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die FLASCHENKINDER

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1 die FLASCHENKINDER am 23.07.12 14:25

Eli1

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Admin
Oftmals ist es so, dass man sich optisch von einer Orchidee bezaubern läßt und diese (meist Phalaenopsis Hybride) erwirbt. Auf viele Menschen wirkt dieser Kauf als Start zum Orchideenhobby.Es geht weiter mit Erfolg in der Haltung und Pflege. Eine Ausstellung wird besucht und man erwirbt ein kleines Töpfchen mit Orchideensämlingen.
Ob man sie wirklich weiterbringt? Vielleicht hilft ihnen die kleine Anleitung, die ich mit Elke einmal zusammengestellt habe.

Aus Plastikbecher sind sie leichter zu entnehmen.
Bei Glasbehälter empfehle ich einfaches vorsichtiges "Zertrümmern" oder ebenfalls mit großer Vorsicht die Entnahme der einzelnen Pflänzchen mit einer Pinzette.

1.Standort: warm, nicht vollsonnig.
2.Entnehmen sie die kleinen Orchideen nicht zu bald, erst wenn die Pflänzchen den Deckel erreicht haben.
Laelia pumila:

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Da gerade diese eher nicht so unwichtigen Bilder von servimg.nicht mehr reproduzierbar sind,musste ich sie nochmal abspeichern und hochladen. koopf



























Zuletzt von Eli1 am 27.12.14 11:49 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

http://www.orchideen-wien.at

2 Re: die FLASCHENKINDER am 28.07.12 15:01

Gast


Gast
Hallo Eli.
Sehr anschauliche Darstellung, vielen Dank. Was mich in dem Zusammenhang interessieren würde, wie lange dauert es bis z.B. eine Phal dann zum ersten Mal blüht? Ist beim Auspflanzen feineres Substrat besser oder pflanzt Du gleich in grobes Substrat? Und zuletzt, was mache ich mit den überschüssigen Pflanzen, ich will ja nicht 20 mal die gleiche Orchidee?
Gruß
Michal F

3 Re: die FLASCHENKINDER am 28.07.12 15:17

Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
Hallo Michael,

ich habe mir sagen lassen, Großhändler bekommen bei Phalaenopsis nach dem Auspikieren eine Erstblüte in spätestens 2,5 bis 3 Jahren hin, teils noch früher. Für Hobbyorchideenliebhaber bietet eine Orchideenfirma zum Pikieren geeignete Stecklinge in Plastikdosen (Orchi-Pack) mit einer Einheit von meist 5 Stecklingen an.

http://www.bordercollie.ranch.de

4 Re: die FLASCHENKINDER am 28.07.12 15:25

Andrea Pitzer

avatar
Orchideenfreund
Hallo Michael

Ich bin zwar nicht Eli ,kann dir aber vorweg von meiner Erfahrung berichten Smile

Eine Phal. chibae kam hier nach 1 1/2 Jahren zur Blüte ,auf die Blüte einer Paraphal. warte ich nun schon 4 Jahre .

Ein 2005 ausgeflaschter Aeangis biloba Sämling blühte 2010 zum ersten mal .Ein Dendrobium hercoglossum ist jetzt 4 Jahre aus der Flasche und ich hoffe 2013 auf eine Blüte .

Allerdings ist das auch alles von der Stärke des Sämlings und der Kultur abhängig . In einem Gewächshaus mit optimalen Bedingungen geht das viel schneller als bei mir auf der Fensterbank und in der Vitrine .Und wenn du 20 Sämlinge ausflaschst bekommst du in den seltensten Fällen auch alle 20 bis zur Blüte durch . Es sind immer schwächere dabei ,die es auf dem Weg dorthin nicht schaffen .


LG
Andrea

http://www.oowl.de/

5 Re: die FLASCHENKINDER am 29.07.12 18:26

Eli1

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Admin
Hallo!
Wenn ein Händler ein Flaschenkind schon sehr bald zum Blühen bringt, dann treibt er sie mit seinen speziellen Mitteln ordentlich voran, er will ja Geld machen. Ich würde sagen, bei der Fensterbankkultur 5 Jahre im Glashaus eventuell früher. Aber nix ist fix !
Fensterbank ist nicht gleich Fensterbank und Glashaus ist nicht gleich Glashaus.

