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Tausendfüßler - same procedure as last year...

Nach unten  Nachricht [Seite 1 von 1]

Karola

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Orchideenfreund
Hallo zusammen,

es ist Sommer - und wie letztes Jahr auch, habe ich wieder Tausendfüßler Mad 

Zunächst war ich einfach nur wegen zerbröselndem Substrat mißtrauisch, gesehen habe ich allerdings nicht mal einen halben. Dann hatte ich meine im Leistenkörbchen getopfte Phal. javanica in der Hand und habe obendrauf ein längliches Viech entdeckt. Ich habe das als Gutfüßler (= Hundertfüßler) interpretiert und gelassen, wo es ist. Vorgestern habe ich dann meine aufgebundene Ornitophora radicans in die Hand genommen um zu gucken, ob da eventuell noch mehr als nur der eine Blütentrieb dran sei. Und dann.... in einem Loch der Platte war so ein zusammengerolltes Etwas... sofort schrillten meine Alarmglocken in absoluter Lautstärke. Pinzette genommen, rausgepult... und ja, es ist ein Tausendfüßler! Hat diese typischen angewinkelten Antennen am Kopf. Und bei mißtrauischer weiterer Betrachtung von meinem Orchifenster habe ich dann unten an meiner Maxillaria rufescens ein Jungtier gesehen. Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob das in der javanica wirklich ein Gutfüßler war...

Bevor sich das wieder zur Plage ausweitet, kommt sofort Trockeneis zum Einsatz. Mein Mann hat das heute schon besorgt und es steht einsatzbereit im Styroporbehälter.

Was mich allerdings ein wenig wundert: wieso habe ich die jetzt schon wieder?

Letztes Jahr hatte ich das Trockeneisprozedere zwei Tage vor unserem Urlaub gemacht und danach sind sie für die Urlaubszeit zu einem Orchideenhändler gekommen. Gab es da die wiederholte Ansteckung? Oder überleben die Eier unbeschadet die Trockeneisprozedur und bilden dann sozusagen den neuen Grundstock?

Übrigens habe ich die inzwischen identifiziert: Oxidus gracilis, wird auch als Gewächshausbewohner bezeichnet.

Gruß,
Karola.

Karola

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Orchideenfreund
Hallo zusammen,

das Trockeneis ist gestern Abend zum Einsatz gekommen. Die Nacht über haben die Orchideen in der Wanne verbracht und sind heute morgen von Axel auf den Esstisch gestellt worden, damit er die Wanne wie gewöhnt benutzen kann.

Im Netz bin ich dann mal auf Suche gegangen über meine Tausendfüßer. Gefunden habe ich dabei unter anderem diese Seite: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] Die hat auch eine Rubrik für Tausendfüßer (genaugenommen Doppelfüßer = Diplopoda, eine Untergruppe der Tausendfüßer. Doppelfüßer heißen sie wohl wegen der zwei Beinpaare pro Segment), und da habe ich auch den Oxidus gracilis gefunden. Ab dem Zeitpunkt war es wurscht, ob die Eier auch auf das Trockeneis ansprechen oder ob ich die von irgendeinem Orchideenhändler habe, denn im Grunde genommen können die von überall zu mir gelangt sein. Die fühlen sich z.B. auch in Blumenkisten wohl...

Den Vormittag habe ich damit zugebracht, zu versuchen, die Ablagerungen der Salze von der Scheibe runter zu bekommen. So wirklich zufrieden bin ich bisher nicht. Ausprobiert habe ich alles mögliche: Essig, heißes Wasser mit Spülmitte und einem Schuß Essig und etwas Kochsalz (??), Spiritus, Siberputzmittel, Ceranfeldreiniger mit Schaber, Rasierklingen.... Am besten hat mir noch das Ergebnis vom Ceranfeldschaber gefallen. Damit geht es die nächsten Tage immer mal so peu a peu weiter.

