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Probleme beim Umtopfen von Phalaenopsis

+5
Christian N
laris
eleinen
UweM.
Sunny
9 verfasser

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Sunny

Sunny
Orchideenfreund

Hallo zusammen,

Nun habe ich hier bisher viel mitgelesen und dazu gelernt. Dies wird jetzt meine erste eigene Frage:
Wenn ich meine Phalaenopsis umtopfe, habe ich häufig das Problem, die Wurzeln in den neuen Topf zu bekommen.
Nach dem Austopfen weiche ich die Wurzeln ca. 1 Stunde lang ein, damit sie schön weich und biegsam werden. Ich schütte dann ein klein wenig neues Substrat auf den Boden des Topfs als Basis und setze die Pflanze darauf oder versuche sie reinzudrehen. Ich habe sie auch schon in meiner hohlen Hand gedreht, um sie etwas besser in Form zu bekommen. Aber dennoch habe ich immer wieder das gleiche Problem: ich bekomme sie nicht richtig in den Topf.
Dadurch habe ich früher oft zu große Töpfe genommen, um alle Wurzeln irgendwie wieder unterzubringen. Dies hat jedoch dann zu Wurzelschäden geführt.
Wenn ich aber einen kleineren, eigentlich passenderen Topf nehme (also gleich groß oder nur 1 Nummer größer als der alte oder auch mal kleiner, wenn ich viele tote Wurzeln entfernen musste), brechen mir gerne die Wurzeln oder ich bekomme die Pflanze partout nicht in den Topf.
Was mache ich falsch?

Sorry für diese Anfängerfrage. Ich habe schon viele Anleitungen hierzu gelesen und auch Videos dazu angesehen, aber ich bekomme es einfach nicht richtig in den Griff.

UweM.

UweM.
Fachmoderator Paphiopedilum

... einfach zu lange oder überzählige Wurzeln abschneiden Shocked

Das ist besser, als wenn man einen zu großen Topf nimmt, in den man die vielen "Luftwurzeln" hereinzwängt.

Christian N Gefällt dieser Beitrag

eleinen

eleinen
Orchideenfreund

Länger einweichen? Sind die Wurzeln auch lang genug, dass man sie reindrehen kann?

Sunny

Sunny
Orchideenfreund

UweM. schrieb:... einfach zu lange oder überzählige Wurzeln abschneiden Shocked

Das ist besser, als wenn man einen zu großen Topf nimmt, in den man die vielen "Luftwurzeln" hereinzwängt.

Vielen Dank für den Tipp! Ich hatte mich bisher nicht getraut, gesunde Wurzeln zu kürzen…

Sunny

Sunny
Orchideenfreund

eleinen schrieb:Länger einweichen? Sind die Wurzeln auch lang genug, dass man sie reindrehen kann?

Hmm.. gute Frage nach der Länge der Wurzeln. So gesehen, könnte es sein, dass sie zu lang sind, um die Pflanze einfach in den Topf zu setzen, aber nicht lang genug, um sie richtig reinzudrehen?
Manchmal ist es auch so, dass die meisten Wurzeln eher kürzer sind, wenn ich viel wegschneiden musste, aber die verbleibenden gesunden Wurzeln dann ewig lang sind.

laris

laris
Orchideenfreund

Ich würde den grösseren Topf benutzen und viele Löcher mit einem Lötkolben zufügen damit der Topf schneller austrocknet. Man kann auch die Mitte des Topfes mit Styroporstücken einfüllen. Styropor eignet sich gut weil es sehr wenig Wasser aufnimmt, nicht schimmelt und nicht schwer ist. Somit hat man nicht mehr Substrat als in einem kleineren Topf und der grössere Topf trocknet somit gleichschnell wie ein kleinerer Topf aus.
Das wäre auch eine Möglichkeit.

Christian N

Christian N
Moderator

Ich schließe mich Uwe an und bin auch der Meinung, daß das Einkürzen gesunder Wurzel oft unumgänglich ist.
Der beste Zeitpunkt ist natürlich, wenn neue Wurzelspitzen erscheinen, aber das lässt sich nicht immer machen.
Kleine Töpfe werden immer empfohlen, damit die Orchideenwurzeln nach dem Gießen schneller abtrocknen, was für ihre Gesundheit unabdingbar ist.
Man kann auch größere Töpfe nehmen, um größere Pflanzen zu ziehen und nicht so oft umzutopfen.
Die Wahl des passenden Substrates und die damit verbundene sparsame Wasserführung ist aber selbst für fortgeschrittene Orchideenkultivateure eine Herausforderung.
Ausserdem ist es auch eine Platzfrage.

Die Schnittstellen gesunder eingekürzter Orchideenwurzeln sollten mit Aktivkohlepulver, Zimtpulver, Curcuma o. ä. behandelt werden.
Ich lasse die Schnittstellen einen Tag abtrocknen, bevor ich Phalaenopsis wieder eintopfe.
Die Pflanzen überstehen das problemlos.