http://www.orchideen-wien.at

6 Re: die FLASCHENKINDER am 29.07.12 18:27

Eli1

avatar
Admin
Michael F schrieb:Hallo Eli.
Sehr anschauliche Darstellung, vielen Dank. Was mich in dem Zusammenhang interessieren würde, wie lange dauert es bis z.B. eine Phal dann zum ersten Mal blüht? Ist beim Auspflanzen feineres Substrat besser oder pflanzt Du gleich in grobes Substrat? Und zuletzt, was mache ich mit den überschüssigen Pflanzen, ich will ja nicht 20 mal die gleiche Orchidee?
Gruß
Michal F

Ich persönlich habe feines Substrat genommen, später, wenn die Pflanze größer ist, die etwas gröbere Rinde.

http://www.orchideen-wien.at

7 Re: die FLASCHENKINDER am 29.07.12 19:52

Gast


Gast
Mein schnellste Flaschenkind war eine Thrixspermum sp.( Subtribus Aeridinae)
Raus aus der Flasche, direkt aufgebunden und nach einem Jahr die erste Blüte





8 Re: die FLASCHENKINDER am 29.07.12 19:56

Gast


Gast
Hallo
Ich glaube, daß ich nach meinem Urlaub einmal einen Versuch starte. Ich kann ja einige Pflanzen mit ins Büro nehmen. Dort habe ich zehn Meter Glasfront, also selbst im Winter genug Licht. Und ein Versuch kann ja nicht schaden. Da kann ich bestimmt viel bei lernen.
LG
Michael F

9 Re: die FLASCHENKINDER am 29.07.12 20:02

Angi

avatar
Globalmoderator
Hallo Michael,

es ist nicht nur dass du dabei lernst, sondern auch die Pflanzen wachsen zu sehen und wenn du es bis zur Erstblüte geschafft hast bist du voller Stolz.


_________________
LG

Angi

Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi Kees Snyder
http://www.bordercollie-niko.de

10 Re: die FLASCHENKINDER am 29.07.12 20:57

Andrea Pitzer

avatar
Orchideenfreund
Hallo Michael

Am schnellsten blühen Phalaenopsis Sämlinge , vor allem ,wenn du Hybriden nimmst , so zum Anfang Wink

Abraten würde ich nur von Bulbophyllum . Die sind nicht nur sehr langsam sondern auch anfällig .

Ansonsten kannst du alles probieren , dauert halt eben bis zu 5 -6 Jahre .

Ich weiß nicht , ob hier links zu anderen Foren erwünscht sind , denn es gibt für Anfänger diese schöne Flaschenmethode .

Lies dich erstmal gut ein ,bevor du loslegst . Es gibt inzwischen unzählige Seiten im Netz darüber .

Je mehr du weißt,desto weniger Fehler wirst du machen .

Manches klappt auch so gut wie gar nicht . Z.B. Dendrophylax lindenii . Davon habe ich schon zwei Flaschen a 50 Stück gehimmelt und auch

der neueste Versuch schreit nicht gerade nach Erfolg .Obwohl andere Blattlose problemlos laufen .

Ach ,und noch so ein Kandidat für Fäulnis ist Phaius .Das probiere ich auch nicht mehr .

Wenn du Bezugsquellen suchst , vieleicht PN .Ich weiß nicht ob das hier erwünscht ist .

LG
Andrea



http://www.oowl.de/

11 Re: die FLASCHENKINDER am 30.07.12 8:13

Gast


Gast
Hallo Andrea.
Vielen Dank für Deine Info. Wenn Du da Adressen hast, immer her damit. Mach mir doch bitte eine PN.
Bei Schwerter bin ich Kunde. Da habe ich auch Flaschenkinder gesehen, ansonsten noch bei Ebay.
Aber vielleicht hast Du ja noch andere Adressen. Da ich meinen PC mit in Urlaub nehme, kann ich ja dann schon mal stöbern.
Gruß
Michael F

12 Re: die FLASCHENKINDER am 30.07.12 8:38

Gast


Gast
Andrea Pitzer schrieb:Hallo Michael

Am schnellsten blühen Phalaenopsis Sämlinge , vor allem ,wenn du Hybriden nimmst , so zum Anfang Wink

Abraten würde ich nur von Bulbophyllum . Die sind nicht nur sehr langsam sondern auch anfällig .

Ansonsten kannst du alles probieren , dauert halt eben bis zu 5 -6 Jahre .

Ich weiß nicht , ob hier links zu anderen Foren erwünscht sind , denn es gibt für Anfänger diese schöne Flaschenmethode .