Jetzt sind alle Orchis wieder an ihrem Platz. Bis zum nächsten Trockeneis-Einsatz... und der kommt bestimmt....

Gruß,
Karola.

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
Karola schrieb:
Bis zum nächsten Trockeneis-Einsatz... und der kommt bestimmt....

Was ist das und wofür ist das genau gut?

Gruß
Uwe

Karola

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Orchideenfreund
Hallo Uwe,

Trockeneis ist gefrorenes CO2, also Kohlendioxid, und klaut den Viechern die Luft zum atmen. Als Möglichkeit habe ich das von jemandem aus dem Vorforum genannt bekommen. Der hatte mir folgende Seite verlinkt:
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

Nach ein wenig Suche habe ich hier in Düsseldorf einen Laden aufgetrieben, der auch relativ kleine Mengen an Privatpersonen verkauft.

Was mich etwas irritiert: die Hornmilben scheint das nicht so zu interessieren, die sehe ich nach wie vor. Leider auf meiner Sinningia pusilla (also einer Nicht-Orchi) und da kippt das Verhältnis Hornmilben/Sinningia immer mehr zugunsten der Hornmilben. Nicht gut... Gestern habe ich mit Schädlingfrei Careo gegenangearbeitet. Jetzt sind es weniger Hornmilben, leider auch immer weniger Sinningia...

Gruß,
Karola.

UweM.

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Fachmoderator Paphiopedilum
... was es so alles gibt. Hast du das auch in einer Vitrine mit Orchideen oder auf der Fensterbank gemacht?

Karola

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Orchideenfreund
Hallo Uwe,

ich habe das in der Badewanne und im Wohnzimmer im Behälter unten vom Orchifenster gemacht.

Erst hatte ich die Idee, beides von oben mit Plastikfolie abzudecken und dann das durch Wasser geschmolzene Trockeneis (also das Kohlendioxid) von oben durch Löcher in der Folie rein zu leiten. Der Mensch von der Firma, von der ich das habe, kannte diese Anwendung übrigens auch noch nicht und hat sich dann von mir den Link zuschicken lassen. Danach meinte er: eine völlig überflüssige Vorsichtsmaßnahme, denn Kohlendioxid ist schwerer als Luft und sinkt sowieso nach unten, mischt sich also nicht mit der Raumluft.

Also habe ich alle Orchideen in die Wanne verfrachtet und das da gemacht. Da ich noch vom letzten Mal wußte, daß der ein oder andere Doppelfüßer auch den Weg nach unten in das Behältnis mit dem Blähton findet, habe ich das da auch gemacht.

Nun ist erstmal Ruhe. Aber leider - wie gesagt - werde ich das wohl wieder machen müssen. Wohl in einem Jahr, wenn wieder neue Balkonpflanzen geholt werden. Allerdings werde ich dann versuchen, einen zeitlich etwas günstigeren Termin zu finden, denn es hat mich diesmal ein paar Knospen meiner Leptotes bicolor gekostet. Zum Glück nur an der Leptotes, alles andere hat das unbeschadet überstanden.

Übrigens hatte ich inzwischen eine Idee, warum die Hornmilben in der Sinningia die Attacke überlebt haben. Die Sinningia ist in Erde getopft, die nicht so dicht ist sondern auch Löcher bietet. Vielleicht haben sich ein paar Hornmilben da rein gerettet? Kommt mir allerdings nicht so ganz schlüssig vor, den immerhin ist die Sinningia zusammen mit all den anderen die ganze Nacht in der Wanne geblieben. Was aber erklärt, warum die weniger geworden ist: sie mag es gern warm und feucht. Okay, feucht hatte sie es, aber möglicherweise nicht warm genug.

Gruß,
Karola.

7 Rückschlag... am 18.08.13 9:25

Karola

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Orchideenfreund
Tja, leider können die Biester eine Zeit ohne Sauerstoff überleben, wie ich jetzt rausbekommen habe.

