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Guarianthe patinii (syn. Cattleya patinii, Cattleya deckeri)

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Rolf

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Orchideenfreund
Hallo Orchideenfreunde,

Guarianthe (Cattleya) patinii gehört zu den vier bifoliaten (zweiblättrigen) Cattleyen, welche in Zentralamerika beheimatet sind.

Sie ist eine sehr umstrittene und falsch interperetierte Art. Die Ursache hierfür liegt zum größten Teil bei R.A. ROLFE, welcher sie im selben Jahr ihrer Erstveröffentlichung (1900 durch COGNIAUX) als konspezifisch mit der 1855 von KLOTZSCH beschriebenen Cattleya deckeri bezeichnete. Über fast ein Jahrhundert haben nachfolgende Autoren (u.a. FOWLIE, WHITHNER) von ihm abgeschrieben!

1998 hat R.L. DRESSLER (in "Lindenia" 13) Cattleya deckeri neu typifiziert. Hiernach basiert ihre Erstbeschreibung durch Klotzsch 1855 auf einer Pflanze aus dem Hybridenschwarm von Cattleya x  guatemalensis, gesammelt von EHRENBERG in Guatemala oder Mexiko und hinterlegt/kultiviert in der DECKER-Sammlung in Berlin! Somit ist ihre Beschreibung als C. deckeri ungültig, und die korrekte Bezeichnung ist Cattleya (heute Guarianthe) patinii!

Guarianthe patinii ist sehr eng mit G. skinneri (syn. Cattleya skinneri) verwandt, und ihre Blüten sind sich sehr ähnlich. Verbreitungsschwerpunkt von G. patinii ist Panama, sie kommt aber auch in Venezuela, Trinidad, Guyana und Kolumbien vor. Es gibt allerdings Vermutungen, dass sie hier anthropogen aus Panama eingebürgert wurde.

Die Blüten von G. patinii sind etwas kleiner als die von G. skinneri. Auffällig ist, dass ihre Blütenlippen vorn zugespitzt sind (die von G. skinneri sind rund). Markant ist der Unterschied in der Farbe des Lippenschlundes, welcher bei G. patinii dunkelpurpur, bei G. skinneri jedoch gelblich ist! Markant ist auch der Unterschied in der Blütezeit: G. patinii blüht in den Herbstmonaten, während G. skinneri in den Frühjahrsmonaten blüht!


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Guarianthe patinii


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Guarianthe skinneri


Freundliche Grüße
Rolof

walter b.

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Orchideenfreund
Hallo Rolf,

danke für den hoch interessanten Beitrag! Das bringt mir Klärung in die Wirren um diese Art!

Doch würde es mich wundern wenn die Lippe immer spitz wäre; die Pflanzen die ich kenne (im Original und von Bildern) haben eigentlich alle runde bis sogar leicht eingebuchtete Lippen.
Ein Beispiel wäre bei Withner oder auf dem folgenden Bild aus dem Netz:

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Im Gegensatz dazu gibt es auch andere Guarianthen mit spitzen Lippen (außer aurantiaca). Hier blüht gerade eine bowringiana mit deutlich in die Länge gezogener bis fast spitz zulaufender Lippe. Ich habe die Pflanze zwar gerade erst bekommen, zweifle aber nicht an ihrer Echtheit. Auch Werner hat so ein Exemplar.

Als Hauptmerkmale von Guarianthe patinii würde ich die Blütezeit und den dunklen Lippenschlund nennen. Wobei sich die Blütezeit auch auf den Winter erstreckt und bis in den Februar geht, doch skinneri blüht sowieso erst im März oder im April.
Auch sind Pflanzen von Guarianthe patinii (fast hätte ich wieder deckeri geschrieben) für mich auch an ihrem Habitus zu erkennen. Ich kenne die Pflanzen gedrungener im Wuchs als die meisten anderen andere Guarianthen (obwohl es ähnliche skinneri-Klone gibt, ich denke an 'Heiti Jacobs'), sie sind verhältnismäßig kürzer und die Bulben sind mehr keulenförmig, werden oben im Verhältnis zur Basis auch ziemlich breit. Darüber hinaus habe ich eine hellere Farbe (die fast ins Gelbliche gehen kann) und einen besonders starken Glanz auf den Pseudobulben (auch auf den älteren, gefurchten) beobachtet.

Bei Withner kann man diese Eigenschaften gut sehen, er zeigt auch eindeutig eine echte patinii.
Ich kann aber nicht sagen inwiefern das kulturabhängig ist. Die helle Farbe ist wahrscheinlich zumindest teilweise durch starkes Licht bedingt...

Schöne Grüße
Walter

3 Guarianthe patinii am 19.12.13 8:31

diehey

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Orchideenfreund
Hallo Rolf und Werner,
bei meiner Pflanze kann ich nur sagen das sie bifoliate als auch unifolate Blätter hat, auch die Blüte passt überhaupt nicht mit der abgebildeten Pflanze. Was noch auffällt ist das sie eine lange Blütenzeit hat, blüht nun schon fast 2 Monate.
Hier noch einmal ein Foto.

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Ich kann mich schwer damit anfreunden das es eine Ca. patinii sein sollte obwohl die Blüte schon Ähnlichkeit mit einer Guarianthe Blüte hat.
Erst einmal vielen Dank für eure Mithilfe bei der suche nach einen Namen.