Lies dich erstmal gut ein ,bevor du loslegst . Es gibt inzwischen unzählige Seiten im Netz darüber .
Je mehr du weißt,desto weniger Fehler wirst du machen .
Manches klappt auch so gut wie gar nicht . Z.B. Dendrophylax lindenii . Davon habe ich schon zwei Flaschen a 50 Stück gehimmelt und auch
der neueste Versuch schreit nicht gerade nach Erfolg .Obwohl andere Blattlose problemlos laufen .
Ach ,und noch so ein Kandidat für Fäulnis ist Phaius .Das probiere ich auch nicht mehr .
Wenn du Bezugsquellen suchst , vieleicht PN .Ich weiß nicht ob das hier erwünscht ist .
LG
Andrea

Servus Andrea,
was fault dir denn beim Phaius? Blätter, Herz, Basis, Wurzeln?
Phaius ist generell bei der in-vitro ein kleines Problem, diese Gattung wächst im Medium überdurchschnittlich schnell und dann stimmen oft die Blattproportionen zu den Wurzeln nicht. Es hilft hier, die Blätter radikal einzukürzen. Und dann trocken halten an den Blättern dafür feucht an den Wurzeln. Befeuchtetes Seramis hat sich hier als recht hilfreich erwiesen.

Dendropyhlax lindenii: nimm Xaxim, kein Moos, sehr hohe Temperaturen. Schlechtes Anwachsen kann auch daran liegen, dass Dendrophylax zumeist ein schlechter Keimer ist, dann aber im richtigen Medium zu Protokorm-Proliferationen neigt. Aus diesen Protokorm-Clustern differenziert sich aber zumeist nur eine minderwertige Qualität. Auch wenn man diese weiter zu deflaskierfertiger Ware zieht, hält sich die Freude beim Kunden längerfristig in Grenzen.
Günstig ist es, wenn man beim letzten Replate die Sämlinge absichtlich mit einem Keimungspilz beimpft.

LG
Matthias

13 Re: die FLASCHENKINDER am 30.07.12 9:27

Andrea Pitzer

avatar
Orchideenfreund
Servus Matthias

Beim Phaius war es immer so ,das zuerst die Blätter schwarz wurden und dann das Herz .
Eine Flasche kam schon mit schwarzen Blättern hier an ,die waren dann auch bald hinüber , trotz Pilzmittel und bei den nächsten kam es etwas später ,aber die gleichen Symptome . Ich habe dann mal irgendwo gelesen ,das die schon vorher verseucht sein sollen ,weiß aber nicht ob da was Wahres dran ist .

Mit Dendrophylax habe ich schon alles Material durch , hatte mir sogar Mangroven besorgt . Eine extra Vitrine mit Wärmekabel unten , Licht und Wärme von oben und Nebler um die Luft in den Swamps nachzuahmen , hat auch nix geholfen Mad

Da hab ich jetzt auch keine Lust mehr drauf , ich mach jetzt nur noch cuthieees lol!

LG Andrea

http://www.oowl.de/

14 Re: die FLASCHENKINDER am 30.07.12 16:09

Gast


Gast
Andrea Pitzer schrieb:Servus Matthias

Beim Phaius war es immer so ,das zuerst die Blätter schwarz wurden und dann das Herz .
Eine Flasche kam schon mit schwarzen Blättern hier an ,die waren dann auch bald hinüber , trotz Pilzmittel und bei den nächsten kam es etwas später ,aber die gleichen Symptome . Ich habe dann mal irgendwo gelesen ,das die schon vorher verseucht sein sollen ,weiß aber nicht ob da was Wahres dran ist .

Mit Dendrophylax habe ich schon alles Material durch , hatte mir sogar Mangroven besorgt . Eine extra Vitrine mit Wärmekabel unten , Licht und Wärme von oben und Nebler um die Luft in den Swamps nachzuahmen , hat auch nix geholfen Mad

Da hab ich jetzt auch keine Lust mehr drauf , ich mach jetzt nur noch cuthieees lol!

LG Andrea

Phaius Blätter müssen schwarz werden, das ist normal so Smile
Na, abschneiden nach dem Deflask.
Dendrophylax ... dann lags an den Klonen. Habe Dendrophylax alcoa in der Aussaat hier, diese streuen von der Qualität ziemlich. Das meiste, was von dieser Gattung hereinkommt, sind verhatschte x-self. Wer bemüht sich schon um einen 2. Klon? Das ist mehrheitlich vom Namen und der Attraktivität her interessant, und davon lässt man sich schnell blenden, aber schließlich zählt nur die Qualität und "Inzucht macht nicht froh". Dennoch, wenn´s keimt, zieht man sie weiter.