Wir hatten am Sonntag jemanden zu Besuch hier und er hat sich natürlich auch mein Orchifenster angesehen. Ich habe ihm von meinem Ärger mit den Tausendfüßern und deren Vernichtung erzählt. Und da meinte er: ist das da einer? Ich wär fast in Ohnmacht gefallen, denn tatsächlich, ja da war ein Doppelfüßer! Und zwar ein erwachsenes Tier, also schon länger existent. Das Biest war wieder auf der Maxillaria rufescens, also unten auf der rechten Seite vom Fenster. Eingedenk der Tatsache, daß ich beim ersten Auftreten der Diplopoda vor einem Jahr die zuerst an dem aufgebundenen Oncidium sotoanum entdeckt hatte, habe ich mir das wieder vorgenommen und genau studiert. Und habe einen entdeckt: und zwar unten in der Bodenplatte in einem winzigen Loch, was naturgemäß in diesen zusammengesetzen Korkplatten entsteht. Wo einer ist, sind erfahrungsgemäß auch ein paar mehr, und wenn einer den Trockeneisangriff überlebt hat, werden das auch noch mehr überlebt haben als nur dieser eine.

Mein Mann hatte dann die Idee: ertränken... Okay, also einen Behälter mit Wasser gefüllt, die Platte mit einem Konstrukt unter Wasser fixiert. Während der Bastelei habe ich bereits den ersten Doppelfüßer gesehen.... er krabbelte völlig unbeeindruckt unter Wasser an der Platte rum. Da bin ich dann im Netz mal auf Suche gegangen, wie es sich mit Wasser und Diplopoden verhält.

Gefunden habe ich diesen Eintrag in einem Forum, das sich mit Diplopoda beschäftigt:
Tausendfüßer ertrinken nicht so schnell. Tausendfüßer halten es teilweise bis zu mehreren Stunden unter Wasser aus ohne zu sterben. Sie verschließen ihre Tracheen und da sie nicht so einen hohen Stoffwechsel haben wie Säugetiere verbrauchen sie auch nicht so viel Sauerstoff.

Also folgert für mich daraus: Trockeneis hilft nur bedingt, Wasser leider auch.

Ich habe dann 3 erlegen können, die auf den trockenen Teil gekrabbelt sind um dem Wasser zu entkommen. Wer weiß, wie viele da noch drin stecken. Dann habe ich noch einen toten gefunden, und zwar an der Sygmatostalix radicans, auf der ich vor dem Beginn der diesjährigen Aktion den ersten entdeckt hatte. Heute morgen habe ich einen (quicklebendigen!) auf der Sinningia pusilla gefunden und erlegt. Aber zum einen ist diese Einzeljagd eine mühsame und langdauernde Angelegenheit, zum anderen auf Dauer nicht sehr erfolgversprechend, denn es wird dauernd selber für Nachwuchs gesorgt... Also bin ich weiter auf Suche gegangen, was die zuverlässig vernichtet. Im Netz gefunden: gegen Tausendfüßer hilft Fossiles Plankton, anderer Name: Kieselgur. Das ist ein Pulver, was mit Wasser Sprühfähig gemacht wird und wenn es abgetrocknet ist, beginnt die Wirkung: es trocknet die Tausendfüßer aus.

Hört sich ja im Prinzip gut an, nur... wie soll das in einem Orchifenster, in dem ständig eine gewisse Luftfeuchtigkeit vorhanden ist und auch vorhanden sein soll, funktionieren?

Tja, ich bin die Biester also leider nach wie vor nicht los.

Ideen sind herzlich willkommen!

Gruß,
Karola.