Viele Grüße
Dieter

Rolf

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Orchideenfreund
Hallo Dieter,

1. Deine Antwort ist hier im falschen Thread gelandet. Sie gehört dorthin, wo Du die Frage gestellt hast, nämlich in den Thread "Von der Sammlungsauflösung".

2. Weder Walter b (nicht Werner) noch ich haben behauptet, dass Deine Hybride eine Guarianthe patinii ist, sondern lediglich vermutet, dass diese ein Elternteil sein könnte.

Freundliche Grüße
Rolf

Rolf

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Orchideenfreund
Hallo walter,

ich glaube nicht, dass der link in Deiner Antwort eine Guarianthe patinii zeigt! Sie sieht eher aus wie eine Hybride (oder sogar Naturhybride?) zwischen G. skinneri und G. patinii! An das Foto im WHITHNER kann ich mich nicht mehr erinnern, ich habe das Buch vor einigen Jahren verkauft, weil es mir nicht gefällt.

Mir sind nur G. patinii mit spitzer Lippe bekannt. Im Internet sind auch viele solcher Blüten als G. patinii abgebildet. Ich habe einfach die Vermutung, dass viele als G. patinii bezeichneten Pflanzen mit rundem Lippenvorderlappen Hybriden zwischen G. skinneri und G. patinii sind. Auch die Möglichkeit einer Naturhybride schließe ich nicht aus, denn obwohl G. skinneri angeblich nicht in Panama vorkommen soll, habe ich sie im September 2000 am Rio Majagua (nahe der Stadt Davíd) in großen Beständen gefunden! Und das G. patinii ihr Hauptverbreitungsgebiet ebenfalls in Panama hat, ist hinlänglich bekannt! Was also spricht gegen eine Naturhybride?


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Guarianthe skinneri am Standort (Rio Majagua, nahe Davíd) in Panama, Sept. 2000


Freundliche Grüße
Rolf

Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
Um noch mehr Unklarheit in die Sache zu bringen, bei der RHS wird sie als Naturhybride geführt. Ein Hoch auf alle, die da wirklich wissen was im Moment da als eigenständige Art, als Varietät oder doch Hybride durch die so genannten Fachkundigen festgelegt wird. Siehe Link:


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Ich habe mich entschlossen nicht mehr zu spekulieren. Irgendwann, vielleicht erleben wir es nicht mehr, wird man hoffentlich Klarheit in die Beziehungen der Arten bekommen.


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Gruß Franz
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Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt es nicht. (Konrad Adenauer)

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Rolf

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Orchideenfreund
Hallo Franz,

über diese Einstufung der RHS kann ich nur lachen! Die RHS entwickelt sich immer mehr zur Lachnummer! Wer soll denn G. patinii als Naturhybride beschrieben haben?? Die RHS ganz sicher nicht - die registrieren ja nur (vgl. auch das von mir in einem anderen Thread geschriebene über Rhynchostele/Lemboglossum)!

Freundliche Grüße
Rolf

werner b

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Orchideenfreund
wo sieht man denn bei der RHS die angeblichen Eltern dieser "Naturhybride"?

wäre interessant, was die dazu schreiben....

Rolf

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Orchideenfreund
Hallo Franz, Hallo Werner,

Kew Garden, welche Bestandteil der RHS ist, schreibt auf ihrer offiziellen Webseite ("The Plant List") folgendes zu Guarianthe patinii:

Guarianthe patinii (Cogn.) Dressler & W.E.Higgins is an accepted name
This name is the accepted name of a species in the genus Guarianthe (family Orchidaceae).

The record derives from WCSP which reports it as an accepted name (record 247367↗) with original publication details: Lankesteriana 7: 38 2003.

Nix da von wegen Naturhybride!!!

Freundliche Grüße
Rolf

Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
Hallo Rolf,

das ist ja alles richtig. Ich wollte damit nur unterstreichen, welcher Wirrwar um manche Art abläuft. Gerade die RHS als die bei Hybriden einzig zuständige Registrierstelle birgt Unklarheiten. Aber, Du weist doch selber, es wird so schnell in der Umbezeichnung von Arten, teils nur auf ein Merkmal konzentriert gehandelt, dass man nie klar weiß, liege ich noch richtig oder nicht.


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Gruß Franz
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walter b.

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Orchideenfreund
Hallo Rolf,

gegen eine (Natur)hybride spricht für mich dass scheinbar der Großteil aller gezeigten patiniis bzw. deckeris runde Lippen haben. Übrigens auch die coeruleas und die eine alba die ich unter deckeri alba auf einer japanischen Seite auftun konnte. Es können doch nicht fast alle kultivierten patiniis Hybriden sein, so häufig können die doch gar nicht in der Natur vorkommen, müssten doch die Reinen häufiger sein und auch ihren Weg in unsere Kulturen finden...

Viele Grüße
Walter

werner b

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Orchideenfreund
habe soeben in einem älteren Buch gestöbert:

Cattleya deckeri wird auch für Trinidad angegeben. In Norden der Insel soll es eine meist cleistogame Population geben, die nur in sehr trockenen Jahren ihr Blüten etwas aufreißt.
Das Foto im Buch ist grottenschlecht: zwei Blüten mit zurückgerollten Blütenblättern. Leider sieht man die Lippe nicht, ob rund oder spitz.

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