15 Re: die FLASCHENKINDER am 31.07.12 22:13

Leni

avatar
Orchideenfreund
Servus Matthias
Da du ja nachweislich ein extrem gutes Wissen über Ausssaat besitzt , wenn nicht sogar das Beste, was empfiehlst du unseren Usern, die das erste mal eine Flasche erwerben wollen, was sie machen sollen.
Oder besser gesagt: Vom Flaschenkauf bis zur wachsenden etablierten Jungpflanze, was ist aus deiner Sicht das Beste zu tun?

LG

Leni

16 Re: die FLASCHENKINDER am 01.08.12 4:37

Gast


Gast
Leni schrieb:
Da du ja nachweislich ein extrem gutes Wissen über Ausssaat besitzt , wenn nicht sogar das Beste,
....
Guten Abend, Leni,
das löschen wir jetzt schön raus, ich bin gerne einer unter vielen, es hinterlässt kein gutes Gefühl, hinaufgehoben zu werden, das Fallen wäre so tief.

Leni schrieb:... was empfiehlst du unseren Usern, die das erste mal eine Flasche erwerben wollen, was sie machen sollen.
Oder besser gesagt: Vom Flaschenkauf bis zur wachsenden etablierten Jungpflanze, was ist aus deiner Sicht das Beste zu tun?
LG
Leni

Das hängt sehr von der Gattung ab. Wie Andrea bereits andeutete, eignen sich Phalaenopsis vorzüglich für den Beginn, um es einmal mit Flaschenware zu probieren, aber auch viele Dendrobien, Oncidien, Polystachyae, … die Liste wäre lange. Dazu und um es Euch Kultivateuren leichter zu machen, ist aber auch eine gute Qualität in-vitro notwendig. Das bedingt einmal die Samenqualität und wenn´s ein out-cross ist, dann bedeutet dies zumeist auch schon mal eine gute Basis in Richtung deutlicher Streuung der Sämlinge (klonale Diversität), was auch Faktoren wie Wüchsigkeit, Resistenz oder auch Blüh- und Vermehrungsbereitschaft betrifft.
Die Aufgabe eines Labors ist nicht das schnelle, aber das behutsame Aufziehen von Sämlingen.

a) Sehr zügig gelingt die Aufzucht mit gewissen Zusätzen, Hormonen, Hilfsstoffen (Phyto-Doping), die entweder pflanzeneigene Stoffe ersetzen oder imitieren -> und damit der Pflanze signalisieren, dass sie in der eigenen Hormonproduktion runterfahren kann, da sie diese Wuchsstoffe ausreichend oder sogar überreichlich exogen (von außen) ersetzt bekommt. Dies kann dann dazu führen, dass der Sämling in-vitro gigantisch dasteht, optisch einem A. Schwarzenegger gleicht, aber kaum deflaskiert zusammenfällt wie ein schwaches Hendl (Huhn). Im besten Fall noch überlebt der Sämling, wird sich aber lange schwer tun, überhaupt in einen Wachstumsrhythmus hineinzukommen.

b) ein oftmaliges Umlegen kostet Zeit, Geld, fordert Platz, schmälert die wirtschaftliche Rentabilität ... und ist doch so vorteilhaft, weil es Medien gibt, mit denen sich Sämlinge in-vitro gut steuern lassen. Man kann vom Sämling über das Medium alternierend mehr Wurzelproduktion, Längenwachstum, vegetative Teilung, Stillstand im Wachstum, ... bis hin zu einer frühen Blüte *einfordern*. Und der Sämling wird im Regelfall gehorchen oder er wird aussortiert. Ist der Sämling in-vitro ein Taugenichts, wird er es auch ex-vitro bleiben.

c) Einmal mehr ist beim Sämling die Größe nicht entscheidend, sondern das Verhältnis Photosynthesefläche zu Wurzelmasse. Üppige Blattmasse wirkt zwar attraktiv, aber wenn deflaskiert vergilben die Blätter schnell oder sind anfällig für verschiedene Krankheiten. Zumeist, gerade bei großen, langen Blättern in-vitro, fällt der Gewebedruck zusammen und die schönste Pflanze in-vitro wirkt Stunden nach dem Deflask wie ein alter Salat. Dann ist es vorteilhaft, die Blätter einzukürzen. Das halten Sämlinge aus, ist für sie im Regelfall kein Problem, wenn man möglichst keimfrei und gewebeschonend umgeht.