Leni

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Orchideenfreund
Hallo Karola
Vor mehr als 20 Jahren hatte ich in meiner damaligen Vitrine selbiges Problem. Ich hatte damals sehr viele Orchideen auf Rebholz aufgebunden und dieses liebten sie. An allen Ecken und Enden rieselte es.
Ich bekam damals den Tip, nimm Decis und tauche die Orchideen.
Einzigster Haken an Decis war, einige Orchideen vertrugen es nicht und büßten ihrt komplettes Laub ein.
Decis gibt es nicht mehr, es war ein künstliches Phyretroid. Aber ich denke, du bekommst die schon im Tauchverfahren mit einem anderen Gift schon gut in den Griff.
Hast du es mal mit Bi58 probiert?

LG

Leni

max4orchids

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Orchideenfreund
Hallo,

letztes Jahr hatte ich ebenfalls eine Tausendfüßler-Plage - auf einmal sah ich jede Nacht drei oder vier adulte Tiere, die ich natürlich nach draußen befördert habe, aber in der nächsten Nacht wieder welche... Und dann auch Junggetier (nicht die kleinen rosa Bandfüßler, die auch nicht besonders gut sein sollen), sondern eben Tausendfüßler, die bei Mangel an Grünzeug auch mal an zarten Wurzelspitzen vergehen, was gar nicht gut ist.

Ich bin dann irgendwann auch auf Kieselgur gestoßen und hab mir welches bestellt. Aber bevor ich es einsetzen konnte (musste), war der Spuk so wie erschienen auch wieder vorbei. Warum, keine Ahnung. Hat das tägliche (oder besser: nächtliche) Ablesen Erfolg gezeigt? Davon bin ich ausgegangen. Über den kompletten Herbst und Winter hinweg hatte ich dann Ruhe - aber seit einiger Zeit entdecke ich wieder welche, vereinzelt, aber doch. Ich halte es vorläufig mit dem Ablesen und Rauswerfen - wenn man am Ball bleibt, dann kehrt hoffentlich wieder Ruhe ein.

Dass man Kieselgur versprühen kann, auf die Idee bin ich gar nicht gekommen - ich hatte gedacht, dass man das streuen muss, und das hat mich irgendwie davon abgehalten, es zu tun. Aber versprühen - das könnte ich mir merkwürdigerweise viel besser vorstellen. Die Wirkung besteht anscheinend darin, dass die rauhen Oberflächen der abgestorbenen Planktonkörperchen so rauh sind, dass sie sich irgendwie mit dem Chitinpanzer der Tausenfüßler verfangen. Und dann ersticken sie oder bekommen enorme Probleme bei der Häutung, ich erinnere mich nicht mehr so genau, aber in diese Richtung geht es wohl. Deshalb reicht es sicher, wenn die Oberflächen damit bedeckt sind (ob's trocken sein muss, das glaube ich nicht einmal) - die Füßler krabbeln darüber, das Zeug bleibt an ihnen hängen wie Staubfussel an einem Socken - und schon sollte das Problem gelöst sein, wenn es stimmt.

Soweit die Theorie. Vielleicht probierst Du es ja auch einmal in der Praxis, sollte das Ablesen nicht helfen. Viel Erfolg - und berichte darüber!

Karola

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Orchideenfreund
Hallo Oliver,

ich habe eben mal auf die Schnelle nach diesem künstlichen Phyretroid gegoogelt. Das ist scheinbar ein hochwirksames Nervengift - nicht nur hochwirksam bei Insekten, sondern auch bei Menschen. Das Zeug ist inzwischen verboten. In der Vitrine, also einem abgeschlossenen Bereich, mag sowas gerade noch gehen, aber in der Wohnung anwenden geht gar nicht.

BI58 - nein, das habe ich natürlich noch nicht probiert, besitze es nicht einmal. Google sagt: ein Nervengift, Bienengefährlich. Nun sind Tausendfüßer keine Insekten (soweit ich weiß), aber der darin enthaltene Wirkstoff Dimethoat wirkt auch auf Säugetiere (und damit auch auf den Menschen).

Ein Versuch ist es wert, allemal besser als jedes Pflänzchen einzeln tauchen und die sich an die Luft rettenden Biester mit der Pinzette absammeln und morden...