Gruß
Christian

Biene

Biene
Orchideenfreund

Hallo Sunny,

Zu den vorstehenden Beiträgen möchte ich noch eine kleine Ergänzung machen.
Wenn man Pflanzen umtopft, egal welche, werden eigentlich immer die Wurzeln eingekürzt.
Das regt die Pflanze zur Bildung neuer Wurzeln an und sorgt so für schnelles, neues Wurzelwachstum. Wenn die alten Wurzeln lang gelassen werden, werden sie geknickt und besteht die Gefahrt des Faulens.

Insoweit kürze ich auch ein und desinfiziere die Schnitte mit Holzkohle.
Ich gieße dann auch am Folgetag und die Pflanzen haben keine Probleme damit.

Sunny

Sunny
Orchideenfreund

Vielen lieben Dank euch allen für eure weiteren Antworten, Ratschläge und guten Tipps! Ich wusste gar nicht, dass man auch Curcuma zur Schnittstellenbehandlung nehmen kann. Kohle und Zimt wusste ich.

Und auch danke Biene für deine Ergänzung! So hatte ich das wirklich noch nicht betrachtet und es war mir tatsächlich auch nicht klar, dass das bei egal welcher Pflanze immer Sinn macht (ich habe bisher immer umgetopft, ohne die Wurzeln einzukürzen).

Ich freue mich wirklich sehr über eure Hilfe!
Das wird dann gleich beim nächsten Umtopfen ausprobiert!

plantsman

plantsman
Orchideenfreund

Moin Sunny,

so einfach ist es mit dem Einkürzen der Wurzeln bei allen Pflanzen leider nicht. Es gibt reichlich Pflanzen, deren Wurzeln sich nach einem Rückschnitt nicht verzweigen und einfach wegfaulen (z.B. viele Erd-Orchideen, südafrikanische Amaryllisgewächse, also hauptsächlich Pflanzen mit dicken, oft sehr fleischigen Wurzeln) oder die so allergisch auf Wurzelstörungen reagieren, dass sie als ganze Pflanze absterben (z.B. viele Ginsterartige, südafrikanische Sträucher der Kap-Region, viele Pfahlwurzler aus allen möglichen Pflanzenfamilien). Deshalb halte ich eine Pauschalisierung für nicht so günstig. Aber das ist ein anderes, sehr umfangreiches Thema.

Eine weitere Möglichkeit, ein relativ geringes Substratvolumen zu bekommen und trotzdem längere Wurzeln nicht zu stark einkürzen zu müssen, ist die Verwendung flacher Schalen. Hier hat man dann einen großen Durchmesser aber nur eine geringe Substrattiefe. Das entspricht auch ein wenig den Bedingungen der epiphytischen Orchideen an den Standorten, wo die Wurzeln sich auch nur an den Oberflächen ausbreiten. Sozusagen ein Luxus-Moospolster Wink . Der Nachteil ist sicherlich der größere Durchmesser, also Platzverbrauch. Andererseits, wenn man die Schalen ungefähr der Breite der Belaubung anpasst, dann verbraucht man nicht mehr Platz als sie die Blätter sowieso eingenommen hätten.

Wenn man jedoch normale Töpfe benutzen möchte, hat das Einkürzen der Phalaenopsis-Wurzeln tatsächlich kaum einen großen Nachteil, wenn die Schnittflächen die Möglichkeit haben, für ein paar Tage einzutrocknen. Wichtig ist jedoch der Zeitpunkt und der ist, wenn die neuen Wurzeln an der Stammbasis schon ein paar Zentimeter lang sind. Diese etablieren die Pflanze nach dem Umpflanz-Stress deutlich schneller, weil sie ungestört ins Substrat wachsen und zeitnah Nährstoffe und Wasser aufnehmen können. Das ist jedoch Jahreszeitenunabhängig und deshalb sollte man seine Pflanzen immer gut beobachten.

Eli1, Christian N, Ed und sphingidae Gefällt dieser Beitrag

https://www.plantsmans-pflanzenseite.de/

Sunny

Sunny
Orchideenfreund

Hallo plantsman,
Vielen lieben Dank für deine gute und ausführliche Antwort!
Die Idee mit den Schalen gefällt mir! Allerdings werde ich aus den von dir schon erwähnten Platzgründen erstmal bei den Töpfen bleiben (aber die Schalen merke ich mir!).
Dass du geschrieben hast, dass der Zeitpunkt zum Umtopfen jahreszeitenunabhängig ist, finde ich sehr interessant, da ich bisher immer nur gelesen hatte, dass man im Winter z.B. besser nicht umtopft. Oder nur im Notfall. Deine Sicht der Dinge erscheint mir aber logischer.

UweM.