d) Fungizidbad ... 99% der Sämlinge, die direkt einer Flasche oder einem Becher entnommen werden, haben die zweifelhafte Ehre, unverzüglich in ein lauwarmes Fungizidbad zu gelangen, um den Freischwimmerausweis zu erhalten. Das einzige, dem das hilft, ist nicht dem nun im Fungizid schwimmenden Sämling, sondern es stärkt ausschließlich das Bewusstsein des Orchideenliebhabers, nun etwas sehr Hilfreiches getan zu haben. Das erscheint mir wichtig, näher zu beleuchten:
Geht man davon aus, dass Fungizide mehrheitlich Fungostatika sind und damit gerade mal nur das Pilzwachstum für eine kurze Zeit hemmen, den Pilz aber nicht zerstören, ist eine Fungizidbehandlung frisch entnommener Sämlinge aus dieser Überlegung heraus bereits ... sinnlos. Darüberhinaus kommt der Sämling aus einem keimfreien Milieu, was sollte jetzt mit einem Fungizid behandelt werden? Da is´ ja nix !! Fungizide haben keine Langzeitwirkung, hingegen sind Fungizide wie Saprol, Physan, ... aggressiv gegen Pflanzenzellmembranen. Es (zer)stört also mehr als es wirkt. Probiert es beim Deflaskieren mal ohne chemischer Keule, der Sämling wird es Euch danken. Sauberes Arbeiten, saubere Kultur sind wesentlich, das erzielt man aber nicht ausschließlich über die Chemie.

e) Wenn man Sämlinge in-vitro erhält und man möchte sie deflaskieren, dann ist zunächst mal Verhaltenheit und Geduld angesagt. Deckel leicht aufschrauben oder Becherdeckel einseitig öffnen, am besten in einem von Haus aus keimarmen Areal (also nicht in einer Vitrine, nicht im GWH) platzieren und dann die Sämlinge für ein paar Tage vergessen. Der nun entstehende Luftaustausch lässt die Luftfeuchtigkeit im sterilen Gefäß sinken. Damit lernt der Sämling das 1. Mal etwas, was er bisher noch nie tun musste, nämlich die Spaltöffnungen an den Blättern zu schließen, um ein Austrocknen des Gewebes zu verhindern. Offene Spaltöffnungen an den Blättern gepaart mit aggressiven Keimen = höchstes Risiko der Infektion und schließlich des Verlustes der Pflanze.
Sollte in dieser Vorphase der weiteren Betreuung des Sämlings eine Kontamination auftreten, dann ist das a) häufig bis logisch und b) nicht dramatisch. Der Sämling muss lernen sich mit der nat. Keimflora auseinanderzusetzen.
Nach ca. 1 Woche nimmt man den Deckel ganz weg und wäscht den Sämling gründlich, befreit ihn von Mediumresten, die zumeist als sehr zuckerhaltig einen idealen Boden für die Vermehrung von Pilzen und Bakterien bilden. Das Reinigen sollte gerade bei haarigen Wurzeln (Paphs, Chysis, Disa, ...) mit einem weichen Pinsel unterstützt werden.

f) Mykotropes Verhalten, was sich in vielen Köpfen der Orchideenliebhaber noch nicht durchgesetzt hat ist, dass eine Mykorrhiza nicht nur bei der nat. Vermehrung von Orchideen eine Rolle spielt, sondern auch in sonstigen Lebensphasen der Orchidee wichtig zu sein scheint, wenn es auch eine Symbiose ist, von der man heute nur weiß, dass man nichts weiß.
Das bedeutet, eine Keimbesiedelung ex-vitro ist nicht nur unumgänglich, sondern auch höchst notwendig. Fragt sich nur, welche Keime kommen heran und besetzen die Pflanze, überziehen sie mit einem unsichtbaren Belag. Sind es a-pathogene Keime, niederpathogene oder gar höchst (phyto)pathogene Pilze und Bakterien, welche die Ehre haben, als erstes die besten Plätze auf der Pflanze zu besetzen. Der Grundsatz gilt, was als erstes an der Pflanze andockt, reguliert ihr Weiterkommen (oder auch ihren Untergang).
Auch hier gilt, dass ein initiales Fungizidbad eher kontraproduktiv wirkt, weil Fungizide auf a-pathogene und niederpathogene Pilze viel effizienter und damit eliminierender wirken als auf höherpathogene Pilze. Das Resultat ist somit oft genau das Gegenteilige vom erwünschten Vorhaben, man eliminiert die nützlichen und harmlosen Keime verschiebt das Verhältnis nicht erfasster Keime eher in Richtung Pathogenität. Auch ein taufrisch neugeborenes Baby gelangt doch nicht unmittelbar nach der Geburt in ein Fungizidbad und es wird im Regelfall auch nicht mit Antibiotika abgefüllt. Nein, denn man vertraut darauf, dass sich auf der Haut des Babys möglichst schnell die natürliche und so wichtige Keimflora ausbildet, die eine protektive Wirkung gegen höherpathogene Keime hat.