Hallo Markus,

ja, daran kann ich mich erinnern aus dem anderen Forum. Du hast damals einen riesigen Sack von dem Kieselgur geholt - und schwups, waren sie alle untergetaucht... (vielleicht, weil sie geahnt haben, was ihnen bevorsteht ? Very Happy )

Na ja, so wirklich zum sprühen ist es nur teilweise. Die Dispersion wird mit Wasser aufgeschüttelt und dann gesprüht. Um aber wirklich zu wirken, muß das völlig abgetrocknet sein! Und genau an dem Punkt habe ich so meine Zweifel, denn wirklich abtrocknen tut in einem Orchifenster so gut wie nichts.

Die Wirkweise besteht wohl darin, daß der Chitinpanzer der Tausendfüßer abgebaut (oder durchlöchert?) wird und dadurch die Feuchtigkeit brauchenden Tiere austrocknen. Feuchtigkeit brauchend - erklärt auch, warum sie sich ausgerechnet bei Orchideen so wohl fühlen.

Händisch absammeln ist, so finde ich, auch nicht wirklich eine echte Lösung. In dem Moment, in dem man den ersten findet, ist es eigentlich schon zu spät, um der Plage Herr zu werden, denn in aller Regel findet man nur einen von hunderten... Und die anderen 99 machen sich bereits genüßlich über das Substrat her.

Aha, Du hast sie also auch wieder. Herzlich willkommen im Club... Ich fürchte, daran können wir uns schonmal gewöhnen, daß pünktlich mit Beginn der Gartensaison auch die Doppelfüßer wieder auftauchen.

Gruß,
Karola.

Leni

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Orchideenfreund
Hi Karola
Klar sind das Nervengifte, auch für uns gefährlich, allerdings bei sachgemäßer Anwendung machbar.
Ich habe damals alle Orchideen getaucht auf der Terrasse, war eine riesen Arbeit, aber damals war dann Ruhe Smile


LG

Leni

max4orchids

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Orchideenfreund
Karola schrieb:In dem Moment, in dem man den ersten findet, ist es eigentlich schon zu spät, um der Plage Herr zu werden, denn in aller Regel findet man nur einen von hunderten... Und die anderen 99 machen sich bereits genüßlich über das Substrat her.
Da bin ich mir nicht so sicher: Spätestens wenn man das Substrat wechselt, dann sollte es doch möglich sein, zu erkennen, ob da wirklich Duzende von diesen Viechern drin sind oder nicht. Dazu das gesante Substrat auf einem Zeitungspapier im Hellen ausbreiten - dann fangen sie an, sich zu bewegen, um dem Licht zu entkommen. Erfahrungsgemäß bekomme ich bei dieser Gelegenheit mal den einen oder den anderen zu sehen, aber es sind weder Duzende noch Hunderte, so dass es für mich so aussieht als ob das geduldige Ablesen doch Erfolg zeigt.

Was allerdings zutreffen soll: Im Herbst versammeln sich Duzende dieser Krabbler in einem Knäuel, z.B. in einem geschützten Hohlraum eines Orchideentopfs, um dort zu überwintern. Wenn man diese Orchidee dann in die Wohnung trägt, dann hat man allerdings einen "Herd". Ich habe zwar noch nie so einen gefunden, gehe aber davon aus, dass das der Ursprung des plötzlichen massiven Auftretens von adulten Tausendfüßlern sein wird.

Hermann

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Orchideenfreund
Karola schrieb:Hallo Uwe,

Gestern habe ich mit Schädlingfrei Careo gegenangearbeitet. Jetzt sind es weniger Hornmilben, leider auch immer weniger Sinningia...

Gruß,
Karola.
Hallo Karola,
Careo ist ein Insektizid und wirkt nicht gegen Milben. Nimm Neem.