UweM.
Fachmoderator Paphiopedilum

plantsman schrieb:Moin Sunny,

Eine weitere Möglichkeit, ein relativ geringes Substratvolumen zu bekommen und trotzdem längere Wurzeln nicht zu stark einkürzen zu müssen, ist die Verwendung flacher Schalen. Hier hat man dann einen großen Durchmesser aber nur eine geringe Substrattiefe. Das entspricht auch ein wenig den Bedingungen der epiphytischen Orchideen an den Standorten, wo die Wurzeln sich auch nur an den Oberflächen ausbreiten. Sozusagen ein Luxus-Moospolster Wink .


Meine Empfehlung beschränkt sich ausschließlich auf das Einkürzen von überzähligen (Luft)-Wurzeln von Phalaenopsis. Shocked


Die meisten Orchideen können selbstständig in viele Substrate einwachsen. Wollen frische Wurzeln nicht in den Topf wachsen, ist der Pflanzstoff üblicherweise verbraucht - der Pflanzstoff ist zersetzt und Leitwert und pH-Wert haben Werte erreicht, die den Wurzeln nicht zuträglich sind.

Dann wachsen Wurzeln einfach vom Topf weg in die "Luft" - man spricht dann oftmals von Luftwurzeln, obwohl es so etwas in der Natur fast nicht gibt. Mit Ausnahme von der grünen Wurzelspitze erscheint der Rest der Wurzel leicht silbrig - ein sogenanntes Velamen schützt die eigentliche Wurzel. Dieser Wurzelteil kann kurzfristig Wasser aufnehmen und kühlt damit die Wurzel. Wasser und Dünger für die Pflanze kann nur über die grüne Wurzelspitze aufgenommen werden.

Werden solche "Luft"-Wurzeln ins Substrat gestopft, werden sie nur im Ausnahmefall auch weiterwachsen - unabhängig von der Topfgröße.  Oftmals faulen diese ehemaligen "Luftwurzeln" im Substrat.

Die Pflanze benötigt dringend neue Wurzeln mit frischen Wurzelspitzen um die Pflanze zu ernähren. In dieser Phase kann man die Orchideen auch mit leichter Blattdüngung ernähren.

Die meisten Orchideen machen nur zweimal im Jahr neue Wurzeln - einmal im Frühjahr und dann viele nochmals im Herbst.

Der beste Zeitpunkt für das Umpflanzen ist daher das Frühjahr, damit die Pflanzen mit den neuen Wurzeln dann im frischen Substrat in die neue Vegetationsphase starten können.

Christian N, KarMa und weeand Gefällt dieser Beitrag

Sunny

Sunny
Orchideenfreund

Vielen Dank UweM.!
Deine Erklärung zu den „Luft“-Wurzeln hat bei mir einen Aha-Effekt ausgelöst. Das war mir so tatsächlich nicht klar.
Zum einen hatte ich bisher nicht darauf geachtet, dass es v.a. dann viele Luftwurzeln gibt, wenn der Pflanzstoff zersetzt ist. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann kann ich dies definitiv bestätigen.
Zum anderen wusste ich auch nicht, dass das Velamen kein Wasser aufnehmen kann. Ich hatte bisher auch immer alle Luftwurzeln beim Umtopfen mit in den neuen Topf gestopft.

Schon wieder so viel Neues dazu gelernt!

plantsman

plantsman
Orchideenfreund

Ah,

ein kleines Missverständnis meinerseits. Von den "Luftwurzeln" bin ich gar nicht ausgegangen. In meinem Kopf schwirrten immer die zu langen Wurzeln aus dem Topf herum.
Ja, Wurzeln, die vorher nicht im Substrat gewachsen sind, werden sich auch nicht an dieses gewöhnen und faulen weg.

https://www.plantsmans-pflanzenseite.de/

Sunny

Sunny
Orchideenfreund

Das war kein Missverständnis plantsman. Es ging mir bei meiner Frage tatsächlich ursprünglich um die zu langen Wurzeln aus dem Topf. Wobei ich froh bin, dass UweM. die Luftwurzeln angesprochen hat, da diese ja ebenfalls mal zu lang sein können.
Hatte ich tatsächlich auch bei einem Pflegefall, den ich kürzlich geschenkt bekam. Da waren allerdings auch nicht mehr viele Wurzeln im Topf in Ordnung. Jetzt hoffe ich allerdings, dass ich nicht zu viel weggeschnitten habe (habe ihr auch einen Teil vom Stamm gekürzt weil z.T. tot und auch viel zu lang), da mir nicht klar war, dass die Luftwurzeln wegfaulen, wenn man sie in den Topf steckt beim Umtopfen (ich hatte die Pflanze vor meiner Frage hier schon umgetopft). Ohje.