g) Idealerweise (aber nur selten durchgeführt) werden Sämlinge im letzten in-vitro Stadium mit Mykorrhizapilzen absichtlich beimpft. Damit hätten sie (Konjunktiv !) bereits einen optimalen Schutz. Dies wird deswegen selten durchgeführt, weil „kontaminierte Becher“ im Regelfall auf den Kunden so attraktiv wirken und sich in etwa so gut verkaufen lassen wie eine schimmlige Semmel. In unserem Labor verwenden wir 2 Keime, mit denen wir gerne absichtlich Sämlinge kontaminieren. Einen Mykorrhizapilz und ein Bakterium (Methylobakterium extorquens). In Versuchen hat sich herausgestellt, dass dieserart vor-kontaminierte Sämlinge einen bereits ausgeprägten Schutzfaktor mitnehmen und sie robuster sind.

h) Phals und viele andere Gattungen werden bei uns so deflaskiert, dass sie in bügelfeuchtes Neuseelandsphagnum kommen, eingetopft und sofort in einer V-Tüte eingeschweißt werden. Die trockenen Platten des Neuseeland-Sphagnums werden mit Osmosewasser aufgelöst, dazu kommen die Mikrosalze und Makrosalze des Nährbodens, VitB-Komplex, Fe-EDTA + der geeigneten Grunddüngung mit ausgeglichener NPK-Bilanz, plus noch das und jenes - macht ca. 300µS und für die hungrigen (und das sind Phals !!) ca. 600 µS. Darin stehen die Pflanzen dann für Monate ohne betreut werden zu müssen. Kein Sprühen, kein Gießen. Je sauberer man arbeit, desto geringer ist das Risiko, dass sich Keime einschwindeln und die Pflanze schädigen. Diese Methode hat sich bei vielen Gattungen bewährt, Angraekoide, Disas, manche Dendrobien kann man mit dieser Methode aber auch erfolgreich umbringen. Dafür gibt es andere Methoden.


--
Generell möchte ich aber betonen, wie halten keine deflaskierten Orchideen. Außer einer vernachlässigten IKEA-Hybride gibt es hier nichts. Alles an deflaskierfähigem Material gelangt zu eigenen Stellen innerhalb Europas, die das Etablieren übernehmen. Wir mögen keine Orchideen halten, uns nicht mit Gießen, Sprühen, Umtopfen, Giften, Beschatten, Befeuchten, Heizen, Suchen nach Urlaubsbetreuung … aufhalten und uns an Orchideen dieserart zeitlich, räumlich ketten. Ich bedauere Euch zutiefst und bewundere zeitgleich, welches Mühen Ihr auf Euch nehmt, um hinterher mit Blüten belohnt zu werden. Kehrseite der Medaille ist hier somancher Nachtdienst, wie Ihr von der geposteten Uhrzeit unschwer erkennen könnt. Manches in einem Labor verlangt unverzüglichen Handlungsbedarf, Aufschub geht nicht.

Was hier interessiert & fasziniert, ist der teils komplexe Vermehrungsmodus der Orchidee und die Laborarbeit unter sterilen Bedingungen, das Spielen und Tricksen mit Meristemgewebe, das Steuern von Sämlingen über Nährböden … und die Unterstützung der Ziele des Artenschutzes als Labor für die ex-situ-Konservierung.
Das Festhalten und Dokumentieren des Mikrokosmos des Samens oder der ersten Phasen der Keimung bieten eine ganz eigene Faszination, die man, einmal erlebt und immer wieder hier stattfindend, nicht mehr missen möchte.