Karola

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Orchideenfreund
Gestern habe ich mich weiter mit "Unter"tauchen beschäftigt und immerhin insgesamt 5 Doppelfüßer erlegt. Dabei gesehen, daß das Trockeneis offensichtlich auch der ein oder anderen geschadet hat, denn es hat zwar der Blütentrieb an meiner Haraella retrocalla überlebt, aber einige Blätter nicht. Ergo: auch Trockeneis ist scheinbar nicht ganz ungefährlich.

Meine nächste Aktion wird gestartet mit BI58. Denn ich habe absolut keine Lust, meine Zeit mit der nicht so völlig erfolgversprechenden Tauchmethode Wasser pur weiter zu verbringen.

Hallo Markus,

adulte Tausendfüßer sind leider nur ein Teil - die Jungtiere, Larven und Eier sind der andere Teil. Eier: die sind klein und schwarz, können leicht verwechselt werden mit den Kotausscheidungen. Und nach dem, was ich so rausbekommen habe, sind gerade Jungtiere und Larven recht unbeweglich, erst recht, wenn sie sich gerade häuten. Und das müssen sie, bis sie ihre endgültige Größe erreicht haben, weil der Chitinpanzer nicht mitwächst.

Und was das wieder auftreten anbelangt: ich bin mir nach meiner letzten negativen Erfahrung mit dem Trockeneis ziemlich sicher, daß ich damals wenig erreicht habe, also es nach wie vor welche gab.

Händisch absammeln: gerade bei den aufgebundenen ist das so gut wie unmöglich, denn in den Platten gibt es genug Versteckmöglichkeiten, die vor Blicken schützen.

Dazu kommt: man muß sich wohl damit abfinden, daß man den Bestand nie wirklich auf null runter bekommt. Und wenn, dann nur sehr kurzfristig, danach halten sie wieder Einzug.


Hallo Hermann,

Du hast natürlich recht! Hatte ich mir schon empirisch gedacht, denn wirklich weniger sind sie nicht geworden.... Danke für den Tip mit Neem, werde ich machen.

Gruß,
Karola.

Karola

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Orchideenfreund
Leni schrieb:Hi Karola
Klar sind das Nervengifte, auch für uns gefährlich, allerdings bei sachgemäßer Anwendung machbar.
Ich habe damals alle Orchideen getaucht auf der Terrasse, war eine riesen Arbeit, aber damals war dann Ruhe Smile


LG

Leni
Hallo Oliver,

gleich fahren wir los und kaufen Bi 58. Wie hast Du das damals mit dem Tauchen gemacht? Eimer mit der Lösung füllen, gesamte Pflanze rein? Oder reicht es, bei getopften nur den Topf samt Substrat einzutauchen? Solange es genug Licht gibt, könnte ich mir vorstellen, daß das reicht, denn es ist höchst unwahrscheinlich, daß die Biester auf den Blättern rumkriechen.

Unsicher bin ich mir vor allen Dingen bei den aufgebundenen. Die Gefahr, daß, wenn ich die komplett untertauche, dann auch viele Blätter dran glauben, besteht doch, oder? Aber vermutlich führt kein Weg dran vorbei...

Außerdem - beim wieder rausholen wohl auf jeden Fall Handschuhe tragen nehme ich an?

Ach ja - eine Terrasse haben wir nicht, aber einen Balkon. Der wird also der Ort des Geschehens sein...

Gruß,
Karla.

Leni

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Orchideenfreund
Hi Karola
Ja genau, Topf mit Wasser gefüllt, angemischt, Handschuhe! an und Tof bis zum Rand ins Wasser nicht mehr. Ich hatte mit 2 Töpfen gearbeitet, um immer wieder nach zu gießen. Ein paar Tropfen Spüle mit rein und gut ist Smile
Ich hatte damals die meisten Probleme mit den aufgebundenen Sad

LG

Leni

Karola

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Orchideenfreund
Hallo Oliver,

jau, die aufgebundenen sind ganz offensichtlich das größte Problem, bei mir auch. Vielleicht liegt das an den vielen Schlupfwinkeln, die da den Biestern zur Verfügung stehen, wäre möglich.