Christian N

Christian N
Moderator

Der interessante Beitrag von Uwe wirft aber folgende Frage auf:

Können die Orchideen tatsächlich mit ihren Wurzeln feststellen, ob das Substrat ungeeignet ist und machen dann Luftwurzeln?
Oder ist die Bildung von Luftwurzeln ab einem bestimmten Wachstumsstadium genetisch bedingt.

Und weil wir schon einmal bei Luftwurzeln sind:
Orchideen, die nur Luftwurzeln bilden habe ich noch nicht gesehen, auch wenn es Arten gibt, bei denen es so aussieht (z. B. vandeenartige Orchideen in Kultur).
Epiphytische Orchideen müssen erst Haftwurzeln haben, bevor sie Luftwurzeln bilden, um nicht von der Unterlage herunter zu fallen.
Und die sog. Spreizklimmer, von denen einige am Boden keimen (z. B. einige Tolumnias), bilden erst Luftwurzeln, wenn ihre sympodialen Triebe (Stolonen) durchs Geäst zum Licht klettern.

Orchideenwurzeln sind ganz sicher nicht "intelligent", aber manchmal bringen sie mich ins Grübeln. So die neue Luftwurzeln einer Vanda coerulea, die kürzlich beschlossen hatte, schräg nach oben zu wachsen.
Damit störte sie aber beim Tauchen im Kübel und so habe ich sie nach unten gebogen und verdrahtet. Ich bin gespannt, wie sie darauf reagiert.
Viel spannender ist aber die Frage, was sie zur gewählten Richtung veranlaßt hat.
Lichtreiz kann es nicht gewesen sein, denn die Vanda erhält mehr Licht von der Seite, als von oben.
Es gibt Zeitrafferaufnahmen von Kletterpflanzen die zeigen, daß die Triebe oder Ranken während das Wachstums kreisenden Bewegungen machen. Wenn sie auf ein Hindernis stoßen, wickeln sie sich um diesen Halt und wachsen weiter nach oben.
Vielleicht machen das Orchideen auch, nur viel langsamer und die Wurzeln spreizen sich dann so, daß sie der Pflanze Halt im Geäst der Wirtsbäume geben.

Tolle Vorstellung, daß eine Orchidee wie ein Chamäleon durch die Zweige schleicht, nur daß sie Jahre dazu braucht.

Gruß
Christian

UweM.

UweM.
Fachmoderator Paphiopedilum

... ob Orchideenwurzeln nicht doch "intelligent" sind, hängt vielleicht auch davon ab was man als Intelligenz versteht...

In meiner mehr als 35 Jahren währenden Orchideenleidenschaft mit immer 2-3 Orchideenzeitschriften, gab es erst 1 oder 2 Beiträge über Orchideenwurzeln!

Obwohl hinlänglich bekannt ist, dass Orchideen mit ihrer grünen Wurzelspitze Photosynthese betreiben, die ein vielfaches wirksamer sein soll als die Photosynthese über das Blatt stopfen wir immer wieder die Wurzeln in dunkle Töpfe - warum eigentlich? Weil die Kultur so einfacher ist?

Eine funktionierende Orchideenwurzel mit grüner Wurzelspitze ist immer auf der Suche nach Feuchtigkeit und damit auch auf Nährstoffsuche. In der Natur ist das immer der Ast oder Baumstamm (oder Felsen) - hier wird das herablaufende Wasser durch Moose etc. länger gehalten, als im freien Raum.
Orchideenwurzeln beziehen die notwendige Feuchtigkeit über Regenwasser und Nebel. Nicht umsonst wachsen die meisten Orchideen im Nebelwald.

Tolumnien (=varigate Oncidien) habe ich in der Dominikanischen Rebublik immer auf kleineren Bäumen oder Kakteen gefunden - niemals im Gras. Die feinen Wurzeln sind auch hier am Stamm oder den Kakteen gewachsen.


Bei meinem letzten Aufenthalt auf Borneo habe ich das Regenwasser in einem kleinen Gefäß gesammelt:

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Das Regenwasser hatte einen Leitwert von ca. 35 µS und einen pH-Wert von 6,3.

Dann habe ich das Regenwasser aufgefangen, dass an einem Baum herablief:

wenige Minuten nach Regenbeginn betrug der Leitwert noch 140 µS, während er mit längerer Regenzeit auch 60 µS abfiel.
Die Orchideenwurzel muss also so beschaffen sein, dass sie den ersten Regen für die Ernährung aufnimmt, da das abfließende Wasser noch Nährstoffe enthält.

Genauso ist die Orchideenwurzel auch aufgebaut: das Velamen saugt augenblicklich nährstoffhaltiges Wasser bis zur Sättigung auf.

Die oftmals in den "elektronischen" Medien gemachten Aussagen, dass man erst die Orchideen mit Regenwasser besprühen/gießen soll und dann erst mit Düngewasser sind daher schlicht einfach falsch!

Daraus kann man auch ableiten, dass man in einem Kleingewächshaus erst die unteren Pflanzen gießen/sprühen soll und dann erst die oberen Pflanzen.