Fotografie A. Pischeli / Jena

Im Grunde leisten wir eine Vorarbeit für Euer Hobby und daher interessiert es nat., wie die Kultivateure ex-vitro damit zurechtkommen, wo Schwierigkeiten gegeben sind, wo/wann/wie Ausfälle stattfinden und wodurch bedingt. Lob freut nat. auch, wird angenommen, aber in Maßen.
Selbstverständlich baut man zu den betreuten in-vitro Sämlingen eine gewisse Beziehung auf, hat man sie doch 4 – 6 Mal mit der Pinzette in der Hand, bewertet den Status, steuert ihre Weiterentwicklung und verbringen sie in einem Labor gut 2 Jahre und mehr, bis sie als *fertig* abgegeben werden. Dann kommen sie weg und man sieht ihnen gerne nach und hofft, vertraut, dass sie gut behandelt werden und überleben.

17 Re: die FLASCHENKINDER am 01.08.12 8:02

Gast


Gast
Moin!
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast diesen tollen Bericht zu schreiben!In dieser Ausführlichkeit kann man wenig bis gar nichts zu diesem Thema lesen. Auch von den Fotos bin ich begeistert! test

18 Re: die FLASCHENKINDER am 01.08.12 9:14

Franz

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Fachmoderator Cattleya & Laelia
Danke für den ausführlichen Bericht!!!

http://www.bordercollie.ranch.de

19 Re: die FLASCHENKINDER am 01.08.12 10:37

Andrea Pitzer

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Orchideenfreund
Boah , wie macht man denn solche Bilder ? test

Supisupi ,Matthias

LG
Andrea

http://www.oowl.de/

20 Re: die FLASCHENKINDER am 01.08.12 10:57

Andrea Pitzer

avatar
Orchideenfreund
Achja, ich wollte ja noch was zum Thema sagen Wink

Allerdings hier nur für Fensterbänkler ,im GWH läuft das sicher besser wie Eli es beschrieb ,da kann ich auch nichts zu sagen .

Am besten laufen die Sämlinge ,egal was für welche ,in einer Flasche oder auch in jedem anderem teils durchsichtigen Behälter wie etwa Kartoffelsalatbecher . Wir können natürlich Matthias Methode zu Hause nicht nachmachen ,aber nachahmen .

Entweder , eine Plastikflasche durchschneiden ,unten entweder leicht angefeuchtetes Seramis pur ,Kanuma pur oder wer mag eben auch Sphagnum , aber so gut wie trocken ,bitte ! einfüllen .(Ich persönlich von ganz von Sphagnum runter ,ich nehme nur noch rein mineralisches Substrat ,da habe ich bessere Feuchtigkeitskontrolle und bilde mir ein auch weniger Viehzeug zu päppeln )
Die Sämlinge ,nicht zu viele aber auch nicht einzeln ,sie mögen Gesellschaft , darauf platzieren . Aber so ,das die Blätter nicht die Wände berühren und auch nicht zu tief setzen ,die Wurzeln sterben nachher sowieso ab .
Das ganze darf wirklich nur ganz eben feucht sein .
Jetzt : Deckel drauf und wegstellen . Hell aber ohne Sonne und nicht zu heiß werden lassen .
Da das ganze durchsichtig ist , sehe ich alle paar Tage mal nach was los ist .
Im Prinzip brauche ich da nur alle paar Monate mal Wasser auffüllen und mal etwas Dünger .
Ende August werde ich mehr Zeit haben ,dann stelle ich ein Bild von den aktuell so kultivierten Psychopsis ein .
Achtung : bei Den .cuthbertsonii funktioniert das nicht !

Das ist aber meine Methode ,es wird sicher noch mehrere geben und ich bin gespannt ,was noch so kommt Smile

LG
Andrea

http://www.oowl.de/

21 Re: die FLASCHENKINDER am 01.08.12 11:07

Waldi

avatar
Orchideenfreund
Toller Bericht und super bilder - vielen Dank!
Sehr interessant...

22 Re: die FLASCHENKINDER am 01.08.12 11:32

Gast


Gast
Wendelin schrieb:Auch von den Fotos bin ich begeistert! test
moin, moin, Fotos lässt man anfertigen, dazu gibt es einen Spezialisten in Jena ... wenn schon, Zeiss-Optik. Das wesentliche (im Leben) ist immer, bei sich und seinen Qualitäten zu bleiben, nicht jeder kann alles leisten, schon gar nicht perfekt, aber wenn man sich zusammenschließt, kann Beeindruckendes entstehen und das ist dann gar nicht schwer, wenn man nur gewissenhaft seinen eigenen Beitrag dazu leistet und dann sein Werk an den nächsten rüberschiebt, aufdass dieser seinen Part vollführt.