Wir haben gestern Bi 58 gekauft. An dem Verkaufstresen habe ich dann gefragt, wie das mit der Dosierung beim tauchen aussehen würde. Da meinte sie: tauchen geht gar nicht, denn dann hätte das keine Wirkung, muß auf die Blätter und verteilt sich von da in die Wurzeln. Das ist ja eine Anwendungsart, die auf dem Beipackzettel nicht vorkommt, also meinte die Verkäuferin, dafür hätte das keine Zulassung....  lustig.... Also habe ich die Befragung an der Stelle wegen bringt nix abgebrochen.

Zusätzlich haben wir zwei leere Malfarbeneimer mit Deckel und lange Gummihandschuhe gekauft.

Sag mal, wie ist das nun eigentlich mit der Dosierung? Da ist ein Dosiertropfer drauf und in der Gebrauchsanleitung steht: 14 Tropfen = 0,5 ml, 28 Tropfen = 1 ml Bi 58. Und dann werden die unterschiedlichen Anwendungsgebiete aufgeführt, die Dosierung schwankt je nach Schädlingsart und Pflanzengröße etwas.

Also z.B.:
Unter Glas: Zierpflanzen; saugende Insekten (z.B. Blattläuse, Thripse, Zikaden); bis 50 cm Pflanzengröße 1 ml 0,8 l Wasser für 10 m², ... , über 125 cm 1 ml in 1,2 l Wasser.
Unter Glas: Zierpflanzen; Schildläuse; bis 50 cm Pflanzengröße 1 ml 0,8 l Wasser für 10 m²
.
.
.
Freiland: Spargel; Spargelfliege; - , 1,5 ml in 1 l Wasser für 37,5 m²

Die letzte Angabe mit Tropfen + Wasser + Quadratmeterzahl geht von der Anwendung Sprühen, wofür das Bi 58 gedacht ist, aus.

Um die Töpfe eintauchen zu können, wird der Eimer mit etwa 5 l Wasser gefüllt (ergibt eine Höhe von etwa 9 1/2 cm). Da würde ich dann 175 Tropfen (6,25 x 1 ml, = 6,25 x 28 Tropfen) reingeben, was den beiden erstgenannten Anwendungsgebieten entsprechen würde.

Sollte genau hinhauen, oder?

Der zweite Eimer ist eigentlich nur zum abtropfen gedacht, nicht zum nochmal tauchen, bevor die Orchis wieder an ihren Platz kommen.

Gruß,
Karola.

Leni

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Orchideenfreund
Hi Karola
Die Dosierung laut Anwendung, also diese Tropfen Smile
Naja, es gibt halt eine Sorte Verkäufer, die, wenn sie an einen Punkt kommen, wo sie nichts mehr wissen, dies mit Spekulation überbrücken und das als Wissen verkaufen Wink
Was die Dame mal schleunigst lernen sollte ist, jedes systemische Gift ist automatisch ein Kontaktgift, und genau das willst du ja nutzen Wink

LG

Leni

Karola

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Orchideenfreund
Leni schrieb:
...jedes systemische Gift ist automatisch ein Kontaktgift...
Jau, so isses. Ich habe noch kurz versucht, darauf hinzuweisen, aber als das auch null Komma null gefruchtet hat, habe ich abgebrochen und nur noch ja ja gesagt...  Shocked

Okay, heute waren Axel und ich unterwegs, also geht's morgen an die Taucharbeit für mich. 

Gruß,
Karola.

Karola

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Orchideenfreund
Hallo Oiver,

Wie ist das eigentlich mit der giftigen Flüssigkeit und Leistenkörbchen? Das Holz der Körbchen saugt sich ja auch richtig voll damit. Wenn ich die dann wieder aufhänge, geben die doch in dem Moment, in dem sie Feuchtigkeit abkriegen, wieder diese giftige Flüssigkeit ab? Zwar vermutlich in verdünnter Form, aber es passiert doch, oder? Und was macht das dann?