Durch häufiges sprühen (auch mit Düngerlösung) werden die Orchideen animiert, ihre Wurzeln in Richtung der Feuchtigkeit zu "schicken". Das ist meistens auch die sonnenabgewandte Seite. So werden "Luftwurzeln" generiert. Stoßen diese Wurzeln dann auf ihnen zusagende Bedingungen auf dem Pflanztisch etc. wachsen sie dann dort weiter.

In unserem Orchideensubstrat sammelt sich nach wenigen Monaten in der Kultur  Restsalze, die den Leitwert und den pH-Wert für die Orchideenwurzel negativ beeinflusst - die Wurzelspitze wird braun und stellt das Wachstum einfach ein. Insbesondere auf der Substratoberfläche stellt dich durch die schnelle Verdunstung des "reinen" Wassers dieser Zustand ein.

Das häufig empfohlenen sprühen/gießen nur mit Regenwasser bringt kaum Entlastung - nur ein längere Tauchen in Regenwasser könnte Abhilfe schaffen.

Aus den hier genannten Gründen bekommen meine Orchideen regelmäßig Düngerlösungen mit maximal einen Leitwert von 200 µS und einem pH-Wert um die 6,0.

Und trotzdem ziehen sich die Wurzelspitzen von einigen wenigen Orchideen zurück. Offensichtlich vertragen sie den von mir gewählten Dünger nicht affraid

R237 Gefällt dieser Beitrag

Christian N

Christian N
Moderator

Hallo Uwe,

Deine Standortangaben sind hochinteressant und die übrigen Erfahrungen kann ich bestätigen.

Luftwurzeln werden aber nicht nur durch häufiges Besprühen generiert.

Meine hängenden Vandeen haben Wurzeln, die alle längst aus den kleinen Körbchen herausgewachsen sind und als Luftwurzeln weiterwachsen, ebenso wie die neuen.
Die Pflanzen werden aber ausnahmslos über wöchentlich 2-maliges Tauchen mit Wasser versorgt. Zusätzlich gesprüht wird aber nur ausnahmsweise in hochsommerliche Hitzeperioden.

Und zu den variegaten Oncidien siehe auch hier: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

Gruß
Christian

schizodium

schizodium
Orchideenfreund

Foto aus der Literatur:
bei den durchsichtigen Töpfen bleiben die Wurzeln (die sonst unten rauswachsen und den Produktionsablauf behindern) besser im Topf
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]






links: Rinde ist (nach meiner Interpretation) ein Wurzelgift,

rechts: speziell aufbereitete Rinde ist weniger toxisch,

Werbung für Orchiata. Mich schreckt das ab.
Dass die ernsthaft mit solchen Fotos werben, zeigt dass Wurzeln eigentlich nicht erwünscht sind.
In der Tat ist es so, dass in der industriellen Produktion der Pflanzen ein Wurzelsystem wie am Standort weder notwendig noch erwünscht ist.
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]




Substratexperiment: nach 4 Monaten in Substrat, links Rinde

rechts weniger toxisches Material, hier Farnfaser

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]



Dieses Epidendrum war beim Kauf in einem kleinen Topf in Rinde.
Noch an selben Tag habe ich die übelriechende Rinde von den spärlichen braunen
aber noch vitalen Wurzeln entfernt, einen 5 l Plastikkanister oben mit der spitzen Schere aufgeschnitten,
und die Pflanze mit Schnur oben festgemacht,
unten im Kanister habe ich in einer Ecke Aquariumfilterwolle aus Perlon reingestopft
damit die Pflanze mehr Halt hat, ausserdem hält Perlon etwas die Feuchtigkeit,
durch die Rinde waren die Wurzeln ja nicht gewohnt schnell abzutrocknen.
Wurzel passen sich ja in ihrer Anatomie irgendwie der Feuchtigkeit des Substrats
oder Nichtsubstrats an in dem sie gewachsen sind.
später als die Wurzeln gut gewachsen sind, habe das Perlon teilweise wieder entfernt,
beide Fotos nach etwa 1/2 Jahr: es haben sich viele neue helle Wurzeln gebildet.
In dem Kanister sind unten keine Löcher. Da stand immer etwa 1cm Wasser drin,
im Sommer auch richtig viel.
Das war Restwasser nach den Sprühen und ist kein Problem.
Steht das Wasser dauerhaft zu hoch, also bei 2-5cm und es ist kühler, weniger Verdunstung durch Sonneneinstrahlung etc. so besteht die Gefahr das sich die Wurzeln anatomisch zu stark an das Wasser anpassen, man kann es nicht unbedingt sehen aber es bilden sich "Wasserwurzeln"
trocknet der Wurzelballen dann im Sommer durch Hitze ganz aus, wird das von den Wurzeln nicht gut vertragen.

