einem Artikel von einem Chemiker gelesen, ich such das mal raus, dann gibt es eine kurze Zusammenfassung.

Ich kann mir nicht vorstellen, das nur wir beiden epiphytische Orchis aussähen, will der Rest nichts verraten Question  Question  Question  Question

Du hast nach den Frischhaltedosen gefragt, mit denen ich experimentiert habe, hier mal ein paar Bilder.
Die Spülmaschienenfesten, die ich bis jetzt ausprobiert habe vertragen alle 120°C im 'Backofen.
Der Filter wird noch mal mit Tesa gesichert, er rollt sich sonst manchmal auf.


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Als die ich die Erste Dose geöffnet hatte war die Überraschung über so viele kräftige Pflanzen doch sehr groß.
Nun suche ich genau diese Sorte, nur ca. 3x so hoch.

NorbertK

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Orchideenfreund
Nabend Bernd,
ich glaube nicht des es so viele gibt die die Aussaat von Orchideen praktizieren, da es doch sehr aufwendig ist. Aber wir beide zeigen ihnen ja jetzt wie es geht. Suspect

Hmm, Du willst meine Aussaatmethode ausprobieren aber angepasst mit weniger Arbeitsschritte? Lass mal horchen!
Warum Spülmittel verwendet wird ist mir schon klar. Nur welche Auswirkungen hat es auf den Samen wenn es mit auf das Medium gelangt?
Deine Frischhaltedosen mögen ja die 120°C aushalten aber im Druckkochtopf erreiche ich mindestens 130°C und ab da wird es schon kritisch für viele Kunststoffe. Einige Züchter verwenden Feinkostbecher, die bei Lieferung schon steril verpackt sind. Das Medium wird dann im noch flüssigen heißen Zustand unter Schutzatmosphäre in die Becher gegossen. Da bin ich auch schon am überlegen. Lohnen würde sich das aber nur bei großen Mengen.
Ich hatte jetzt mal zu Testzwecken ein Glas mit etwas Wasser und Folie abgedeckt sterilisiert, einfach um zu sehen was passiert. Alles eigentlich soweit okay, nur der Gummi hat etwas nachgegeben und war hinterher im Durchmesser etwas größer.
So, dann mal guten Rutsch.

NorbertK

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Orchideenfreund
Hier mal ein Update meiner Aussaat.
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Die Protokorme sollten nun deutlich erkennbar sein. Einige scheinen mit Wurzelbildung zu beginnen.

@Bernd
Wolltest nicht noch etwas "Beizen" beitragen?

Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
ja1 ja1


_________________
Gruß Franz
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Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt es nicht. (Konrad Adenauer)

Stil ist nicht das Ende des Besens!
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NorbertK

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Orchideenfreund
Franz, vielen Dank.

Das was da keimt sind Kreuzungen von dieser:

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mit einmal der C. Varut Rittinan und einmal C. Purple Queen. Ich habe ja nicht viele. Eine Samenkapsel hatte schon eine kleine Öffnung, so war ich leider gezwungen die Samen zu behandeln. Den Samenkapseln sieht man es nicht wirklich an wann sie aufgehen, denn sie waren nur sehr leicht gelblich geworden, allerdings hingen sie schon 7,5 Monaten dran. Mir war klar das ich bals handeln müsste. Die andere war aber noch komplett verschlossen. Insgesamt sind es 5+2 Gläser aber nur von der noch geschlossenen Samenkapsel haben bisher die meisten gekeimt. 2 Gläser habe ich noch vor ca. 2 Wochen mit Samen von Dendrobium nobile bestückt und nur mit Folie abgedeckt. Eine Kontamination konnte ich bisher nicht entdecken aber gekeimt ist noch nichts oder zumindest ist es als solches nicht zu erkennen. Mir scheint es so als seien sie schon etwas gequollen.
Vorher hatte ich mal Versuche über Wasserdampf gemacht aber das erschien mir dann doch nicht so praktikabel.

Befi

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Orchideenfreund
NorbertK schrieb:
Die Protokorme sollten nun deutlich erkennbar sein. Einige scheinen mit Wurzelbildung zu beginnen.

@Bernd
Wolltest nicht noch etwas "Beizen" beitragen?

Die Kleinen machen sich richtig gut Norbert.ja1
Meine ersten Versuche ergaben meistens roten oder gelben Schleim. Laughing

Das mit dem Beizen muss ich erst noch Mal lesen, um keinen Blödsinn zu verbreiten.
Aber viele Kollegen sind krank, und so mache ich oft Doppelschichten.
Ich bin Drucker, und eine Zeitung von gestern will keiner mehr lesen. Mad
SORRY!

NorbertK

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Orchideenfreund
Bernd, sorry wenn ich Dich unter Druck gesetzt habe aber nun weiß ich ja bescheid, lass Dir ruhig Zeit.

Nun, bei mir sind auch zwei Gläser gewesen die plötzlich so eine milchige Oberflächetrübung bekamen. Ich war mir nicht sicher woran es gelegen haben könnte, denn zum einen waren es die Samen die ich behandeln musste und zum anderen ausgerechnet die beiden Gläser, bei denen sich ein Vakuum bildete. Auf jeden Fall wölbten sich die Deckel irgendwann leicht und es war ein Geruch von Gährung wahrnehmbar. Beim Zweiten Anlauf gab es dann noch eine Überraschung mit dem Nährboden und erst beim dritten Versuch hat es geklappt, da waren die Samen dann auch alle aufgebraucht. Wie heißt doch so schön, Versuch macht kluch.

Befi

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Orchideenfreund
Hej Norbert,

danke für Dein Verständnis. Very Happy

Und immer wenn ich sicher bin, ich hab alles im Griff, geht wieder was schief.
Eine Phal. amboinensis White x Phal. amboinensis keimten ganz ordentlich. dann kam ein weißer Pilz. Bei umgelegten Phal. bellina das gleiche. Ich habe dann in der Box die Protokormen in Wasserstoffperoxid sterilisiert, und auf frischem Nährboden in neuen Gläsern verteilt. Das ist jetzt 10 Tage her, noch sieht alles gut aus.
Die Protokorme bzw. kleinen Pflänzchen haben das Baden nicht übelgenommen. An Bilder habe ich leider nicht gedacht.

NorbertK

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Orchideenfreund
Na gut zu wissen, vielen Dank.

25 Umlegen am 15.01.17 0:25

Befi

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Orchideenfreund
Manchmal gibt es eine Massenkeimung.
Wenn es dann soweit ist das die Kleinen umgelegt werden müssen kommt fast immer zu einen Anfängerfehler.
Es werden viel zu viele Pflänzchen in das neue Glass gelegt.
Wenn man besonders schnell große Pflanzen haben möchte sollte man nur 6 -10 Pflänzchen in das neue Glass legen.
Das Wachstum ist dann unglaublich.
Hier zeige ich euch einen Anfängerfehler. Embarassed

Phalaenopsis mannii Black x cornu - cervi f. Chattalade Umlegeversuch in Frischhaltedose.
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.][/u
Viel zu viele Pflanzen in der Dose. Embarassed
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Wo die alle vorher waren weiß ich nicht?
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So  sieht es nach dem Ausflaschen und Einpflanzen aus, auch die kleinsten bekommen eine Chance.
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Wenn nur 10 Pflanzen in der Dose wären, sollten die doppelt so groß sein, wie die aktuell grüßten.

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