Es gibt Samen, die im Keimungsstadium die gigantischsten Formen annehmen, von anglotzenden Fischaugen, prallen Würsten bis hin zu grünen Seeigeln. Für eine Vortragsreihe versuchen wir derzeit die Keimung am Objektträger in Zeitraffer nachzustellen. Das bedeutet aber das absolute Keimfreihalten und dann kommt noch der Versand nach Jena. Wenn es mal in höchster Auflösung gelingt, dies zu dokumentieren, wird das ein spannender Kurzfilm. Genauso fesselnd, wenn Mykorrhiza-Hyphen in die embryonalen Zellen einziehen und dort umhätschelt und umtätschelt werden und zurückliebkosen, während aggressive Pilze ganz anders ihren Angriff starten, die Embryonen umklammern und schließlich abtöten.
Ja, nat. - mit einer halbierten Flasche geht es auch ... Orchideenleut´ zeichnen sich so durch einen großen Erfindungsreichtum aus.

23 Re: die FLASCHENKINDER am 01.08.12 17:44

Gitti

avatar
Orchideenfreund
Hallo Matthias,

jetzt hast Du mich neugierig gemacht, könntest Du bitte, bitte Bilder von den Bechern einstellen, welche mit Pilzen und Bakterien geimpft wurden? Danke.

viele Grüße
Gitti

24 Re: die FLASCHENKINDER am 01.08.12 18:22

Leni

avatar
Orchideenfreund
Hallo Matthias
ganz ganz herzlichen Dank für deinen super tollen Beitrag. Solche Bilder habe ich in der Qualität echt nochnie erlebt.
Selbst für mich als Aussaat Laie ein sehr gut verständlicher Beitrag.
Einfach test test test

LG

Leni

25 Re: die FLASCHENKINDER am 01.08.12 18:49

Gast


Gast
Gitti schrieb:Hallo Matthias,

jetzt hast Du mich neugierig gemacht, könntest Du bitte, bitte Bilder von den Bechern einstellen, welche mit Pilzen und Bakterien geimpft wurden? Danke.

viele Grüße
Gitti

Ja servus Gitti, was macht der Neubau? Kann ich im Feb. schon ohne Wintermantel drinnen stehen?
Fotos mit dieserart kontaminierten Bechern sind recht unspektakulär, unterscheidet sich kaum von anderen kontaminierten Bechern, aber ich werde deiner Aufforderung nachkommen, wenn ich etwas Luft habe.
Bis dahin zum Einlesen:
Das Bakterium - ist zB.
http://microbewiki.kenyon.edu/index.php/Methylobacterium

und das Pilzerl ist ein
Trichoderma-Gemisch. Den effektivsten aus dieser Gruppe Tricho harzianum haben wir als Isolierten leider "verloren", vielleicht taucht er wieder mal auf oder wir können ihn wieder bekommen. der Vorteil von harzianum war, es blieb uns ein großes Zeitfenster von der Kontamination bis zum notwendigen Deflask. Aber auch das derzeit verwendete Trichoderma-Gemisch erledigt seine Funktion brav.

Bzgl. Methylobacterium extorquens muss man sehr aufpassen, denn dieser Keim ist außerordentlich resistent. Überlebt Hypochlorit, Ethanol, ... wohnt und vermehrt sich auch in Chlorlösungen. Und dann kann es kommen wie bei Goethe´s Zauberlehrling, die Geister, die ich rief, werd´ ich nun nicht los. Für all diese Experimente nimmt man am besten eine eigene Cleanbench mit eigenen Instrumentarien und handhabt das in einem separierten Raum. Und doch passiert es immer wieder, dass sie ausbrechen und dort auftauchen, wo man es nicht vermutet und schon gar nicht haben mag.

Ute, deine cuthbertln von letzter Woche hatten seit ca. 10 Tagen Trichoderma drinnen, ist dir nur nicht aufgefallen (und ich war so schön still Wink), deswegen hätte ich sie gerne weiter in-vitro gesehen trotz Kuddelmuddel durch den Versand. Aber egal, wenn du magst, kannst du vielleicht einstellen, wie sie plötzlich beginnen, neue Wurzeln zu schieben. Es geht ihnen doch gut, oder? Ansonsten nehme ich dir im Herbst ein paar Becher nach Hamburg mit, im Gegenzug mag ich dafür eime Führung durch den Fischmarkt haben. Lässt sich das einrichten?

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