Ein Substrat hätte 2 Vorteile: man kann Leitungswasser nehmen, da es lange feucht bleibt.
und man bracht nicht so oft zu giessen.
Wer aber gutes Wasser hat und regelmässig zuhause ist, braucht sich so was wie ein organisches Substrat mit seinen Nachteilen nicht anzutun.

Ich musste natürlich deionisiertes Wasser nehmen.
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[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.][/url]




ich habe noch ein ganz altes Foto gefunden. Heute würde ich sie trockener halten, Da hatte ich Tolumnien im Bad ins Dachfenster gehängt.
In den Bechern ist unten kein Loch. Die Wurzeln sind in das Perlon am Boden reingewachsen und haben sich an die Feuchtigkeit gewöhnt, die da immer noch drin war auch nachdem das Restwasser nach Sprühen meist ausgegossen wurde. War alles veralgt durch zu langsames Abtrocknen.
Das ging über Jahre so, ich wusste damals nicht warum,
heute weis ich, es muss sehr hell und warm sein, und damals war es dort gerade hell genug, (in den Hybriden ist ja meist so um 40% triquetra, die wächst im Schatten oder verträgt Schatten gut)
sonst (ohne Zusatzlicht) ist es bei Tolumnien im Winter überlebenswichtig dass die Wurzeln immer abtrocknen, am besten jeden Tag.
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

gruss Jürgen

Eli1 und Christian N Gefällt dieser Beitrag

Biene

Biene
Orchideenfreund

Hallo Jürgen

sehr interessant ja1

UweM.

UweM.
Fachmoderator Paphiopedilum

@Jürgen

"Rinde ist (nach meiner Interpretation) ein Wurzelgift"


Wie kommst du zu solchen Aussagen? Warum werden 95% aller Orchideen in Europa in Rinde produziert bzw. kultiviert?

Selbstverständlich kann man Orchideen auch in anderen Substraten kultivieren - es hat alles seine Vor- und Nachteile.  ueberlegen

Christian N Gefällt dieser Beitrag

schizodium

schizodium
Orchideenfreund

Zur Frage warum in Europa ausgerechnet Rinde.
Zitate auf der Seite eines holländischen Produzenten:

"Das Substrat soll relativ viel Wasser speichern, so dass die Pflanzen für längere Zeit ohne Bewässerung auskommen. Dies ist für die Transport- und Geschäftsphase ideal."

„Bei Phalaenopsis neigen wir in Europa dazu, eine Mischung aus Pinienrinde und Sphagnum und/oder Kokosnuss zu verwenden. Die Kulturzeit einer Phalaenopsis ist ziemlich lang und daher ist es sehr wichtig, dass das Substrat auch nach einem Jahr Kultur noch eine gute Struktur hat.
Der Vorteil von Rinde ist ihre Verfügbarkeit. Bei steigenden Kraftstoffpreisen steigt jedoch auch die Nachfrage und damit der Preis für Rinde entsprechend, da Rinde auch zur Herstellung von Biokraftstoff dient.
Neben Verschiebung hin zu kompakteren (und auf den ersten Blick weniger luftigen) Substraten aufgrund der Probleme mit dem Topfwurm (Lyprauta) spricht einiges für eine Reduzierung des Anteils von Rinde in der Substratmischung oder sogar für den vollständigen Ersatz der Rinde auf längere Sicht. Rinde nimmt viel Stickstoff auf, daher sollte die Zufuhr im Düngeplan relativ hoch sein. Dies ist nicht wünschenswert, zumal eine große Zufuhr von Ammonium und Harnstoff schließlich zu einer Ansäuerung führt.  Kokosnuss gilt als sehr gute Alternative zur Verwendung von Rinde. Es ist weit verbreitet und die Kosten sind relativ gering. Vorausgesetzt, dass der Salzhaushalt unter Kontrolle gehalten werden kann, ist der Anbau auf 100% Kokos sehr gut möglich.“

"Im Innovationszentrum „de Kas“ wurde ein weiterer erfolgreicher Orchideenversuch der Van der Knaap Groep durchgeführt. Im Rahmen dieses Versuchs wurden drei verschiedene Substrate für den Anbau von Phalaenopsis in Töpfen à 12 cm verglichen.
Fibre-Neth hat sich erneut als alternatives Substrat bewährt: Es nimmt schnell Wasser und Nährstoffe auf und trocknet dabei gleichmäßig ab. Darüber hinaus hat die Larve der Lyprauta-Mücken (Topfwurm) aufgrund der Struktur des Substrats keine Chance, sich zu entwickeln.
Bei diesem Versuch wurden drei Substrate verglichen. Das Fibre-Neth-Substrat auf Basis von speziell ausgewählten Kokossubstraten, eine lose Mischung aus Kokos und Rinde und als Referenz das traditionelle Phalaenopsissubstrat auf der Grundlage von Rinde und Sphagnum. Insgesamt wurden über 1600 Pflanzen aus zwei verschiedenen Kultursorten angebaut. Am Ende der Studie wurden die Pflanzen der Sorte „Sweet Talk“ vom Postharvest Kenniscentrum von Royal Flora Holland untersucht, um den Einfluss des Anbausubstrats auf den Wert für den Verbraucher zu untersuchen. Es wurden einige Simulationen durchgeführt, um herauszufinden, wie die Pflanzen in den verschiedenen Anbauphasen reagieren, nämlich in der Transport-, der Geschäfts- und der Verbraucherphase. Die Pflanzen wurden zu Beginn jeder Phase und in der Endphase einmal wöchentlich bewertet. Zu jedem Bewertungszeitpunkt wurden der Zierwert der Blätter und die Anzahl der guten Blüten ermittelt."