Außerdem: welches Wasser nehme ich am besten? Leitungswasser? Das ist doch nicht gerade toll (um es vorsichtig auszudrücken) und weit über den üblichen 300 µS. Da sich beim Tauchen auch die Substratbrocken und der Untergrund der Aufgebunden damit vollsaugen würden, würde es seine "tolle" Wirkung weiterhin tun.

Und noch was: unter meinem Fenster befindet sich ja ein Holzgefäß mit Blähton und Wasser. Erfahrungsgemäß halten sich da auch gerne Tausendfüßer auf. Wenn also das vollgesogene Holz der Leistenkörbchen immer mal was abgibt und da was davon reintropft, wären die doch gleich mit erledigt?

Gruß,
Karola.

Leni

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Orchideenfreund
Hi Karola
Was die Körbchen anbetrifft, es wird in die Richtung gehen, nur es ist ja kein Schwamm und es wird in der kurzen Tauchphase nicht bis in den Kern aufgesaugt. Wink
Ich habe immer Regenwasser genommen, niemals Leitungswasser .
Ich würde dieses Holzgefäß, falls möglich, komplett durchsäubern. Das rein tropfende Gift wird sich ja auch mischen Wink 

LG

Leni

Karola

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Orchideenfreund
Hallo Oliver,

ich habe das auf 300µS aufgedüngte Orchiwasser genommen, sind also normal versorgt worden, nur eben diesmal zusätzlich mit dem Giftzeug drin.

Begonnen habe ich mit den aufgebundenen. Ich denke, nun ist mir auch klar, warum diese Biester bei Dir in der Vitrine die auf Rebholz aufgebundenen bevorzugt haben: bei mir ist nur eine einzige auf Rebholz, das Ascocentrum pumilum. Als ich das getaucht habe, sind massig Luftblasen aufgestiegen! Das wollte gar kein Ende nehmen! Dann habe ich noch alle in Leistenkörbchen getaucht. Etwa eine halbe Minute gewartet bis auch da keine Luftblasen mehr kamen und sich das Substrat wenigstens ein bißchen vollgesogen hatte, also nicht mehr wegschwimmen wollte. Dann alle abtropfen lassen und wieder zurück an den alten Platz im Fenster.

Heute kommen die Töpfe dran und das Holzgefäß wird ent-Blähtont und saubergemacht. Und dann ist erstmal Ruhe. In zweifacher Hinsicht: ich habe Ruhe vor der Arbeit und Ruhe vor den Viechern.

Gruß,
Karola.

Leni

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Orchideenfreund
Hi Karola
Und wie ist dein Erfolg mit den !Mistwürmern" ? Wink

LG

Leni

Karola

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Orchideenfreund
Hallo Oliver,

es scheinen alle vernichtet - zumindest habe ich keinen mehr gesehen! Obwohl - 100%zentig stimmt das nicht: ein totes :DExemplar habe ich noch auf dem Boden vor'm Fenster gesichtet. Interessanterweise sah das so aus, als ob es versponnen sei... ich kann mich nicht mehr genau erinnern, meine aber, daß eine (oder vielleicht auch mehrere?) Arten von Tausendfüßern/Doppelfüßern das machen würden...

Das Holzgefäß habe ich nicht mehr weiter bearbeitet. Problem nämlich: da sind diese Plastikgitter auf dem Blähton, damit das Bambusgestänge halt findet. Hätte ich also komplett anders machen müssen: alles abnehmen und rausräumen, Gefäß säubern, dann alle tauchen und wieder alles an seinen Platz räumen. Und dazu fehlte mir die Lust - war schon ganz gut Arbeit. Hat sich aber offensichtlich gelohnt!

Gruß,
Karola.

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