gruss,  Jürgen

Christian N, Ed, sphingidae und JoHan Gefällt dieser Beitrag

Christian N

Christian N
Moderator

Danke für den informativen Beitrag.

Meine Erfahrungen besagen allerdings, daß die Bedingungen zur Orchideenaufzucht in Großbetrieben heutzutage und deren Optimierung stark von einer erfolgreichen Weiterkultur auf der Fensterbank abweichen.

In meiner Jugend war ich begeisterter Aquarianer und zu der Zeit begann die industrielle Massenproduktion von Zierfische. Schon damals wurde diese als "Dampfzuchten" bezeichnet, weil die Aufzuchtbedingungen "optimiert" wurden, allen voran die Temperaturen. Ziel war eine kostengünstige Produktion und schnellere Erreichung der Geschlechtsreife der Fische.
Diese waren jedoch nicht so robust wie die Handaufzuchten und verloren im Verlauf der Generationen schnell ihr ursprüngliches Aussehen.

Als ich dann mit Orchideen begann, stellte ich fest, daß sich die gleiche Entwicklung auch bei der Orchideenzucht vollzog.

Heute vermisse ich blühfähige Orchideen, die von den Orchideengärtnern entweder importiert und etabliert, oder selbst aufgezogen, aber immer so "abgehärtet" wurden, daß sie von fortgeschrittenen Amateuren erfolgreich weiter kultiviert werden konnten.

Wenn ich heute blühfähige oder blühende Orchideen aus Massenproduktionen erwerbe, muss ich sie i. d. R. sofort umpflanzen, weil das Substrat verbraucht ist (Umpflanzen ist ein Kostenfaktor). Die Tricks, mit denen die Pflanzen hoch gepäppelt wurden, brauchen mich eigentlich nicht zu interessieren, weil sie mir sowieso nicht zur Verfügung stehen.
Ich muß der Pflanze erst einmal einen strukturstabilen Pflanzstoff zur Verfügung stellen und sie hinsichtlich der Wasserversorgung und Düngung auf meine Bedingungen und auch auf evtl. Ruheperioden einstellen, um eine erfolgreiche Weiterkultur zu gewährleisten.
Vieles davon wurde mir früher schon von den Orchideengärtnern abgenommen, von denen ich meine Orchideen erhielt.

Ich bin Neuerungen gegenüber immer aufgeschlossen.
So habe ich auch sehr gute Erfahrungen mit Kokosschnipsel und - fasern gemacht, würde generell aber nicht auf Rinde verzichten. Den vielen Rindenarten aus dem Handel konnte ich gegenüber meiner traditionell selbst bearbeiteten Kiefernrinde keine Vorteile abgewinnen, allerdings immer vorausgesetzt, die Körnung stimmt.

Für wichtiger halte ich das regelmäßige Umpflanzen der Orchideen in neues Substrat.

Um mir Arbeit zu sparen bzw. den Wuchs nicht zu stören, habe ich auch versucht, länger haltbare Substrate (u. a. mit minalischen Bestandteilen) zu verwenden. Der Erfolg fiel bei div. Gattungen recht unterschiedlich aus.
Nicht zuletzt die Hinweise von Uwe M. zum regelmäßigen Umpflanzen bei Paphiopedilum haben mich veranlasst, auf ein rechtzeitiges Umpflanzen zu achten.
Wenn das zum richtigen Zeitpunkt und fachkundig gemacht wird, hält sich der Stress für die Pflanzen in Grenzen und viele Diskussionen über angeblich schlechte Substrate würden sich erübrigen.
Orchideen sind langsam wachsende Pflanzen, die meisten davon Schwachzehrer.
Deshalb  halte ich die oft beobachtete Suche nach dem Superdünger überzogen, zumal die Beiträge über grundsätzliche Nährstoffversorgung selten die notwendige Beachtung finden.

Die hochspezialisierte Zucht und Kultur von Phalaenopsishybriden kann m. E.  nicht für die meisten übrigen Orchideen, schon gar nicht für die Arten, problemlos verallgemeinert werden. Dazu sind sie schon viel zu sehr "Haustiere" geworden.

Gruß
Christian

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UweM.

UweM.
Fachmoderator Paphiopedilum

Hallo Jürgen,

schade, dass du deine Aussage "Rinde ist (nach meiner Interpretation) ein Wurzelgift" nicht näher erläuterst.

Nachdem die Kultur von Orchideen in Torf vor einigen Jahren ein wenig in "Ungnade" gefallen war, hat man in vielen Test die Rinde als geeignet dafür gefunden - vielleicht auch in dem Bewusstsein, dass ein Großteil der Orchideen in der Natur auf Baumrinde wächst. Die Bewurzelung verschiedener Orchideen ist/war in Rinde besonders gut.
Auch aus diesem Grund möchte ich deine Aussage mit dem "Wurzelgift" hier im Forum nicht so stehen lassen.

Mir sind natürlich auch die vielen Versuche bekannt, um eine Alternative für Rindensubstrate zu finden - die Beschaffung geeigneter Rinden wird immer schwieriger. Obwohl dabei viele gute Resultate erzielt werden, werden nach wie vor fast alle Orchideen in Rinde verkauft - in Deutschland waren das in 2020 35 Millionen Orchideen.



Ich sehe die Produktion der Orchideen z.B. in Holland nicht so kritisch:

Phals. werden mit viel Wärme und einem Maximum an Dünger kultiviert. Die Betriebe arbeiten dabei eng mit Universitäten zusammen.
Insbesondere der Pflanzstoff wird regelmäßig untersucht und dann wird auf Empfehlung die Düngung angepasst.

Der pH-Wert der Rindensubstrate liegt schon beim Beginn der Kultur um die 4,5. Diesen Substraten wird daher ausreichend kohlensaurer Kalk (Calciumcarbonat) hinzugefügt, damit die Wurzeln der Orchideen einen ihnen zusagenden pH-Wert vorfinden.

Ich kenne noch Orchideengärtnereien, die vor vielen Jahren schon ihre Orchideenbestände (insbesondere Paphios) regelmäßig händeweise kohlensauren Kalk auf die Töpfe gestreut haben - einfach um den pH-Wert aufzupuffern.

Auch wird immer wieder kritisiert, dass die Pflanzen in den Produktionsbetrieben regelmäßig mit Pestziden etc. behandelt werden! In der EU sind in den letzten Jahren viele der wirksamen Pflanzenschutzmittel in der Pflanzenzucht verboten worden.
Regelmäßig werden in den Produktionsbetrieben Kontrollen durchgeführt, welche Pestizide verwendet werden. Zusätzlich werden auf den Großmärkten regelmäßig Pflanzen der unterschiedlichen Gärtnereien mitgenommen und untersucht.

Wenn dann die Orchideen zur Blüte kommen, beginnt der eigentliche Leidensweg dieser Orchideen. Sie verbringen mehrere Tage in eher dunklen Großmärkten, werden dann bei Wind und Wetter in LWK's verladen und werden dann in die Pflanzenmärkte verbracht, wo die Temperatur eher von 15-20°C gehalten wird. Das sind locker 7°C weniger, als in der Produktion.
Gegossen werden die Orchideen dann wie alle anderen Pflanzen auch - wohl eher selten mit vorgewärmten Wasser.

Und das alles nur, damit der Endkunde ein günstiges Produkt Orchidee kaufen kann!

Kauft der Endkunde jetzt diese Orchideen, wird oftmals empfohlen die blühende Pflanze unverzüglich umzutopfen - warum eigentlich? Die blühende Orchidee steht doch erst 6-9 Monate in neuem Substrat!!!

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R237

R237
Orchideenfreund

Das Regenwasser hatte einen Leitwert von ca. 35 µS und einen pH-Wert von 6,3.

Dann habe ich das Regenwasser aufgefangen, dass an einem Baum herablief:

wenige Minuten nach Regenbeginn betrug der Leitwert noch 140 µS, während er mit längerer Regenzeit auch 60 µS abfiel.
Die Orchideenwurzel muss also so beschaffen sein, dass sie den ersten Regen für die Ernährung aufnimmt, da das abfließende Wasser noch Nährstoffe enthält.

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Danke Uwe für die hochinteressante Messung. Das hat mich schon lange interessiert. Ich hatte es mir selbst vorgenommen bei der nächsten Reise Leitwertmessungen am Substrat zu machen.

Was noch dazukommt ist, daß die Wurzeln auf den Bäumen sehr weit wachsen, was sie auf einem kleinem Stück Korkrinde in Kultur nicht können. Die können da also meterlang Nährstoffe sammeln und wie es in der Natur so ist, vermute ich, daß die Länge der Wurzel vom Nährstoffangebot der Unterlage abhängt. Wenig Nährstoffe = längere Wurzeln. Ich sehe am Naturstandort manchmal meterlange Orchideen-Wurzeln.

Danke

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